
- Schimmelpony auf Weide - Sylvia K. Brehm
So wie bei den Menschen gibt es auch bei den Pferden immer mehr Allergiker. Eine der häufigsten Allergien, die beim Pferd auftreten, ist das Sommerekzem. Während früher hauptsächlich Islandpferde betroffen waren, spannt sich der Bogen heute über so ziemlich alle Rassen, wobei robust gehaltene Pferde weitaus stärker gefährdet sind. Die inzwischen fast schon übliche artgerechte Haltung, die ehemals vorzugsweise den ursprünglichen Ponyrassen, wie eben Isländern, vorbehalten war, ist eine Erklärung für die Ausweitung des Ekzems auf andere Rassen. Doch auch regional gibt es nur noch wenige klimatische Reizzonen, die „ekzemfrei“ sind, was wohl auf Umwelteinflüsse zurückzuführen ist. In nur relativ geringem Maße kommt das Ekzem an der Küste, in Lagen über 800 Metern und in trockenen, windreichen Gebieten vor. Feuchte Niederungen, in denen Stechmücken einen idealen Lebensraum finden, begünstigen den Ausbruch der Erkrankung.
Was ist das Sommerekzem?
Das Sommerekzem wird auch Sommerräude genannt, dies ist aber ein falscher und irreführender Begriff, denn im Gegensatz zu den durch Milben verursachten Räudeerkrankungen, ist das Ekzem eine nicht ansteckende, meist durch Insektenstiche ausgelöste endogene Eiweißallergie. Begünstig wird es durch allgemeine Umwelteinflüsse und falsche Ernährung (Eiweißüberfütterung und/oder Mineralstoffmangel). Als Hauptauslöser gelten unter anderem die Kriebelmücken und Gnitzen. Sie injizieren mit ihrem Stich einen Eiweißstoff, auf den ein anfälliges Pferd entsprechend reagiert. Hierbei spielt die Stärke des Mückenbefalls eine untergeordnete Rolle, denn es handelt sich um eine allergische Reaktion, die schon durch wenige Stiche ausgelöst werden kann.
Symptome
Es entstehen mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und Pusteln, vorwiegend im Bereich des Mähnenkamms, an Widerrist, Kruppe, Schweifrübe und Bauchnaht, die mit quälendem Juckreiz einhergehen. Dieser Juckreiz veranlasst das Pferd, sich zu scheuern, die Haut wird wund, die Bläschen platzen auf. Verkrustungen, blutende und eiternde Wunden, die zu Infektionen führen können, sind die Folge. Häufig schwillt das Gewebe vor allem im Bereich des Mähnenkamms an, es entstehen wulstige Hautfalten, in die keine Luft dringt, wodurch auch wieder nässende und eiternde Stellen entstehen können.
Am besten ist vorbeugen
Ekzemgefährdete Pferde bedürfen einer besonderen Betreuung und Aufmerksamkeit ihrer Besitzer. Ob vorbeugende Maßnahmen oder Behandlung bereits eingetretener Erkrankung, der Möglichkeiten gibt es viele. Dies reicht von den Ekzemerdecken, über Ergänzungsfuttermittel bis hin zu homöopathischen Lotions, Salben, Repellents und Eigenblutbehandlungen. Auch Hausmittel wie vorbeugende Fütterung mit Knoblauch oder Schwarzkümmelöl, Einreibungen mit Zink- oder Ringelblumensalbe, sowie Waschungen mit einem Aufguss aus Birkenrinde oder Taubnesselblüten, können einen Versuch wert sein. Manchmal hilft sogar schon eine Futterumstellung.
In sehr schweren Fällen kann die Verabreichung eines Antihistaminikums oder eine Cortisonbehandlung in Betracht gezogen werden. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Spezifische Immuntherapie (SIT). Hierbei werden dem Pferd über einen bestimmten Zeitraum in ansteigender Form Allergenkonzentrationen injiziert, wodurch sich eine Resistenz gegen die Insekten entwickeln kann. Voraussetzung für eine SIT ist eine exakte Diagnose, hinsichtlich des Auslösers der Symptome.
