SL: Der neue Mercedes SL feiert seine Weltpremiere in Detroit

Neuer Mercedes SL - Daimler AG
Neuer Mercedes SL - Daimler AG
Am 15.12.2011 erhielten ausgesuchte Medienvertreter erste Bilder vom neuen SL. Hier: Daten, Fakten und Preise zum vollständig neuen Traumwagen namens R231.

Einen Tag vor dem 15. Dezember 2011 – dem Tag, von dem an Mercedes-Benz meldete, Bestellungen für den neuen Mercedes SL entgegenzunehmen – erhielt die Presse erste Fotos vom neuen Traumwagen. Auf den ersten Blick war darauf nicht zu erkennen, dass der Roadster fast vollständig aus Aluminium besteht und sich daher radikaler von seinen Ahnen unterscheidet, als jeder SL zuvor. Die Entscheidung, für den Rohbau neben Alu auch Magnesium zu verwenden, führte dazu, dass der SL 500 gegenüber seinem Vorgänger rund 140 Kilogramm an Gewicht verlor: Und dies, obwohl er in der Länge 50, in der Höhe 18 und in der Breite um 57 Millimeter zulegte. Was auch dazu führte, dass das Kofferraumvolumen nach Herstellerangaben von 365 auf 504 Liter gewachsen ist. Für den SL 350 nannte Mercedes 93.534 Euro als Einstandspreis; für den SL 500 117.096 Euro.

Der neue Mercedes SL: Ein erster Blick auf das Design

In seiner Formensprache führt der neue SL mit der internen Baumusternummer R231 die Linie des Hauses Mercedes-Benz fort. Das heißt auch, dass die Gestaltung der Frontschürze ebenso grobschlächtig und selbstgeschnitzt daherkommt, wie beim Mercedes CLS oder dem neuen SLK. Vom gestalterischen Feingefühl, das die Designer des SLS AMG haben walten lassen, ist an der Front des neuen SL nichts zu erkennen. Anders bei den Seitenlinien, deren Aufbau die Zugehörigkeit zur Roadstertradition des Hauses ebenso betont, wie die seitlichen Lüftungskiemen berühmte Elemente aus den 1950er-Jahren in die Gegenwart übertragen.

Der Frontgrill mit seiner Chromspange steht dem Fußgängeraufprallschutz geschuldet nun steiler im Wind; so elegant, wie beim SLS AMG wurde dieses Karosseriebestandteil jedoch nicht gestylt. Das Design des Hecks versteckt geschickt das größer gewordene Volumen des Kofferraumes sowie die breitere Spur und erinnert im Look überdeutlich an den von 2001 bis 2011 gebauten Vorgänger R230, der 2008 ein umfangreiches Facelift erhielt, das ihn im Auftreten dichter an den damals noch unbekannten SLS AMG führte. Insgesamt entwickelte Mercedes sein Traditionscabrio mit dem R231 ebenso dezent weiter, wie Porsche den 911 vom Typ 991.

Ein Blick zurück: Die Ahnen des neuen SL

Sechs Baureihen kennt die Automobilgeschichte unter dem Namen SL: Der W198, besser bekannt als 300 SL oder Flügeltürer, begründete die Modellreihe 1954 zunächst als Coupé, führte sie 1957 dann als Roadster fort. Nahezu zeitgleich kam die Baureihe W121 B II auf den Markt, doch dieser SL gilt heute als Vorläufer der kleineren SLK-Klasse, nicht als Vorläufer des SL. Ein echter, zweiter SL erschien 1963; unter dem Spitznamen Pagode bekannt wurde er bis 1971 gefertigt. Sein Nachfolger errang als Filmauto von Bobby Ewing in der Fernsehserie "Dallas“ Weltruhm; hergestellt wurde die Baureihe von 1971 bis 1989 – sagenhafte 18 Jahre nahezu ohne jedes Facelift.

Von 1989 bis 2001 verkaufte Mercedes den SL der Baumusternummer R129 ähnlich erfolgreich und von bis heute unerreichter Solidität. Der am 14. Dezember 2011 vorgestellte SL der Baureihe R231 ist demnach die sechste Generation des Traumwagens, als der der SL Zeit seines Lebens galt. Im Innenraum des Neulings überwiegen Zitate des Designs vom SLS AMG: Sicher zur Freude der SL-Fahrer, die die liebevolle, schnörkellose aber auch hochwertige Anmutung des doppelt so teuren Supersportwagens eben zum halben Preis ins Interieur des neuen SL geliefert bekommen. Aber ohne einem der beiden Markenvertreter die Eigenständigkeit zu nehmen.

Hier geht es zum Modellauto des neuen Mercedes SL in 1:43

Fakten zum neuen Mercedes SL

Was ist sonst noch bemerkenswert am neuen Mercedes SL? Aluminium auch im Bereich des Fahrwerks reduziert die ungefederten Massen und erhöht den Fahrkomfort. Türen und Haube vorne werden ebenfalls aus Alu hergestellt. Der Heckdeckel: Ein Mix aus Kunststoff und Stahl und bewegungsgesteuert. Trotz Leichbau: Gesamtgewicht 1,8 Tonnen. Statt einer Stahlfederung kommt eine semiaktive Verstelldämpfung zum Einsatz: Komfort oder Sport per Knopfdruck, optional mit Wankausgleich Active Body Control. Die Spur im Gegensatz zum Vorgänger hinten breiter als vorne, was das Handling verbessern soll. Gegen Mehrpreis: Internetzugang und aktiver Parkassistent.

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Zwei Motorisierungen: SL 350 und SL 500

Der SL 500 bietet 435 PS aus 4,7 Litern Hubraum, der mit zwei Turboladern arbeitet und ein Drehmoment von 700 Newtonmetern (Nm) an das Siebengang-Automatikgetriebe schickt; ein Bauteil, über das beide Versionen ebenso verfügen, wie über das Start-Stopp-System. Der SL 350 bringt 306 PS und 370 Nm aus 3,5 Litern auf die Straße und soll dabei nur 6,8 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen; 30 Prozent weniger als beim R230. Einen immerhin 22 Prozent niedrigeren Verbrauch attestiert Mercedes-Benz dem neuen SL 500; neuen Motoren, dem Leichtbau und der elektromechanischen Lenkung sei es zu verdanken.

In 4,6 Sekunden soll der SL 500 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen; der SL 350 in 5,9 Sekunden. Bei 250 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit ist bei beiden Autos erst einmal Schluss, bis AMG mit dem SL 63 AMG und dem SL 65 AMG nachlegt. Hightech aber auch beim Scheibenwischersystem Magic Vision Control, das weniger Sichtbehinderung und bessere Wischleistung garantieren soll. Sogar die Wischwassermenge passe das System an die Umfeldbedingungen an, so Mercedes.

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Premiere auf der NAIAS 2011

Darüber hinaus findet der Interessent alle Assistenzsysteme aus der S-Klasse, die Nackenheizung Air Scarf und das vom SLK bekannte Variodach mit Verdunkelungsfunktion in der Preisliste wieder. Der Stuttgarter Autohersteller entschied sich dazu, den neuen SL auf der Detroit Motor Show vorzustellen (09. bis 22. Januar) und tritt damit direkt gegen das neue Porsche 911 Cabriolet an, dessen Publikumspremiere ebenfalls für die korrekt North American International Auto Show benannte Messe avisiert worden ist. Markteinführung in Deutschland: 31. März 2012.

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