Ska-P - Geschichte und Erfolge einer Ska-Band

Band Ska-P - Ska-P
Band Ska-P - Ska-P
1994 gegründet ist Ska-P unterdessen nicht nur in Spanien, sondern auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern und in Lateinamerika sehr bekannt.

Die Gründung von Ska-P fand 1994 in Vallecas, einem Arbeiterstadtteil von Madrid in Spanien statt. Der Bandlegende zufolge trug ein dreibeiniger, streunender Kater namens López einen entscheidenden Teil zur Entstehung von Ska-P bei. Auch heute noch ist López das Symbol und Maskottchen der Band. Der Bandname wird „eskape“ ausgesprochen. Er ist ein Wortspiel aus dem Wort escape, was übersetzt Flucht oder Fliehen sie bedeutet, und dem Buchstaben P, welcher für die Musikrichtung Punk steht.

Die ersten Erfolge von Ska-P

Als die Band 1994 gegründet wurde, bestand die Besetzung aus Roberto Gañán Ojea (Pulpul) – Gesang und Gitarre, Toni Escobar – Gitarre und Gesang, Julio César Sánchez – Bass, Alberto Javier Amado (Kogote) – Keyboard und Gesang und Pako – Schlagzeug. Bereits in ihrem ersten Jahr nahmen sie die CD „Ska-P“ mit AZ Records auf. Verglichen mit den späteren Bemühungen wurden jedoch nicht sehr viele Exemplare verkauft. Aber die Band bekam Anerkennung. Und zwar besonders für den Song „Como un Rayo“, mit dem sie das Fussballteam Rayo Vallecano anfeuerten, das wiederum in Vallecas sehr beliebt war. 1995 verliess der Gitarrist Toni Ska-P mit der Begründung, er könne Band und Arbeit zeitlich nicht mehr vereinbaren. Für ihn kam Joxemi zur Band dazu und Pipi, ein Freund von Pulpul übernahm die Rolle des zweiten Sängers. Pipi war bereits vor seiner offiziellen Aufnahmen in die Band oft an Konzerten anwesend. Er half das Equipment aufzustellen und erschien wären den Konzerten von Ska-P in einem Kostüm auf der Bühne. (Was er auch heute noch macht.) Ska-P veröffentlichten 1996 ihr zweites Album „El Vals del Obrero“ mit RCA Records. Die CD verkaufte sich gut und Ska-P wurden durch das Lied „Cannabis“ noch bekannter. Ausserdem nahm Ska-P am 9. Vallecas Rock Festival teil, was ihre Reputation ebenfalls erhöhte. 1997 folgte das dritte Album „Eurosis“ wieder in Zusammenarbeit mit RCA Records und im Anschluss daran folgte die erste grosse Tour. Sie spielten in Spanien und Frankreich, ausserdem gaben sie ihr Debüt in Lateinamerika und spielten in Mexiko und Argentinien. Während dieser Tour verliess Schlagzeuger und Gründungsmitglied Pako die Band und Luismi kam zu Ska-P dazu. Es folgte die Teilnahme am italienischen Musik-Festival Arezzo Wave.

Ska-P: Entwicklung und Veränderung

Im Jahr 2000 lieferten Ska-P ihr viertes Album „Planeta Eskoria“, welches als eine ihrer besten Arbeiten bezeichnet wird. Es half, den Klang zu festigen und Lieder mit einem ernsteren Ton einzubauen. Wobei auch Songs im gleichen lebhaften Stil wie vorher eingebracht wurden, die sich lyrisch nicht von den vorangegangenen Texten unterschieden. Während diesem Höhepunkt tourten Ska-P durch Spanien, Italien, Frankreich und die Schweiz und galten bereits als internationale Band. Zwei Jahre später kam das fünfte Album „¡Que Corra la Voz! Auf den Markt. Ska-P-Mitglieder nannten es ihr vollkommenstes Album. Es beinhaltete sowohl lebhafte Ska-Songs als auch ernstere Lieder, ähnlich wie es bei „Planeta Eskoria“ der Fall ist. Die Liste der Europatour-Länder wurde mit Ungarn, Österreich, Belgien und Holland ergänzt. Ska-P spielten ebenfalls wieder in den lateinamerikanischen Ländern Mexiko, Argentinien und Chile. Auf dieser letzten großen Tour vor ihrer „unbegrenzten Pause“ wurden Ska-P von dem Trompeter Txikitin und dem Posaunist Gari begleitet, die beide aus der spanischen Stadt Bilbao stammen. 2004 wurde „Incontrolable“, das sechste und letzte Album vor der langen Pause, veröffentlicht. Als Bonusmaterial wurde dem Album eine DVD mit Ausschnitten von Konzerten in Frankreich und der Schweiz, sowie Clips und Bilder der letzten Tour hinzugefügt.

