Die UK Championship 2010, das zweitwichtigste Turnier auf der Snooker Maintour, bescherte uns großartige Leistungen und mit John Higgins einen Sieger, der seine triumphale Rückkehr auf die Maintour feierte.
Runde der Letzten 32 der UK Championship 2010
Titelverteidiger Ding Junhui eröffnete das Turnier mit einem souveränen 9:4 über Matthew Stevens. Weltmeister und Weltranglisten-Erster Neil Robertson begann ähnlich souverän gegen Rory McLeod, führte nach der ersten Session mit 7:1 und holte sich in der zweiten Session mit zwei höheren Breaks den 9:1 Sieg. Ronnie O'Sullivan, frisch gebackener Premier League Sieger, zeigte sich wieder von seiner unmotivierten Seite, spielte lustlos und verlor trotz 6:4 Führung noch mit 6:9 gegen Stuart Bingham. Mark Selby lag gegen Ricky Walden mit 1:3 zurück, fand danach ins Match und siegte letztlich ungefährdet mit 9:6. Trotz dieser Niederlage wird Ricky Walden in der neuen Weltrangliste erstmalig in den Top 16 stehen.
John Higgins und Stephen Lee lieferten sich das beste Match der ersten Finalrunde. John Higgins, der schon bei den letzten beiden EPTC Turnieren sehr gute Form bewies, lieferte sich mit seinem Kontrahenten einen hochklassigen Schlagabtausch. Lediglich im letzten Frame gab es kein Break von mindestens 60 Punkten. John Higgins setzte sich in der Schlussphase ab und siegte mit 9:6.
Der Klassiker in der ersten Finalrunde war die Partie Stephen Hendry gegen Jimmy White. Die Snooker-Legenden trafen zum 37. Mal aufeinander. Die Partie war sehr spannend, aber von vielen Fehlern geprägt. Ausgerechnet im Entscheidungsframe schaffte Stephen Hendry ein höheres Break und siegte mit 9:8.
Die größte Überraschung der ersten Finalrunde war die Niederlage des Weltranglisten-Zweiten Allister Carter, der gegen den krassen Außenseiter Mark Joyce nie ins Match fand und mit 6:9 unterlag. Mit dem Einzug ins Achtelfinale feierte der 24jährige Engländer den größten Erfolg seiner Karriere.
Weitere Ergebnisse in der Runde der Letzten 32:
Marco Fu gegen Barry Hawkins 9:7, Mark Allen gegen Tom Ford 9:5, Stephen Maguire gegen Ken Doherty 9:6, Graeme Dott gegen Martin Gould 9:5, Jamie Cope gegen Judd Trump 6:9, Mark Williams gegen Mark Davis 9:3, Shaun Murphy gegen Patrick Wallace 9:5, Mark King gegen Ryan Day 8:9, Peter Ebdon gegen Andrew Higginson 7:9.
Das Achtelfinale der UK Championship 2010
Ding Junhui sollte es verwehrt bleiben, seinen Titel zu verteidigen. Gegen Mark Allen lag er nach der ersten Session mit 2:6 zurück. Zwar kämpfte er sich in der zweiten Session auf 8:8 heran, doch Mark Allen holte sich mit einem entscheidenden 40er-Break den 9:8 Sieg.
Stuart Bingham hatte gegen Marco Fu leichtes Spiel. Der 9:2 Sieg war das deutlichste Ergebnis im Achtelfinale und bedeutete für Marco Fu den Verlust des Top 16-Status. Stuart Bingham hatte derweil die Chance, durch einen weiteren Sieg im Viertelfinale erstmalig in die Top 16 zu kommen.
Stephen Maguire lag gegen Mark Selby von Anfang in Front und bestimmte das Tempo der Partie. Mark Selby kämpfte sich zwar immer wieder heran, konnte jedoch nicht verhindern, dass Stephen Maguire die Führung konsequent bis zum Ende verteidigte. Auch dank dreier Century Breaks siegte der Schotte mit 9:7.
Das Duell John Higgins gegen Graeme Dott war wiederum hochklassig. Beide brillierten mit gutem Breakbuilding. Graeme Dott lag schließlich mit 8:7 vorne, aber John Higgins bewies wieder einmal seine Matchhärte, spielte eine 79 zum Ausglich und holte sich mit einer 56 im letzten Frame den 9:8 Sieg.
Die Partie Mark Williams gegen Stephen Hendry war auf dem Papier ein weiterer Klassiker, der mit Spannung erwartet wurde, aber das Publikum sehr enttäuschte. Beide Spieler boten eine unterdurchschnittliche Leistung an. Das höchste Break von Mark Williams in der ersten Session war eine 24. Stephen Hendry spielte dank zweier 50er-Breaks eine 5:3 Führung heraus. In der zweiten Session gewann Mark Williams die ersten vier Frames. Mit einer 86, seinem höchsten Break, konnte er auf 8:6 davonziehen. Bezeichnenderweise wurde der nächste Frame auf Schwarz entschieden, die beide vergeblich zu lochen versuchte, bis es Mark Williams schließlich doch gelang.
