
- vl. T. Erhart,S. Ulbrich, B. Berend-Wöhrl - Andrea Weber
Vor einem Jahr sind die Künstlerinnen Teresa Erhart und Birgit Berends-Wöhrl aus Höhenrain in die „WG“ von Sibylle Ulbrich gezogen. Seitdem arbeiten sie in ihrer „Werkstattgemeinschaft“ in der alten Remise im Humplgassl in der Wolfratshauser Altstadt zusammen, teilen sich die Miete und „befruchten sich gegenseitig im künstlerischen Sinne“, wie sie es nennen. Während der diesjährigen Kunstmeile (10. bis 25. September) zeigen die Damen aus der „Dreifrauenwerkstatt“ ihre Arbeiten in den großen Rundbogenfenstern ihres Gemeinschaftsateliers und laden an den drei Wochenenden zum Werkstattbesuch ein.
Ornamentale Blumenbilder von Sibylle Ulbrich
Sibylle Ulbrich ist eine gelernte Meisterin unter den Raumausstattern, ein Beruf, in dem sich Kunst und Handwerk sehr nahe sind, sagt sie. Sibylle Ulbrich polstert Möbel, gestaltet Inneneinrichtung und malt sogenannte „Fresken auf Stuccolustro“, gemeint ist die traditionelle Wandmalerei, wie sie in Kirchen üblich ist. Die Kunsthandwerkerin hat dabei eine eigene Methode entwickelt, die es ihr ermöglicht, diesen traditionellen Kunststil auf eine Holzfaserplatte zu bringen. Es sind vorwiegend ornamentale Blumenbilder, die sie entwirft. Sibylle Ulbrich zeigt ihre Bilder, die sie während der diesjährigen Kunstmeile in Wolfratshausen in ihrer Werkstatt ausgestellt hat.
Birgit Berend-Wöhrl gestaltet utopische Miniwelten mit Minifiguren
Kunst in großen Räumen ist das Metier von Birgit Berend-Wöhrl. Zwar arbeitet die Bildhauerin auch gerne im klassischen Sinn an Einzelobjekten wie Skulpturen und Plastiken aus Bronze, Stein und Holz und macht daraus minimalistische Formen oder gestaltet utopische Miniwelten mit Minifiguren darin. Doch all diese Kunstwerke, die während der Wolfratshauser Kunstmeile „drei“ in ihrer Werkstatt zu sehen sind, unterstehen am Ende immer einem großen Ganzen. Immer dann nämlich, wenn Birgit Berend-Wöhrl wieder eine ihrer temporären Rauminstallation daraus macht. So zum Beispiel hat sie vor einigen Jahren unter dem Titel „Zurück zu den Wurzeln“ den 600 Quadratmeter großen Stall des ehemaligen Klosters Biberkor am Starnberger See in ein Kunstwerk verwandelt. Die Installationen der Künstlerin sind quasi räumliche Bilder zum Anfassen, Benutzen und hindurch Wandeln, dreidimensionale Kunstwerke zum Erleben.
„Männer im emotionalen Ausnahmezustand“ von Teresa Erhart
Dagegen sind die Arbeiten der Bildhauerin und Illustratorin Teresa Erhart sehr konkret. Fiktive Geschöpfe wie Lebewesen vom anderen Stern finden sich auf ihrer Hobelbank neben traditioneller Volkskunst wieder, wie Krippenfiguren, „Jesus am Kreuz“ und Marienskulpturen wieder. Eine Gruppe von Holzköpfen drängelt sich dabei ganz besonders ins Blickfeld. Es sind ihre originellen „Männer im emotionalen Ausnahmezustand“, dazu gehört der „Wütenden“, der „Strukturierte“ und der „Fischkopf“. Die gebürtige Schwarzwälderin lebt seit 21 Jahren am Starnberger See und hat in Oberammergau die Kunst des Schnitzens erlernt.
