Der namengebende Fundplatz war der Burgwall von Menkendorf in Mecklenburg-Vorpommern, zum Kreis Ludwigslust gehörend. Der Fundplatz wurde erstmals 1952 archäologisch untersucht. Ein Feuer zerstörte den Burgwall, allerdings gab es eine erneute Nutzung nach dem Brand.
Menkendorfer Ware
Die Menkendorfer Keramik besteht zu fast überwiegenden Teilen aus großen Töpfen. Die Gefäße weisen häufig eine doppelkonische Form auf. Die Keramikgruppe kommt in Nordeuropa, aber auch an der unteren Saale, der Niederlausitz und in Teilen Polens vor. Sie wird datiert in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts. Die Gefäße der Menkendorfer Gruppe wurden hauptsächlich in Siedlungen gefunden und dienten wohl als Haushaltsgefäße. Es gab aber auch ganze Gefäßfunde in Gräbern (zum Beispiel in Birka) wo sie bei Brandbestattungen als Urnen und bei Körperbestattungen als Beigefäße gefunden wurden. Ewald Schuldt teilt die Menkendorfer Ware in drei Formenreihen ein.
Form 1
Der benutzte Ton ist überwiegend grob gemagert, häufig mit Granitgrus durchmischt. Die Farbe geht von hellem bis zu dunklem Grau, aber auch braune Farbtöne sind möglich. Die Gefäße weisen einen nur schwachen Brand im Ofen auf. Der überwiegende Teil der Menkendorfer Ware ist mit der Hand gefertigt worden. Ein Teil ist jedoch schon auf der Handtöpferscheibe angefertigt worden. Auf den Gefäßböden finden sich häufig Achsabdrücke der Töpferscheibe. Die Gefäße sind ungegliedert und besitzen häufig einen leicht eingebogenen Rand, sind teilweise auch mit einem geradestehenden Rand versehen. Die Gefäße besitzen keinen deutlichen Umbruch. Der Rand selbst ist leicht eingezogen, teilweise senkrecht gestellt aber auch ausgebogen oder kurz abgesetzt. Die Verzierung besteht häufig aus horizontalen Linienbändern. Wellenartige Muster kommen ebenfalls vor. Die Verzierung ist, wie für mittelslawische Gefäße üblich, auf den oberen Gefäßteil beschränkt.
Form 2
Die Gefäße sind sorgfältiger gemagert als die der Form 1. Die Farbe ist der der Form 1 ähnlich. Der Brand der Form 2 ist härter als von der Form 1 Die Gefäße besitzen einen hohen Umbruch und sind zudem deutlich in Wandung, Umbruch und Gefäßschulter gegliedert. Man kann an der Form 2 schon die Urform der doppelkonischen Gefäße erkennen. Der Rand der Form 2 ist ausgebogen. Die Verzierung ist detailreicher und häufiger als bei der Form 1 aber wie für mittelslawische Keramik üblich, auf den oberen Gefäßteil beschränkt. Neben linearen Mustern sind Wellenbänder, kurze Kammstriche und Stempeleindrücke häufig anzutreffen.
Form 3
Die Gefäße sind aus gleichmäßig gemagertem Ton hergestellt. Die Farbe der Gefäße ist in der Regel braun bis dunkelgrau. Die Brandhärte ist gut. Die Gefäße sind nahezu vollständig doppelkonisch. Das Kennzeichen der Form 3 ist der scharfe Umbruch. Der Rand ist sorgfältig abgestrichen und teilweise dünn ausgezogen. Die Verzierung ist in der Regel auf die Schulter beschränkt. Sie wird durch ein horizontales Strichband abgeschlossen. Es gibt aber auch Wellenbänder, kurze Kammstriche und Kerben.
Quellenangaben:
- H. Lüdtke/k. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa Bd. 1 Text (Neumünster 2001)
- E. Schuldt, Die Slawische Keramik in Mecklenburg (Berlin 1956)
