Eine Hand voll vorsorgeberechtigter Männer treffen sich mitten in der Pampa, irgendwo auf dem Jakobsweg. Der pedantische Lehrer (Max Gertsch) möchte sich an einem Baum erhängen, wird dabei aber mal von der Heiligen Mutter Maria gestört, mal von einer Biene oder aber von seinen äußerst archetypischen Artgenossen. Dazu gehören der türkische Obst- und Gemüseverkaufer Haluk (Stefan Gossler), der gestresste Immobilien-Hai (Stephan Schill) welcher mal eben kurz den Jakobsweg an zwei Geschäftstermine hängen will bevor er zurück zu seinem "Mäuschen" eilt um dort seine Samen zu verteilen. Und dann ist da natürlich noch der "erst" 35-jährige Lebenskünstler (Alexander Wipprecht). Der hat vorzugsweise null Bock auf gar nichts außer auf Chillen und Spaß haben.Das sind vier Männer, die auf den ersten Blick nicht viel gemein haben, irgendwie aber doch archetypisch sind, so, wie sie sich voreinander aufplustern.

Männer, die sonderbaren Wesen

Mit idyllischem Geblöke tritt die in Schafskostümen gekleidete Band auf und sorgt damit gleich für den ersten Heiterkeitsausbruch. Während die vier sehr unterschiedlichen Männer zunächst noch fröhlich "Wir kennen keine Krise heißt unsere Devise. Der Mann ist ein Mann, also unfehlbar", singen entpuppen sie sich doch schnell auf höchst unerschiedliche Weise als echte Looser. Da fühlt sich der eine bald zu alt für seine Geliebte, dem "Mäuschen", der nächste wird permanent von seinem Schwager, dem Gemüseladenchef unterdrückt während ein anderer mit dem Erwachsenwerden nicht so richtig klar kommt. Dazwischen wird onaniert, gepupst und getrunken, was das Zeug hält. Ja, es geht deftig zu bei "Mann o Mann". Da müssen auch einmal anzügliche Bemerkungen wie "Ich halt 'ne Menge von der Frauenbewegung, nur rhythmisch muss sie sein" herhalten.

Witzig Lieder und schräge Typen

Dem Publikum gefällt es. Regisseurin Katja Wolff sorgt dafür, dass dem Affen kräftig Zucker gegeben wird. Sie arbeitet die Figuren so gekonnt heraus, dass vor allen Dingen das weibliche Publikum beschließt: Ja, die Typen kenn ich irgendwie alle während den Herren der Schöpfung auf humorvolle Weise der Spiegel vorgehalten wird. Die Songs sind natürlich auch hier, wie bei jedem Liederabend, die halbe Miete. Hier haben sich Tilmann von Blomberg, Bärbel Arenz und ihr Arrangeur Carsten Gerlitz für ihre Kontrafakturen neben Hits von Harry Belafonte, Cat Stevens und den Beach Boys auch deutsche Volkslieder vorgenommen. Dabei ist den vier Darstellern der Spaß an der Produktion deutlich anzusehen, ganz egal ob sie singen, tanzen oder Gags wie "Ich trinke nur, damit ich aufhöre zu rauchen" zum Besten geben.

Mann o Mann ist noch bis zum 26. August 2012 im St. Pauli Theater zu sehen.