Die „unbegrenzte Pause“ und das Comeback von Ska-P

Nach 11 Jahren Bandgeschichte kündigten Ska-P im Februar 2005 an, für unbestimmte Zeit eine Pause einzulegen. Sie erklärten, dass sie eine Auszeit benötigten. Pipi jedoch beharrte darauf, dass Pulpul für sich eine Entscheidung getroffen habe und der Rest der Band ohne ihn nicht weiter machen könnte. Es gab Gerüchte, die sich auf die Haltung beider Seiten bezogen und die besagten, es habe interne Differenzen zwischen Pulpul, Joxemi und Pipi gegeben. Ska-P erklärten trotzdem, dass ein eventuelles Comeback nicht auszuschließen sei. Ihr vorläufig letztes Konzert in Spanien gaben Ska-P am 24. September 2005 in La Cubieta de Leganés. Ihr vorerst letzter Auftritt in Lateinamerika fand am 12. Oktober 2005 statt. Sämtliche Einnahmen dieses Konzertes wurden an argentinische, karitative Vereinigungen gespendet, beispielsweise an die Gemeinschaften der Mapuche oder Armenhäuser.

Im Jahr 2006, sechs Monate nachdem die Pause begonnen hatte, schrieb Pulpul einen Eintrag auf die offizielle Homepage von Ska-P. Er gab bekannt, dass er immer noch komponiere und darauf hoffe, die Songtexte im neuen Ska-P-Album verwenden zu können. Einige Bandmitglieder begannen neue Projekte mit anderen Bands. Pipi beispielsweise gründete eine neue Ska-Band, The Locos, die sehr viel Ähnlichkeit mit Ska-P hatte. Joxemi gründete die Punk-Band No-Relax. Am 12. Oktober 2007 schrieb Pulpul erneut einen Beitrag auf der offiziellen Ska-P-Homepage. Diesmal ging es um eine mögliche Wiedervereinigung der Band im Jahr 2008. In derselben Botschaft schrieben auch die anderen Mitglieder positiv über eine erneute Vereinigung von Ska-P. Ausgenommen von Pipi, der zunächst äußerte, er wolle weiterhin mit seiner neuen Band The Locos Musik machen. In den Details der Nachricht hieß es, man wolle probieren, alle alten Mitglieder zusammen zu bringen und im Oktober 2008 möglicherweise ein neues Album veröffentlichen. Alacrán Producciones bot Ska-P einen Vertrag für eine Tour im Jahr 2008, die Rückkehr der Band wurde offiziell bestätigt und das versprochene siebente Album „Lágrimas y Gozos“ erschien am 7. Oktober 2008.

Politische Kategorisierung

Was als eine Hobbyband begann, stilisierte sich schnell und zielstrebig zu Ska-Punk mit sozialkritischen Texten hoch. Gewalt, Stierkämpfe, Kriege, soziale Kälte und die Konsumgesellschaft sind nur einige der gern verwendeten Themen. Die Bandmitglieder geben sich politisch gesehen als Anarchisten und Anti-Kapitalisten und sie setzten sich auf verschiedene Weise für eine wirtschaftliche Unabhängigkeit Lateinamerikas ein. Ihre nonkonforme Haltung spiegelt sich auch in ihren exzentrischen Frisuren wieder.