Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, so wird man den Knurrhahn nicht krähen hören. Er zählt nämlich nicht zum Gefügel, sondern zu den schmackhaften Meeresfischen. Das Tier mit dem breiten, froschähnlichen Kopf und den langen Bruststacheln hat seinen Namen von dem knurrenden Geräusch erhalten, das es erzeugt. Im Reich der Tiere gibt es noch eine Vielzahl von Namen, hinter denen ein ganz anderes Tier steckt, als man vermutet.

Die Meerkatzen leben weder im Meer, noch sind sie Katzen, sondern Affen in Westafrika. Das Wort Meerkatze ist vermutlich eine Verballhornung aus zwei Quellen: Im 16. Jahrhundert wurden sie "übers Meer" nach Europa gebracht, und das indische Wort für Affe ist "markata". Da ist es wirklich nicht mehr weit zum Lautmalerischen, wenn auch völlig irreführenden Wort Meerkatze.

Auch die kleinen Meerschweinchen gehören nicht zu der Familie der Hausschweine, und mit dem Meer haben sie ebenfalls nichts zu tun. Vielmehr ist es hier wie mit den Meerkatzen. Auch sie kamen (von Südamerika) "über das Meer" nach Europa. Im Übrigen sind sie Nagetiere und werden in vielen Rassen gezüchtet, um als Käfigtiere und in der Medizin- und Biologieforschung nützlich zu sein.

Fledermäuse gehören nicht zu den Mäusen

Die Ohrwürmer sind keine Würmer. Das kleine Insekt mit den kurzen Flügeln und der harmlosen Zange am Hinterende lebt von Obst und Blüten und kümmert sich recht wenig um den Menschen. Es ist völlig ungefährlich und kriecht auch nicht in menschliche Ohren. Diese Eigenschaft wurde ihm lediglich angedichtet. Auch Glühwürmchen sind keine Würmer. Vielmehr handelt es sich dabei um kleine leuchtende Käfer, die man in den Dämmerstunden der Sommermonate an Wald- und Wegrändern leuchten sehen kann.

Die Fledermäuse, bei deren Anblick sich viele Menschen gruseln, tragen ihren Namen ebenfalls zu Unrecht. Die fliegenden Säugetiere mit der Flughaut zwischen den verlängerten Fingern und den Hintergliedmaßen gehören nicht zu den Mäusen. Sie sind eine Unterordnung der Fledertiere. In der Dämmerung und bei Nacht werden sie munter. Dasselbe gilt auch für die Spitzmäuse. Die Tiere mit ihren rüsselförmigen Schnauzen und dem weichen kurzen Fell sind den Mäusen zwar äußerlich ähnlich, stehen aber sonst in keiner Beziehung zu ihnen. Sie sind nahe Verwandte von Igel und Maulwurf.

Seewölfe sind sehr gefräßige Schleimfische

Das Seepferdchen hat zwar einen pferdeähnlichen Kopf, ist aber in Wirklichkeit ein Knochenfisch. Der See-Elefant hat keinen Rüssel und ist auch sonst kein Dickhäuter. Die Seekuh zählt zu den walähnlichen Säugetieren. Sie lebt in tropischen Meeren und in den Mündungen großer Flüsse. Sehr geschickte Taucher und Schwimmer sind die Seelöwen. Wegen ihrer deutlichen äußeren Ohrmuscheln nennt man sie auch Ohrenrobben. Der Seebär gehört ebenfalls zur Familie der Ohrenrobben.

Seehunde leben gesellig an den Küsten der kälteren Meere und haben sich gut dem Leben im Wasser angepasst. Der Seeotter bewohnt das offene Meer und ist ein langer Marder. In der westlichen Ostsee und im nördlichen Atlantik lebt der Seewolf. Er ist ein sehr gefräßiger und gefährlicher Schleimfisch, aber kein Verandter jenes Tieres, das die sieben Geißlein fraß.

Quelle: Eckart Pott: "Das große Ravensburger Tierlexikon von A-Z", Ravensburger Buchverlag 2011, ISBN 3-4735-5074-4