
- Blick von Södermalm auf die Altstadt - Tanja Hoff
Wenn Königsschloss, Nationalmuseum und die Schären abgeklappert sind, lohnt sich ein ausgedehnter Besuch auf Södermalm. Die Insel südlich von Gamla Stan – der Altstadt – gelegen war früher ein Arbeiterviertel. Heute tummeln sich hier die jungen, hippen Bohemiens friedlich Seite an Seite mit den Alteingesessenen in kleinen Parks, unzähligen netten Cafés, schrägen Secondhand-Boutiquen oder stylischen Läden.
Süße Träume bei Benny
Ideales Basislager für den Södermalm-Trip ist das Hotel Rival. Das schicke Design-Hotel aus dem Jahr 2003 liegt zentral aber idyllisch an einem kleinen Park mit Drachentöter-Brunnen. Für Abba-Fans ist die Übernachtung hier praktisch ein Muss – Hotel-Besitzer Benny Andersson steht zwar nicht selbst an der Rezeption, hat aber dafür gesorgt, dass in jedem Zimmer mindestens eine Abba-CD bereit liegt. Und weil zum Hotel auch ein Kino gehört, fand dort im Sommer 2008 auch die Premiere des Films Mamma Mia statt.
Kaufrausch-Alarm an jeder Ecke
Wer nicht im Hotel frühstücken mag, findet an jeder Ecke kleine Bäckereien und Espressobars, die zum Start in den Tag duftende Zimtkringel oder üppige Schokokugeln verkaufen. So gestärkt kann die Entdeckungsreise losgehen. "Shopaholics" werden schnell in einen wahren Kaufrausch kommen, denn hier reiht sich in fast jeder Straße Boutique an Galerie an Secondhand-Laden. Die üblichen Ketten gibt’s zwar auch, sie sind aber erfreulich zurückhaltend im Gesamtbild. Und viel spannender ist es doch, die noch nicht ganz so bekannten schwedischen Labels wie z.B. Twist&Tango (Götgatan) oder Nudie-Jeans (Skånegatan) kennen zu lernen. Mütter und Tanten freuen sich über die zahlreichen originellen Kinderläden, die ein erfrischend anderes und vor allem bezahlbares Sortiment an Kleidung und Spielzeug für die lieben Kleinen parat halten.
Kleine Stärkung zwischendurch
Sollte nach dem Shopping-Rausch akute Unterzuckerung herrschen, dann nichts wie ab in die Chokoladenfabriken (Nytorgatan). Hier ist nur das Ambiente cool. Die Pralinen, Törtchen, Desserts und Heiße Schokolade-Variationen sind allesamt sündige Kunstwerke, die am besten an Ort und Stelle vertilgt werden sollten. Unwahrscheinlich, dass die als Mitbringsel gekauften Pralinen überhaupt den Weg zurück ins Hotel überleben. Wer fika – Kaffee – und eher etwas Herzhaftes bevorzugt, ist bei Svart Kaffe (Södermanngatan) an der richtigen Adresse. Die Auswahl an Sandwiches ist beeindruckend.
Fürs Astrid Lindgren-Feeling
Etwas abseits am Westzipfel der Insel liegt das romantische kleine Café Lasse i Parken. Das alte Cottage samt verwildertem Garten erinnert stark an Lönneberga und Bullerbü. Von hier aus sind's nur wenige Schritte auf die kleine Insel Långholmen, die mit ihrem Sandstrand ein ideales und recht beliebtes städtisches Badeterrain ist.
Und abends?
Restaurants gibt’s hier für jeden Geschmack. Sehr nett ist beispielsweise das Bistro der Volksoper (Folkoperans Bar & Kök, Hornsgatan). Die leckeren Kleinigkeiten und das charmante Bohème-Interieur sorgen für gute Laune. Wer's spektakulärer liebt kehrt in 33 Metern Höhe im Gondolen (Stadsgården) ein und genießt neben den (nicht ganz preiswerten) Köstlichkeiten einen wirklich atemberaubenden Blick über die Stadt.
