
- Der Blick vom Getty Center ist atemberaubend - Katharina Hamberger
Der erste Eindruck dieser Stadt überfordert einen fast, denn alles ist hier einfach nur groß. Die Autos fahren auf mehrspurigen Straßen, über den glänzenden Hochhäusern von Downtown liegt der Smog, an jeder Straßenecke wachsen Palmen und bunte Blumen und über den Stränden strahlt die Sonne. Wer noch nie hier war, kommt schnell zu dem Fazit: Anders ist es hier. Aber eben schön, manchmal überfordernd, aber immer beeindruckend. Die Rede ist von Los Angeles. Gegründet 1781, über vier Millionen Einwohner und ungefähr 300 Sonnentage im Jahr.
Wo die Stars wohnen und einkaufen
Los Angeles ist die Filmhauptstadt. Hier wohnen und arbeiten berühmte Schauspieler und Regisseure. Für Touristen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Stars persönlich zu begegnen. Um die Häuser der Schönen und Reichen aus nächster Nähe zu sehen, ist eine der sogenannten „Star Maps“ hilfreich. Straßenverkäufer am Hollywood Boulevard oder im Stadtteil Beverly Hills verkaufen solche an die Touristen.
In Beverly Hills liegt auch der Rodeo Drive, die wohl bekannteste Einkaufsstraße in Los Angeles. Wohl aber auch die teuerste. Wunderschöne, meist weiße Gebäude, die an die Prachtbauten alter europäischer Städte erinnern, erheben sich links und rechts entlang der palmengesäumten Straße. Hier kauft die Prominenz bei den bekanntesten Designern ein. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass aus einer der zahlreichen Limousinen oder den teuren Sportwagen, die die Straße entlang fahren, eine berühmte Persönlichkeit aussteigt.
Eine weitere Möglichkeit, ein Autogramm eines echten Hollywood Stars zu ergattern, ergibt sich dort, wo Touristen eher selten hinfinden: In Westwood. Der Stadtteil grenzt an Beverly Hills an und ist Wohnort vieler Studenten der UCLA (University of California Los Angeles). Hier befindet sich das Fox Village Theater. Weithin sichtbar ist dieses Kino mit nur einem Saal durch einen hohen Turm, auf dem in großen Buchstaben aus bunten Neon-Röhren der Name des Kinos zu lesen ist. Fast alle zwei Wochen findet hier die Premiere eines Films statt. Dafür wird dann eine ganze Straße vor dem Kino gesperrt und der rote Teppich ausgerollt. Wer dann rechtzeitig vor Ort ist, sieht Stars wie Will Smith oder Meg Ryan aus nächster Nähe.
Hollywood
Los Angeles kann niemand verlassen, ohne einmal auf dem berühmten Hollywood Boulevard gewesen zu sein. Hier liegen die Stars im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße. In Sternen mit Goldrand sind die Namen vieler berühmter Persönlichkeiten. An der belebten Straße befinden sich neben unzähligen Souvenir- und Tattooläden auch zwei berühmte Kinos: Das eine ist das Grauman’s Chinese Theater, auf dessen Vorplatz Prominente wie Tom Hanks, Hildegard Knef oder auch die ganze Crew von „Harry Potter“ ihre Hand- und Fußabdrücke in Zement hinterlassen haben.
Gleich nebenan ist das Kodak Theater, das einmal jährlich im Frühling zum Zentrum der Filmwelt wird, nämlich dann, wenn dort die Oscars verliehen werden. Während des restlichen Jahres können Besucher sich das Kino bei einer Führung ansehen. Am Abend wird der Hollywood Boulevard dann zur Partymeile. In Gebäuden, die tagsüber grau und hässlich wirken, sind in der Nacht angesagte Clubs. Die sind allerdings meist nicht billig, besonders für männliche Gäste, die im Gegensatz zu den Frauen, oft viel Eintritt bezahlen.
Strände, Sonne, Surfer
L.A. hat allerdings auch abseits des Starrummels einiges zu bieten: Die Strände zu Beispiel. Der berühmteste ist wohl Santa Monica. Direkt am Ocean Drive liegt der weite Sandstrand, an dem auch schon „Baywatch“ gedreht wurde. Besonders sehenswert, aber auch nicht zu übersehen, ist hier der Pier. Er ist nicht nur ein einfacher Steg, sondern ein kleiner Vergnügungspark, inklusive Riesenrad, ist dort das ganze Jahr lang aufgebaut. An kleinen Ständen findet man kuriose Mitbringsel und man kann zusehen, wie Surfer die Wellen bezwingen.
Es lohnt sich, an einem der Läden am Strand ein Fahrrad für eine Beachtour auszuleihen. Der Fahrradweg verläuft direkt durch den Sand und führt am Hippiestrand Venice-Beach vorbei, über Manhattan Beach bis hin zum Redondo Beach. Auf der Strecke gibt es jede Menge kreativer Strandhäuschen, aber auch Stellen, die menschenleer sind und dazu einladen, sich einfach mal ans Wasser in den warmen Sand zu setzen und dem Rauschen des Meeres zuzuhören.
Stadt mit Ausblick
Vom Meer in die Berge: An einigen Orten in den Hügeln von L.A. hat man einen gigantischen Ausblick über die Stadt. Einer davon ist das Getty Center – ein Kunstzentrum mit beeindruckenden Ausstellungen. Das Center erreicht man über eine kleine Bahn, die die Besucher den Berg hinaufzieht. Auch für weniger Kunstinteressierte lohnt es sich, denn oben erwartet einen nicht nur der Ausblick, sondern zudem wunderschöne Gärten.
Auch zum Observatorium geht es hoch hinauf. Durch den Griffith Park unweit des Hollywood Boulevards führt ein Fußweg nach oben. Er dauert zirka eine Stunde und bietet, sobald man den bewaldeten Teil verlassen hat, immer wieder schöne Ausblicke über Los Angeles. Während des Tages kann man auch bequem mit dem Auto zum Observatorium fahren. Oben angelangt, hat man einen atemberaubenden Rundumblick über die Stadt: Auf der einen Seite, die Hollywood Hills mit den berühmten Buchstaben, „HOLLYWOOD“, auf der anderen Seite die Millionenstadt mit ihren unterschiedlichen Bauten. Das Observatorium selbst, das schon Kulisse vieler Filme war, ist eine Sternwarte, in deren Inneren die Besucher die Geschichte der Astronomie und eine echte Camera Obscura, ein Vorgänger des heutigen Fotoapparats, erleben können.
Los Angeles ist eine Großstadt, deren zahlreiche Möglichkeiten man nicht an einem Tag ausschöpfen kann. In jedem Winkel der Stadt gibt es neues zu entdecken und zu erleben. Die Metropole ist zudem der ideale Ausgangspunkt, wenn man Kalifornien und die angrenzenden Bundesstaaten kennen lernen will. Denn in nicht mehr als einem Tagesausflug lassen sich andere großen Städten wie San Francisco, San Diego oder Las Vegas erreichen.
