
- Cover Somewhere In America von Cornerstone - Atom Records
Liest man sich den Promo-Zettel der Plattenfirma durch, dann wird bei der österreichischen Band "Cornerstone" mit Superlativen nicht gegeizt - "... destined for US Airplay" (dt.: "... für die US-Radiostationen prädestiniert") schrieb etwa das "Big Cheese Magazine", oder es wird ein Zitat von ex-"Iron Maiden"-Gitarristen Dennis Stratton angeführt, der sagte: "This band is very good and very, very tight." (dt.: "Diese Band ist sehr gut und sehr, sehr gut auf einander eingespielt."). Nun gut, denkt man sich, dann wird schon was dran sein, legt die CD in die Anlage und harrt der Dinge die sich da gleich abspielen werden...
Aalglatter Sound, eingängige Melodien, schöne Harmonien - "Somewhere In America" (2011)
Was als allererstes auffällt ist die wirklich glatter als ein zugefrorener Baggersee daherkommende Produktion ohne irgendeine Ecke oder gar Kante. Das kann man gut finden, man kann es auch lieber schmutzig haben - zur Musik der Österreicher passt es indes perfekt. Schließlich haben wir es hier mit AOR zu tun, also "Adult Oriented Rock" - zu Bands wie "Journey" würde schließlich auch keine rotzige Punk-Un-Produktion passen! Dazu kommen direkt im Opener "Stay", der insgesamt noch am schnellsten nach vorne geht, schöne Melodien, die man direkt mitsummen kann und gefällige Harmonien.
Rocker, Balladen und typische Pop-Songs - das bieten "Cornerstone" anno 2011
Zwar krachen die Gitarren nur ganz rudimentär so richtig fett aus den Boxen, nichtsdestotrotz ist das stets songdienliche Spiel von Gitarrist Steve Wachelhofer ein großer Pluspunkt der Band. Bei Rockern, wie dem erwähnten "Stay", dem ein wenig an U2 erinnernden "Rise And Shine" oder dem knackigen Song "Oblivious" gefallen die Österreicher am besten, da auch Patricia Hillinger hier ihre kraftvolle Stimme so richtig gut einzusetzen weiß. "Right Or Wrong" ist die obligatorische Ballade und geht ein klein wenig zu sehr in die "Pur"-Pop-Richtung... Dafür überzeugen Pop-Songs wie "Breathing For You", "Follow You, Follow Me" oder "Being Unaware" wieder voll und ganz.
Wie aus den 1980ern klingt es - und auch die Bandoptik stimmt
Was für ein Fazit kann man nun zu "Somewhere In America" der österreichischen Band "Cornerstone" ziehen? Insgesamt hat man es hier mit einem wirklich gutklassigen Album zu tun, das die Tugenden des 1980er-AOR - Melodik, perfekte Produktion und Eingängigkeit - wunderbar verinnerlicht hat - und dabei das 1980er-Konzept bis hin zu den Bandfotos konsequent durchzieht, die aussehen, als wären sie mit der Zeitmaschine aus jenem Jahrzehnt der komischen Frisuren, ebenso komischen Klamotten und teilweise richtig guter Musik hergebeamt worden. Musik, wie sie eben auch "Cornerstone" abliefern, auf ihrem Album "Somewhere In America"! Insgesamt also Daumen hoch für „Cornerstone“ und „Somewhere In America“!
Produktionsdaten und Tracklist "Somewhere In America" von "Cornerstone" (2011)
Produktionsdaten:
- Veröffentlichungsjahr: 2011
- Line-Up: Patricia Hillinger (Vocals), Michael Wachelhofer (Bass, Keyboards and Vocals), Steve Wachelhofer (Guitars and Vocals), Mike Pawlowitsch (Drums and Percussion)
- Songzahl: 10, Dauer: 38:22 Minuten
- Produzenten: Cornerstone
- Studio: Soundgrip Productions/Wien, The Soundlab/Pennsauken, New Jersey
- Fotos: Reinhard Müller/MRC, Christian Enzlmüller/The Cockpit
- Label: Atom Records
- Management: Rock'n'Growl
Tracklist:
- Stay
- Rise And Shine
- Breathing For You
- Right Or Wrong
- Like A Stranger
- Follow You, Follow Me
- Being Unaware
- Oblivious
- High And Low
- Strut
