Vielleicht liegt es an der Abgeschiedenheit zum Rest der Welt, aber die Australier galten ja schon immer als leicht sonderbares Volk. Dieser Ruf wird von der australischen Sportart "Zwergenwerfen", auch "Zwergenweitwurf" genannt, noch unterstrichen. Bei diesem Sport geht es, wie der Name erahnen lässt, darum, einen Zwerg so weit wie möglich zu werfen. Mit Zwerg ist allerdings kein Gartenzwerg gemeint, wie man im ersten Moment annehmen würde, sondern ein kleinwüchsiger Mensch.
Woher kommt die Sportart?
Ursprünglich wurde das Zwergenwerfen nur von Schaustellergruppen auf umherziehenden Jahrmärkten praktiziert. Die Australier schienen Gefallen an dem, was sie auf diesen Jahrmärkten sahen, zu finden, ahmten es nach und schon war eine neue Sportart geboren. Seit den Achtzigern existiert diese Sportart in Australien und inzwischen gibt es sogar Wettkämpfe und Meisterschaften um den besten Zwergenwerfer. Heutzutage wird Zwergenwerfen vor allem in Bars, Stripteaselokalen oder Clubs gespielt.
Wie funktioniert dieser Sport genau?
Das Ziel des Spiels ist naheliegend: Die Kleinwüchsigen sollen so weit wie möglich geworfen werden. Der, der seinen "Zwerg" am weitesten geworfen hat, ist der Gewinner. Besondere Regeln, auf die man dabei achten sollte, gibt es nicht. Hauptsache der Geworfene fliegt so weit wie möglich. Die Kleinwüchsigen tragen natürlich eine spezielle Schutzkleidung und werden auf gepolsterte Matten geworfen, um Verletzungen vorzubeugen. Der derzeitige Weltrekord liegt bei 3,88 Meter.
Berufszweig "Wurfzwerg"
Viele fragen sich wahrscheinlich, warum die "Opfer" dieser Sportart, nämlich die kleinwüchsigen Menschen, so etwas mit sich machen lassen und dieser Sport nicht schon längst überall verboten worden ist. Die Antwort ist einfach: Geld. Tatsächlich hat sich aus dem Sport inzwischen ein ganzer Berufszweig entwickelt und die "Wurfzwerge" verdienen mit ihrer Arbeit durchaus nicht wenig. Deshalb gefällt es manchen von ihnen auch gar nicht, dass verschiedene Menschenrechtsorganisationen weltweit sich gegen diesen sonderbaren Sport einsetzen und versuchen dessen Verbot durchzusetzen.
In Kanada und Flordia ist dies auch bereits geschehen und wer nicht für ein halbes Jahr ins Gefängnis oder eine deftige Geldstrafe zahlen will, der lässt das Werfen von kleinwüchsigen Menschen lieber. David Flood, selbst kleinwüchsig, passt dieses Verbot überhaupt nicht und so hat er in Florida Klage eingereicht. Seiner Meinung nach sei nicht das Zwergenwerfen, sondern dessen Verbot diskriminierend. Das Werfen von kleinwüchsigen Menschen sei alles andere als entwürdigend und es bestände auch so gut wie keine Verletzungsgefahr. Viel entwürdigender sei es, den Kleinwüchsigen diese Einnahmequelle zu nehmen.
Auch in Frankreich, wo der Sport schon seit 1995 verboten ist, gab es Kritik gegen das Verbot. Manuel Wackenheim, ebenfalls kleinwüchsig, beschwerte sich 1999 beim Menschenrechtskomitee der UNO darüber. Dadurch würde er nämlich seine Haupteinnahmsquelle verlieren.
