
- Rituale und Bräuche zu Mittsommer - Marco Wuschke / pixelio.de
Die Sommersonnenwende, welche üblicherweise am 21. Juni gefeiert wird, war bereits bei den Kelten eines der vier grossen Feste zu Ehren der Sonne. Unter dem Namen Alban Hevin (Alban Heruin) oder Litha wurde der Tag, an dem die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis steht, mit zahlreichen Ritualen angegangen. Ihr Gegenstück ist die Wintersonnenwende. Als weitere wichtige Feste des keltischen Kalenders gelten die Frühlings- und die Herbsttagundnachtgleiche sowie vier weitere Feste, in denen Sonne und Mond gehuldigt wurde. Am 24. Juni findet der vom Mittsommerfest abgeleitete und christianisierte Johannistag statt.
Der längste Tag und die kürzeste Nacht
Noch heute wird Mittsommer insbesondere in den skandinavischen Ländern gefeiert. Dies ist das Datum des längsten Tages und der kürzesten Nacht. Fortan werden die Sonnenstunden bereits wieder kürzer werden. Doch nicht nur im Norden, auch hierzulande wird immer wie mehr der alten Bedeutung der Sommersonnenwende gedacht. Viele besinnen sich auf die alten Riten, Mythen und Legenden zurück, welche mit dem astronomischen Beginn des Sommers einhergehen und versuchen etwas ihrer Magie in unsere Zeit zu übernehmen.
Das Fest der Sommersonnenwende
Rund zwölf Tage dauerten die Festlichkeiten zur Sonnenwende bei den Kelten. Nach altem Glauben war dies der Zeitpunkt, an dem sich die Grosse Göttin (oder die Sonnengöttin) vermählte und somit den Übergang von der Zeit des Blühens, Heranwachsens und Gedeihens, in die der Reife und Ernte, aber auch der Freude und Fruchtbarkeit, einläutete. Wie auch zur Wintersonnenwende, gilt Mittsommer, als eine Zeit, in der die Naht zwischen der Welt der Menschen und derer der Naturgeister nur noch durch einen schwachen Schleier getrennt werden. Es heisst in diesen Tagen, seien Feen und Elfen am einfachsten zu beobachten. Um weniger wohlgesinnte Geister Milde zu stimmen, wurden ihnen Milch und Honig bereitgestellt. Nach den Sonnenwendfeierlichkeiten beginnt allerdings bereits der Weg in die Dunkelheit des Winters und die Tage werden wieder kürzer.
Feuerrituale zur Sommersonnenwende
Der wohl bekannteste, aus heindnischer Tradition überlieferte Brauch, ist das Anzünden von Mittsommer-Feuern. Diese werden seit jeher bevorzugt an magischen Orten entfacht. Heutzutage sind Sonnenwendfeuer besonders bei Ruinen, abgelegenen Stellen in der Natur oder auf Hügeln eindrucksvoll. Auf einen Hügel musste auch, wer ein Sonnenrad (brennende Räder), hinunterrollen wollte. Da die Sonnenwendfeier, ein Fest der Fröhlichkeit ist, wurde bereits zu Zeiten der Kelten viel getanzt und noch heute kann ums Feuer getanzt werden. Ein weiterer, schöner Brauch ist der Sprung über das Feuer, welcher Reinigend wirken sollte. Einem Pärchen, welches gemeinsam über das Feuer springt, soll laut manchen Überlieferungen, eine lange und glückliche Liebe zuteil werden.
Mythen und Rituale zur Sommersonnenwende
Doch nicht nur Feuerriten stehen für Mittsommer. Das Sonnenfest ist auch der Zeitpunkt, an dem ausgelassen getanzt wurde und allerlei Kräuter zum Einsatz kamen. Als typische Sonnenwendkräuter gelten etwa Johanniskraut, Beifuss und Eisenkraut. Bei rituellen Tänzen wurde die Verbindung zum Ursprünglichen durch die Nacktheit der Tänzer symbolisiert. Der Anbetracht dessen, dass es sich auch um ein Fruchtbarkeitsfest handelt, lässt aber weitere Gründe vermuten. Durch das Tanzen wurde dazumal eine höhere Bewusstseinsebene angestrebt, um so mit den Göttern und Naturgeistern in Verbindung zu treten. Weiteren Überlieferungen zu folge, konnte man in der Mittsommernacht ins Reich der Feen gebracht werden, wenn man aus Versehen auf Johanniskraut trat. Auch in einen Kreis aus Steinen, Pilzen oder Bäumen soll die Grenze zur Geisterwelt nur sehr dünn sein.
Bild 1: Marco Wuschke / pixelio.de
Bild 2: Maria Lanznaster / pixelio.de
Quellen und Weiterführende Informationen:
- Altes und neues Wissen zum Jahreskreis: Sommersonnenwende - Alban Hevin (keltisch) - Johannis - Mittsommer
- Energievoll: Sommersonnenwende, Litha, Mittsommer
- Artedea: Das Fest der Litha
