Smoothies: So gesund ist das Obst zum Trinken wirklich

Smoothies vs. Obst: Was ist gesünder?  - Innocent GmbH / PR
Smoothies vs. Obst: Was ist gesünder? - Innocent GmbH / PR
In den USA seit Jahren Trend, haben sie auch Deutschland erobert: Die cremigen Drinks aus Früchten und Saft. Verbraucherschützer kritisieren deren Qualität.

"Obst für Obstmuffel". So nennt die Stiftung Warentest die moderne Fruchtsaftvariante Smoothies. Wie so vieles kommt auch dieser Trend aus den USA. Dort vertreiben Firmen bereits seit Ende der 1980er Jahre Säfte aus ganzen Früchten – als schnellen Vitamin-Kick. Doch was praktisch klingt und seit einigen Jahren immer mehr Käufer findet, stößt bei den Verbraucherschützern auf wenig Gefallen. Sie kritisieren den In-Drink als teuer und ungesund.

Viele Smoothies enthalten zu viel Saft und zu wenig Frucht

Worin das Prinzip der Smoothies besteht, sagt schon ihr Name: Der Begriff „smooth“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „fein“. Zur Herstellung werden mit Ausnahme der Schale und Kerne ganze Früchte püriert und anschließend mit Säften vermischt.

Genau hierin liegt jedoch ein Problem, wie die Zeitschrift "Öko-Test" in einer im September 2010 veröffentlichten Untersuchung herausgefunden hat: Smoothies werden zwar als so genannte Ganzfruchtsaftgetränke definiert, ihr Begriff ist rechtlich jedoch nicht geschützt. So kommt es, dass einige Hersteller das Fruchtpüree aus Kostengründen mit viel Fruchtsaft strecken. Im Extremfall geht das soweit, dass namensgebende Zutaten wie Mango, Kokos oder Beeren gerade einmal elf Prozent des Inhaltes ausmachen. Bei einer Untersuchung von 20 Smoothie-Produkten stellte "Öko-Test" fest, dass die erste verwendete Zutat tatsächlich Apfelsaft ist. Dieser ist günstig und wenig geschmacksintensiv.

Die Vitamin-Lüge: Smoothies enthalten viel Zucker, aber wenig Nährstoffe

Andere Hersteller verwenden statt Direktsäften nur Saftkonzentrate – was ein zusätzliches Problem erzeugt: Beim Konzentrations-Verfahren wird den Fruchtsäften nicht nur Wasser, sondern auch Aroma entzogen, welches anschließend wieder hinzugefügt werden muss. Weil hierbei Nährstoffe verloren gehen, sind diese Produkte noch nährstoffärmer. Dabei gilt für Smoothies ohnehin schon der Grundsatz: Je höher der Saftanteil ist, desto weniger Nähr- und Ballaststoffe enthält er.

Kritiker bemängeln an den Getränken ohnehin, dass diese, allen Herstellerversprecher zum Trotz, nur sehr bedingt mit frischem Obst vergleichbar sind. Schließlich geht durch das Schälen, Pürieren und Pasteurisieren bei der Produktion ein Teil der Vitamine und Ballaststoffe verloren. Umso höher ist dafür der Zuckergehalt des vermeintlich gesunden Obst-Kicks: In 100 ml Smoothie stecken bis zu 12 g Zucker und rund 50 Kilokalorien.

Smoothies: hoher Preis, kleine Vorteile

Immerhin: Verglichen mit einem Test aus dem November 2007 hat sich die Qualität der Smoothies verbessert, stellt "Öko-Test" fest. Immerhin zwei Produkte werden jetzt mit "sehr gut" bewertet, über die Hälfte bekam die Note "gut". Die Experten raten Verbrauchern deshalb, beim Kauf der Obst-Drinks darauf zu achten, dass der Anteil von Fruchtpüree oder -mark möglichst hoch, der von Saft hingegen gering ist. Aufschluss gibt das Zutatenverzeichnis auf der Packung.

Gesünder als Kekse sind die Obstsnacks aber in jedem Fall. Da sie zur Haltbarmachung leicht pasteurisiert und anschließend gekühlt werden, kommen sie ohne Konservierungsstoffe aus. Und so kann ein Smoothie gelegentlich auch mal eine Portion Obst ersetzen. Wobei dieses schneller satt macht, weniger Kalorien hat – und günstiger ist: Für ein 250-ml-Fläschchen Smoothie zahlt man ab 1,99 Euro aufwärts.

Autor Frank-Michael Wellner (42) aus München, privat

Frank-Michael Wellner - Der Journalist ist seit 20 Jahren in der Medienbranche tätig. In dieser Zeit war der gebürtige Hamburger u.a. Chefredakteur des ...

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