Slade: Die Anfänge der vier Glamrocker in den Sixties

Slade früh - zippifoto
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Separate Gehversuche 1963-1966; die vier firmieren erst als 'N Betweens, dank Chas Chandler ab 1969 als Slade, nach einigen Flops folgen 1971 zwei Hits

Die Region um Birmingham, von den Engländern the Midlands genannt, war schon ewig ein industrielles Schwerpunktgebiet auf der britischen Insel. Zur Region gehören auch die Städte Wolverhampton und Coventry. Seit Mitte der sechziger Jahre stiegen aus den Midlands immer wieder imposante Talente der Rockmusik empor. Drummer John Bonham und Sänger Robert Plant von Led Zeppelin etwa, die Heavy Rocker Black Sabbath, die Schwermetaller Judas Priest. Und auch eine der populärsten Vertreter des britischen Glamrocks der frühen siebziger Jahre begann dort in der Mitte Englands ihre Karriere: Slade.

Die Anfänge: The Vendors und Steve Brett & The Mavericks

Zwischen 1963 und 1965 schossen im Großraum Birmingham die Beatbands wie Pilze aus dem Boden. In dieser Zeit formierten sich zum Beispiel The Vendors. Hier spielten die späteren Slade-Musiker Don Powell am Schlagzeug und Dave Hill an der Gitarre. Diese Band begann im zunächst mit Instrumentals im Stil der Shadows, erweiterten aber im Laufe der Zeit ihr Repertoire. 1964 veröffentlichten The Vendors sogar eine selbst finanzierte EP, die sich in den einschlägigen Clubs der Midlands recht gut verkaufte. Zu diesem Zeitpunkt waren Steve Brett & The Mavericks schon eine relativ große Nummer in der Region. Neville Holder, später bei Slade besser bekannt als deren Sänger Noddy Holder, spielte bei den Mavericks seit 1963 die Rhythmusgitarre. 1965 veröffentlichten sie für Columbia Records drei Singles, die sich in den regionalen Plattenläden recht gut verkauften.

Die Jungs von Slade finden zueinander

1965 zerbrachen die Vendors. Dave Hill, Don Powell und Sänger John Howels suchten sich neue Mitmusiker. Das neue Ensemble nannte sich nun The 'N Betweens. Sie brachten in jenem Jahrje eine selbst gepresste EP und eine für das Label Barclays heraus, mit mäßigen Erfolg. 1966 brach auch diese Bandkonstellation wieder auseinander, nur Dave Hill und Don Powell blieben übrig. Zu dem Zeitpunkt lief es auch für Steve Brett & The Mavericks nicht sehr gut. Als er gefragt wurde, stieg Noddy Holder sofort bei den 'N Betweens ein, als zweiter Gitarrist und erstmalig auch als Sänger. An den Bass holte man sich den talentierten Jim Lea, der auch schon bei einigen Bands gespielt hatte, diese Bands aber nicht den Erfolg hatten, wie die Vendors, Mavericks und die 'N Betweens. Letztere ergatterte einen neuen Plattendeal mit Highland Records und brachte noch 1966 zwei Singles heraus. Die zweite davon, „You Better Run“, kletterte in den regionalen Charts bis ganz nach oben und der ganz große Durchbruch schien nur noch eine Frage der Zeit.

Zu Ambrose Slade und Chas Chandler

Tatsächlich gab es nun auch Auftrittsmöglichkeiten außerhalb der Region, aber von den großen Plattenfirmen wurde die Band ignoriert. Auch blieben weitere Hits aus und die 'n Betweens verloren ihren Plattenvertrag. Dafür machten sie sich einen Namen als Liveband. Sie spielten direkten, ungezügelten Rock 'n' Roll und waren für die damalige Zeit tierisch laut. 1968 fand die Band in London eine Künstleragentur, die das Management übernahm. Der Bandname wurde geändert in Ambrose Slade. Der Chef der Agentur hatte den Spleen seinen Schreibtischutensilien Namen zu geben. Amboss nannte er seine Schreibunterlage, Slade seinen Tucker. Die Band fand das witzig; daher der Name. Anfang 1969 gab es einen Vertrag mit Fontana Records und im Frühjahr brachten Ambrose Slade ihr erstes und einziges Album heraus: „Beginnings“. Ein großer Renner wurde die Scheibe nicht, denn ihr fehlte der Druck, den die Band live entwickelte. Aber Chas Chandler wurde dadurch auf sie aufmerksam. Der Mann war selbst Musiker. Bis 1966 war er Bassist bei den Animals. Seither machte er sich einen Namen als Manager und Produzent von Jimi Hendrix. Nun suchte er etwas Neues und glaubte es in Ambrose Slade gefunden zu haben. Er übernahm das Management der Band und brachte diese dazu, ihren Namen auf Slade zu kürzen.

Der langsame Weg zum Erfolg

In den englischen Arbeitervierteln gab es Ende der sechziger Jahre eine Gegenbewegung zu den liberalen Hippies, nämlich die Skin Heads. Diese waren erzkonservativ, um es mal vorsichtig auszudrücken, hörten gern Ska-Musik, ihre Haare waren kurz geschoren. Dazu trugen sie Röhrenjeans und prügelten sich gern. Chas Chandler kam auf die Idee, seine Jungs ein solches Outfit und somit eine entsprechende Szeneidentität zu verpassen. Im Oktober 1969 erschien mit „Wild Winds Are Blowing“ der erste Single-Titel. Der große Erfolg blieb aus. Es folgte „The Shape Of Things To Come“ im März 1970: auch kein Hit. Zu diesem Zeitpunkt kam Manager Chandler aber zu dem Schluss, dass das Skinhead-Image seiner Jungs doch keine so gute Idee war. Bei deren Konzerten kam es immer wieder zu Schlägereien. Fortan wuchsen die Haare wieder und die Klamotten wurden glitzernder und flippiger. Nachdem sowohl die dritte Single „Know Who You Are“, als auch die LP „Play It Loud“ bei den meisten Fans durchfiel, recherchierte Chas Chandler die Ursache und kam zu einem Schluss. Im Juni 1971 erschien eine neue Single mit dem Titel „Get Down And Get With It“, eine eher unbekannte Komposition von Little Richard. Chas Chandler hatte bei der Aufnahme eine Menge Hall, Hände-klatschen und Fuß-stampfen eingebaut. So wirkte die Produktion live. Und die Single erreichte Platz 15 der Single-Charts.

Im Oktober folgte die Holder/Lea-Komposition „Coz I Luv You“, ein eher gemäßigter Song, zu dem Jim Lea zu seinem Bass auch Violine beisteuerte. Auch hier wurde der Pseudo-Livesound verwendet. Mit dieser Single erreichten Slade Platz 1. Doch die vier Musiker blieben bodenständig. Sie wussten aus ihren jahrelangen Erfahrungen, dass solch ein Erfolg selten von Dauer ist.

(Quelle: Noddy Holder: Who's Crazee Now?/ 2000 bei Ebury Press/ ISBN 0-09-187503-x)

Andreas , Deutsche Telekom AG

Andreas Zipper - Mein Name ist Zipper, Andreas Zipper. Schon seit Schultagen nennen mich die meisten Bekannten nur kurz ZIPPI. Ich wurde am 19. April 1961 ...

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