
- Entspannen in der Chill-Out-Zone - Thomas Peter
Die Feldbergregion ist das größte zusammenhängende Skigebiet der deutschen Mittelgebirge mit insgesamt 31 Liften und 55 Kilometern Pistenlänge im Liftverbund Feldberg. Auf 36 Abfahrten aller Schwierigkeitsgrade kann man ins Tal brettern und sich gemütlich mit vier Sesselbahnen wieder auf den Berg befördern lassen. Das Auto kann man getrost zu Hause lassen und spart sich Parkplatzsuche und Schlepperei. Mit der S-Bahn geht es von Basel nach Zell, wo das Schneegerät in den Bauch des Skibusses gepackt wird. Nach einer dreiviertel Stunde hält man direkt am Lift. Jetzt kann zwischen drei verschiedenen Skigebieten gewählt werden. Die erste Haltestelle ist in Fahl bei der Talstation, die nächste in Feldberg-Dorf. Die Reise geht jedoch gleich bis zum Gipfel.
Die Skigebiete auf dem Gipfel und dem Pass des Feldbergs
Dort geht es mit der Sesselbahn auf den Seebuck bis kurz vor den Bismarckturm, der schon bei der Anfahrt von unten zu sehen gewesen ist. 1.448 Höhenmeter sind jetzt erreicht, sodass nur noch 45 Meter bis zum höchsten Punkt fehlen. Bei klarem Wetter sieht man hier ohne Weiteres bis zu den Alpen. Die Abfahrten, die bei Schneemangel künstlich beschneit werden, sind hier breit wie Autobahnen. Für die Kleinen gibt es einen Tellerlift und das Gipfelgebiet ist das Reich der Snowboarder: Im abgezäunten »Funpark« können waghalsige Sprünge über verschiedene Schanzen probiert werden.
Bevor die Tour weiter geht, kann man im Biergarten unterhalb des Zweier-Sessellifts entspannen und sich die Reste der vornehmen Blässe von der Sonne vertreiben lassen. Anschließend geht es hinüber ins Nachbartal über die Skibrücke nach Feldberg-Dorf. Hier gibt es jede Menge Skiverleihe und Schneesportschulen. Die Kinder fahren hier wieder mit dem Tellerlift und die Geübteren können sich nebenan an kurzen, schnellen Hängen vergnügen. Die Passregion ist vor allem auch Chill-Out-Zone. Die Sonne hat hier so viel Kraft, dass man sich immer wieder wie im Skiurlaub in den Dolomiten oder in Österreich vorkommt. Eine mobile Disco sorgt für Stimmung und in der Pistenbar kann man eine Erfrischung einnehmen. Wem’s zu kühl ist auf der Sonnenterrasse, der kann sich auch im Untergeschoss am offenen Kaminfeuer wärmen.
Das Talgebiet ist ein Geheimtipp auf Schwarzwalds Höchstem
Jetzt geht es zu den Fahler Skiliften. Dieses Gebiet kann man getrost als Geheimtipp empfehlen. Zwar ist es nicht so sonnig dort, dafür sind die Warteschlangen an den Liften wesentlich kürzer. Vorbei geht es an der Jausenhütte, bei der in der Freiluftdisco die Bässe dröhnen, Richtung Talstation. Unten in Fahl, wo früher der gefürchtete Ahornbühl-Schnelllift den Berg hinauf sauste und Snowboarder deshalb draußen bleiben mussten, kann man jetzt bequem mit der neuen Vierer-Sesselbahn hochliften. Oder man nimmt den gemütlichen Schlepplift bis zur Mittelstation, die Glühweinhütte und Verteiler für die weitere Bergfahrt zugleich ist.
Oben angelangt kann man zwischen blauen, roten und schwarzen Abfahrten wählen. Die Entscheidung fällt schwer, denn am liebsten würde man sich hier häuslich einrichten, so zuckrig liegt der Schnee auf den Schwarzwaldtannen. Wenn dann auch noch die Sonne herauskommt, meint man sich direkt inmitten eines Bilderbuches aus den Kindheitstagen zu befinden. Frühmorgens kann es passieren, dass Bodennebel herrscht im Tal. Dann tastet man unwillkürlich nach der Skibrille, denn das könnte der Anfang eines heftigen Schneetreibens sein. Doch wenn der Skilift sich dann den Berg hinauf arbeitet und durch die trübe Suppe hindurch stößt, steht man plötzlich in der prallen Sonne und blickt auf das Wolkenmeer unter einem. »Wie im Flugzeug«, meint dazu der Nachwuchs und: »In Frankreich war’s auch schön aber hier sind die Hänge so schön übersichtlich, richtig schnuckelig.«
Die letzte Abfahrt führt durch den »Zauberwald«
Die Geübteren sollten auf jeden Fall die Buckelpiste des berühmten »Fahler Loch« probieren. Hier sind früher tatsächlich Skispringen abgehalten worden. Die Schanze hat man zwar vor ein paar Jahren abgebaut, aber das Schiedsrichterhäuschen steht noch immer da - kurz vor der Auslaufstrecke, die steil den Berg hinauf führt und abrupt an der Landstraße endet. In der Glühweinhütte der Mittelstation wird nun eine letzte Rast bei einer deftigen Gulaschsuppe eingelegt. Hier gibt es auch den »Jagertee«, eine grogähnliche Mischung aus heißem Wasser und hochprozentigem »Stroh-Rum« aus Österreich. Zum Schluss kommt die »Zauberwald« Abfahrt: Von Grafenmatt-Höchst aus fährt man zunächst die rote »Klusenwald« Strecke und nach einem ziemlich schroffen Felsvorsprung links in den Waldweg hinein. Mit sanften Schwüngen geht es jetzt in Serpentinen mitten durch den verschneiten Forst. Man kann hier zwar nicht viel Geschwindigkeit machen, wird dafür aber mit fabelhaften Aussichten belohnt. Die Strecke endet schließlich an der Talstation, wo der Skibus schon wartet.