Neil Robertson hatte gegen Andrew Higginson furios losgelegt und bereits mit 7:0 geführt. Trotzdem dauerte die zweite Session für den Australier länger als gedacht. Andrew Higginson spielte Breaks von 75, 86 und 107 und kam bis auf 5:8 heran. Mit einer 77 holte sich Neil Robertson aber den nächsten Frame zum 9:5 Sieg.
Shaun Murphy musste gegen einen wieder erstarkten Ryan Day über die volle Distanz gehen. Ryan Day ging sogar mit 8:7 in Führung, ehe Shaun Murphy ausgleichen konnte. Auch im Entscheidungsframe legte Ryan Day vor. Mit einer 36er-Clearance bis Pink holte sich Shaun Murphy letztendlich noch den Sieg.
Im Match zwischen den beiden ungesetzten Akteuren Judd Trump und Mark Joyce ging es lange hin und her bis zum 7:7. Überraschungsmann Mark Joyce blieb in der Schlussphase nervenstark und gewann mit 9:7.
Das Viertelfinale der UK Championship 2010
John Higgins zeigte gegen Stephen Maguire weiterhin gutes Breakbuilding; dank einer 74, 97 und 94 lag er mit 5:3 vorne. Stephen Maguire gewann die ersten drei Frames der zweiten Session und lag erstmals in Führung. Trotz zweier Century Breaks reichte das nicht; John Higgins spielte Serien von 82, 83 und 70 Punkten und siegte mit 9:7.
Mark Allen und Stuart Bingham überzeugten ebenfalls mit hohen Breaks und lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide schafften auch ein Century Break. 5:3 führte Mark Allen nach Session eins. Mit hohen Breaks ging es abends weiter. Stuart Bingham schaffte mit einer 142 den Ausgleich zum 6:6. Gegen Ende der Partie nahm das Tempo ab und Mark Allen reichten kleinere Breaks zum 9:7 Sieg.
Das Match Neil Robertson gegen Shaun Murphy war hochklassig. Beide überzeugten mit langen Einsteigern und hohen Breaks. Neil Robertson ging mit 2:0 in Führung, ehe sein Kontrahent drei Frames in Folge gewann. Bis zum 7:7 ging es hin und her, aber gegen Ende schien dem Australier dann die Luft auszugehen. Die Endphase war von taktischen Duellen und einem flimmernden Monitor (was zu einer Zwangspause führte) geprägt. Shaun Murphy behielt die Nerven und siegte mit 9:7.
Mark Williams zog gegen Mark Joyce mit 4:0 davon, ehe der Überraschungsmann des Turniers zum 4:4 ausglich. Trotzdem lief er stets einem Rückstand hinterher. Mit einer 143 spielte er das höchste Break der UK Championship und verkürzte auf 6:7. Dennoch endete die Märchenwoche für Mark Joyce, der sich in der Weltrangliste auf Platz 47 verbesserte. Mark Williams siegte ebenfalls mit 9:7.
Das Halbfinale der UK Championship 2010
Mark Allen und John Higgins spielten in der ersten Session auf Augenhöhe; mit Topwerten bei den langen Einsteigern (80 Prozent bei John Higgins) und über 90 Prozent Lochquote schenkten sich beide nichts. Erst in der Abendsession zog John Higgins mit Breaks von 68, 100 und 73 davon. Mark Allen hatte nichts mir entgegen zu setzen und musste sich mit 5:9 geschlagen geben.
Shaun Murphy und Mark Williams lieferten sich ein dramatisches Duell. Die Führung wechselte mehrfach. Mark Williams lag am Ende der ersten Session mit 5:3 vorne. Shaun Murphy zog am Abend mit Breaks von 81, 129, 107 und 73 auf 8:6 davon und sah wie der sichere Sieger aus. Doch Mark Williams kämpfte sich dank sicherer Einsteiger und kleinerer Breaks zurück. Den Entscheidungsframe entschied der Waliser mit einer 26er Clearance bis Pink.
Das Finale der UK Championship 2010
Mark Williams gegen John Higgins – dieses klassische Snooker-Duell, das zum 30. Mal ausgetragen wurde, entpuppte sich einmal mehr als großes Highlight. Mark Williams beherrschte die erste Session und führte mit 6:2. Auch am Abend nutzte er seine Chancen, führte zum Midsession Interval mit 8:4 und schien auf der Siegerstraße zu sein. Obwohl John Higgins mit einer 105 verkürzte, zog der Waliser auf 9:5 davon und benötigte nur noch einen Frame zum Sieg. Doch John Higgins kämpfte und arbeitete sich Frame um Frame heran. In Frame 17 legte Mark Williams eine 61 vor, woraufhin John Higgins schon Snooker benötigte. Mark Williams verschoss aber die nächste Rote, John Higgins holte sich die Foulpunkte und den Frame, kam auf 8:9 heran und glich danach tatsächlich zum 9:9 aus. Im Entscheidungsframe legte der Schotte ein 66-er Break vor und verschoss ausgerechnet den Frameball. Mark Williams lochte die verbliebenen vier Roten und versuchte, John Higgins mehrfach zu snookern. Schließlich lochte John Higgins Braun als langes Double und hatte damit das Match entschieden.
John Higgins gewann seinen 3. UK-Championship Titel, feierte den 18. Sieg im 19. Match nach seiner Sperre und ist wieder die Nummer 1 der Weltrangliste.
