Social Media: Richtlinien für Unternehmen

Kommunikation über Soziale Netzwerke bringt Vorteile und Gefahren

Social Media - jeder erhält und sendet Information - Pixelio/Stephanie Schläger
Social Media - jeder erhält und sendet Information - Pixelio/Stephanie Schläger
Ein aktiver Nutzer der Social Media ist zugleich User und Producer von Informationen, also ein Produser. Web 2.0. bringt für Unternehmen Gefahren, aber auch Vorteile.

Der Begriff Social Media beinhaltet die Platformen und Netzwerke, die soziale Interaktion im Internet ermöglichen. Die Internet-Nutzer tauschen Erfahrungen und Meinungen aus, und gleichzeitig bewerten sie diese. Blogs, Wikis, Foren gehören ebenfalls zu den Sozialen Medien. „Web 2.0“ bezeichnet diese interaktive Form des Internets, in dem die Benutzer aktiv Inhalt und Aussehen mitgestalten. Web 2.0 funktioniert nach dem klassischen Sender-Empfänger-Modell. Dabei richtet der Sender seine Aussage an Rezipienten aus. Gleichzeitig ist jeder Empfänger einer Botschaft ein Sender einer Aussage von sich. Aus User und Producer wird jeder zu einem sogenannten Produser. Mit Hilfe von Web 2.0 kann jeder Internet-Nutzer mit jedem kommunizieren.

Social Media und Web 2.0 gewinnen an Bedeutung im Alltag

Die neuen Kommunikationstechnologien haben sich rasch entwickelt und haben einen großen Einfluss auf die Gesellschaft. Nach dem deutschen Schriftsteller und Journalist Adriano Sack führt diese Entwicklung zu einem Überdenken unseres Lebens. Die Technik verändert sich schneller als die Menschen, und die müssen sich wiederum anpassen und mit dem Neuen leben.

Über das Internet geben Menschen ihre Gedanken preis. Sie machen ihre Meinung öffentlich und somit zugänglich für jeden. Was hier zu kurz kommt, ist meistens das Bewusstsein, dass die Reichweite und Wirkung nicht auf die digitale Welt beschränkt bleibt, sondern auch Konsequenzen im realen Leben haben kann.

Social Media fordert einen bewussten Umgang seitens ihrer Nutzer

Große Auswirkungen kann es auch für Unternehmen und ihre Mitarbeiter geben. Mitarbeiter von Firmen kommunizieren nicht nur als Privatperson, sondern auch als Teil eines Unternehmens. Unabhängig davon, ob der Mensch dies absichtlich oder nicht tut, wird er in der Öffentlichkeit als Repräsentant des Unternehmens gesehen. Die Kommunikation über die Social Media bringt somit Probleme mit sich.

Die Regeln für einen digitalen Austausch von Nutzern, sogenannte Social-Media-Guidelines, müssen deswegen klären, welche Inhalte die Mitarbeiter veröffentlichen dürfen und welche nicht. Auch müssen sie den Mitarbeitern verdeutlichen, dass die publizierten Botschaften für eine lange Zeit einer nicht klar definierten Öffentlichkeit zugänglich machen. So argumentieren jedenfalls Saim Alkan und Carsten Ulbricht in einem Aufsatz über Social-Media-Guidelines.

Social-Media-Nutzung während der Arbeitszeiten

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den die Social-Media-Guidelines regeln sollten, ist die Nutzung von Sozialen Medien während der Arbeitszeiten. Der Nutzen des Wissensaustausches über Soziale Medien steht im Gegensatz zu der dafür verwendeten Zeit und zu den daraus resultierenden möglichen Produktivitätsverlusten. Die Frage, die hier entsteht, ist, ob die Nutzung von Social Media während der Arbeitszeiten erlaubt oder überhaupt gewünscht ist und wenn ja, in welchem Umfang. Außerdem sollte beantwortet werden, was über die Sozialen Medien kommuniziert werden darf.

Verbot der Social Media am Arbeitsplatz

Unternehmen, die sich für ein striktes Verbot Sozialer Medien am Arbeitsplatz aussprechen, müssen dabei berücksichtigen, dass sie nicht nur Risiken meiden, sondern auch Chancen verpassen. Solche Unternehmen grenzen ihre Mitarbeiter von nütlzichen Informationen im Internet aus. Praktisch funktionieren solche Verbote nicht ganz, weil es auch Mitarbeiter gibt, die solche Regeln brechen. In einer Gesellschaft, die sich immer mehr zu einer Informations- und Kommunikationsgesellschaft entwickelt und in der Wissen und soziale Netzwerke zu wertvollem Unternehmenskapital werden, kann ein solches Verbot langfristig Wettbewerbsnachteile mit sich bringen. Ein Beispiel ist die Business-Platform Xing. Für einen Vertriebsmitabeiter unterstützt Xing die Generierung und Aufrechterhaltung von Kontakten. Ein Social-Media-Verbot würde für ihn diese Vertriebsmöglichkeit ausschließen.

Eingeschränkte Nutzung der Social Media am Arbeitsplatz

Wenn ein Unternehmen sich für die Nutzung Sozialer Medien seitens der Mitarbeiter entscheidet, sollte es dabei bedenken in welcher Form und in welchem Umfang diese Nutzung für ihn am sinnvollsten ist. Es ist wichtig zu bestimmen, ob eine zeitlich Nutzungsbeschränkung sinnvoll ist und welche Platformen genutzt werden dürfen. Darüber hinaus gibt es Unternehmensinformationen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, unabhängig von dem Medium über welches sie vermittelt werden. Die Möglichkeit, Meldungen in Realzeit und oft unreflektiert zu veröffentlichen, macht die Nutzung Sozialer Medien für Unternehmen gefährlich, vor allem wenn es sich um vertrauliche Informationen handelt. Die Regeln hierfür können sich nach Bestimmungen des Arbeitsrechts, sowie nach der konkreten Unternehmenskultur und Unternehmensart unterscheiden. Ein konservatives Unternehmen mit klaren Hierarchien wird strengere Regeln für seine Mitarbeiter einführen als ein Unternehmen mit einer offenen Unternehmenskultur. Ein offenes Unternehmen kann einen Nutzen von Twitter haben, wenn es einen ständigen Kontakt zwischen Kunden und Unternehmen wünscht.

Tabuthemen in Bezug auf Unternehmen in Social Media

Ein Unternehmen aus dem Versicherungs- und Finanzbereich, für welches Datenschutz der Kunden eine große Priorität hat, sollte mehr auf klare Regeln für den Umgang mit Social Media achten als ein Unternehmen aus der Medien- oder Kommunikationsbranche. Information bezüglich der Unternehmensstrategie, der finanziellen Lage der Firma, Kundendaten, Informationen über Zulieferer sind Themen, die oft aus unternehmerischer Sicht nicht von den Mitarbeitern selbst an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Ein Beispiel für unternehmensspezifische Regeln zeigt sich beim Fernsehsender BBC. Das britische Unternehmen verbietet seinen Mitarbeitern aus Bereichen der politischen Berichterstattung politisch orientierten Gruppen auf sozialen Platformen beizutreten oder politisch orientierte Äußerungen zu veröffentlichen. Unternehmensspezifische Verbote sollten jedoch immer auf Grund einer vorherigen Unternehmensanalyse erteilt werden.

Yana Bandarmalieva, Yana Bandarmalieva

Yana Bandarmalieva - Ich bin am Schwarzen Meer in Bulgarien aufgewachsen. Nach Deutschland bin ich wegen meines Studiums gekommen. Mittlerweile habe ich das ...

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