Sommerzeit - wann werden die Uhren umgestellt?

Eine Stunde vor, oder eine Stunde zurück?

Im März & Oktober werden die Uhren umgestellt - Ströbel Angelina - PIXELIO
Im März & Oktober werden die Uhren umgestellt - Ströbel Angelina - PIXELIO
Jedes Jahr dieselbe Frage: Wann werden die Uhren umgestellt? Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der Sommerzeit.

Immer am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit und endet am letzten Sonntag im Oktober. In der Sommerzeit werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Im Jahr 2010 gilt die Sommerzeit in Deutschland von 28. März ab 2 Uhr, bis zum 31. Oktober um 3 Uhr, das ist genau eine Woche länger als im Jahr 2009.

Verschiedene Bezeichnungen für die Sommerzeit: MESZ oder CEST

Die Normalzeit ist die Winterzeit, auch „Standard Time“ genannt. Die Sommerzeit trägt auch den internationalen Namen „Daylight Saving Time“. Der Tag an dem die Uhren umgestellt werden, wird als „Umschalttag“ bezeichnet. In der mitteleuropäischen Zeitzone wird die Normalzeit als MEZ bezeichnet und die Sommerzeit als MESZ oder auch CEST (Central European Summer Time)

Die Einführung der Sommerzeit hat eine lange Geschichte

Die Idee, eine Sommerzeit einzuführen wurde erstmals 1784 eher scherzhaft von Benjamin Franklin erwähnt und zwar in einem Brief an den Herausgeber einer Pariser Zeitschrift. Die Überschrift des Briefes lautete: „Über die Kosten des Lichts.“ In diesem Brief kritisierte Franklin den hohen Verbrauch an Kerzen. Es ist allerdings nicht ganz klar, ob sein Anliegen ernsthafter Natur war.

Über eine ernsthafte Einführung der Sommerzeit wurde im Jahre 1907 von dem Briten William Willet nachgedacht, allerdings konnte er die britische Regierung nicht davon überzeugen.

Die Umstellung auf die Sommerzeit feiert im Jahr 2010 ihr 30 jähriges Jubiläum

Erstmals eingeführt wurde die Sommerzeit im Jahre 1916 im Deutschen Kaiserreich und in Österreich-Ungarn und etwas später, aber noch im selben Jahr in Irland. Allerdings endete dieser Versuch bereits nach drei Jahren wieder.

Während des zweiten Weltkrieges gab es dann wieder eine Sommerzeit in Deutschland, die jedoch auch nur von kurzer Dauer war. In den Jahren 1950 – 1980 wurden die Uhren nicht umgestellt.

Im Jahr 1975 haben die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft die Einführung der Sommerzeit in Erwägung gezogen. 1978 wurde die Einführung der Sommerzeit in Deutschland beschlossen, allerdings gab es ein Problem: 1978 war Deutschland noch geteilt und es gab Schwierigkeiten wegen der Fahrpläne für die Reichsbahn und beide Staaten mussten sich einheitlich für die Einführung der Sommerzeit entscheiden. Schließlich wurde die Sommerzeit in Deutschland einheitlich am 6.April im Jahre 1980 eingeführt.

Von 1980 - 1994 begann die Sommerzeit in Deutschland jeweils am letzen Sonntag im März und endete am letzten Sonntag im September. Nach der Vereinheitlichung der Sommerzeit in der gesamten Europäischen Union im Jahre 1994 gilt die heutige Regelung.

Warum wurde die Sommerzeit eingeführt?

Der Hauptgrund für die Einführung der Sommerzeit bestand darin, dass das Tageslicht besser genutzt werden sollte. Eine Nachwirkung der Ölkrise im Jahre 1973 um Energie zu sparen. Allerdings ist dieser Grund umstritten, Kritiker behaupten, dass der Energieverbrauch von elektrischem Licht nur von Abends auf Morgens damit verschoben wurde.

Sara Straub, Sara Straub

Sara Straub - Ich habe Sprachwissenschaften, Kunst & Medienwissenschaften und Literaturwissenschaften an der Universität Konstanz studiert und habe ...

rss