
- K. C. McKanzie in concert - Christa Kaddar
Die Songs wirken graziös wie die Liedermacherin selbst. Sie begleitet sich auf der Gitarre oder dem Banjo, und in Joe Budinsky – Budi genannt – hat sie offenbar den Partner auf der Bühne, der ihr nicht nur musikalisch entspricht. Er ist auch das perfekte Gegenstück zu ihrer Art von Humor, mit dem sie ihre Bühnenshow – immer in der richtigen Dosis – würzt. Mit ihrem Budi verfügt die Sängerin aus Berlin über ein Multi-Talent, das eine ganze Band ersetzt. Er spielt nicht nur Kontrabass oder Banjo, er bringt auch schon mal Rhythmus mit einem Backstein und einem Hammer oder mit Fuß- und Mundinstrumenten.
Das Duo steht oft auf Kleinkunstbühnen, und so waren sie auch gern zu Gast im kleinen Fachwerksalon in Eltville-Martinsthal, wo der Blues-Sänger und Songwriter Biber Herrmann seinen eigenen „Acoustic Salon“ hat. "Biber und ich sind so etwas wie musikalische Geschwister“, sagte K. C. McKanzie, auf der Bühne. „Unsere Musik wird von den gleichen Leuten gemocht oder nicht gemocht.“ Zuvor hatte der "musikalische Bruder“ mit einigen Stücken das Programm eröffnet. Vor ein paar Jahren hat er K.C. McKanzie kennengelernt und nun die Gelegenheit wahrgenommen, sie in seinen Acoustic Salon bei der Salongesellschaft einzuladen.
K. C. McKanzie bringt bittersüße Old-Time-Romantik und und zeitgemäße erdige Rhythmen auf die Bühne
Salonière Christiane Nägler freute sich, dass Biber Herrmann mit K. C. McKanzie wieder eine hochkarätige Sängerin und Songwriterin in den Salon gebracht hat. „Fröhliche Melancholie, intensive Leichtigkeit – scheinbar unvereinbare Gegensätze – verbindet K. C. McKanzie in ihrer Musik. Bittersüße Old-Time-Romantik paart sich mit einem zeitgemäßen Gefühl für erdige Rhythmen“, lobte Christiane Nägler.
K.C. McKanzies Balladen handeln von großen und kleinen Sorgen, von Liebe und Verlassenheit. In „Pretty Horse” erzählt sie beispielsweise von Einsamkeit und Stärke in der Beziehung: „Rode a thousand miles and more, walked into my shed, said : Girl, I came that long way down to show you things you won't forget.” Ihre Texte sind zugleich gefühlvoll und distanziert, mit einem Hauch Traurigkeit, jedoch ohne Selbstmitleid, mit einer Prise Ironie und Mystik. In „Holy Branches“ singt sie: „Soon I´ll ride away from here, my sky´ll be blue and clear, and I´ll find the one I couldn´t forget through the trouble I had.”
Mit 17 zog sie in die Hauptstadt und lebt seitdem im Stadtteil Friedrichshain. Ihr Bühnenname entstand aus dem Spitznamen K. C., dem sie noch ein McKanzie anfügte. Viele halten die Sängerin für eine Britin, die zufällig in Deutschland wohnt. Auch ihr musikalischer Partner hat einen anderen bürgerlichen Namen: Christoph Butenop. Er stammt aus Kiel, und er lebt seit fünfzehn Jahren in Berlin. Sein Spitzname war immer Budi. Daraus entstand der Bühnennahme Joe Budinsky, doch eigentlich hört er nur auf Budi.
Die neue CD von K. C. McKanzie trägt den Titel "DryLand"
Nach der Pause setzten K. C. McKanzie und Budi das Konzert in der gleichen angenehmen Atmosphäre fort, die sich von Anfang an im Salon ausgebreitet hatte. Sie stellte den Titelsong ihrer vierten und neusten CD „DryLand“ vor, die es auch als gute, alte LP im Handel gibt. Das Titellied und weitere Songs der neuen CD, wie „The Preacher’s wife“, „Machine Gun Fire“ oder „The Shabby Bride“, die sie an diesem Abend vorstellte, sind prägnante Beispiele ihres individuellen Stils – einem Zusammenspiel aus emotionalen Texten und melodisch-harmonischer Musik, das vom begeisterten Publikum mit viel Beifall aufgenommen wurde. Auch K. C. McKanzie machte dem Publikum Komplimente und zeigte sich angetan von der guten Atmosphäre im Salon.
