Sonnenschutz: Ideen aus der Tierwelt

Nilpferd im Zoo mit roter Hautfärbung am Kopf - ©baerusa, pixelio.de
Nilpferd im Zoo mit roter Hautfärbung am Kopf - ©baerusa, pixelio.de
Menschen und Tiere lieben es, sich in der Sonne zu räkeln. Aber auch Tiere können einen Sonnenbrand bekommen! Einige haben Schutzmechanismen entwickelt.

Laut der ÄrzteZeitung sind selbst Tiere, die ein Fell besitzen, betroffen. Vor allem weißhaarige Tiere, Tiere mit weißen Stellen im Fell oder besonders kurzem und dünnem Fell sind gefährdet. Häufig tritt der Sonnenbrand an Stellen auf, die nur wenig oder gar nicht mit Fell bedeckt sind, etwa auf dem Nasenrücken, an den Ohrrändern oder um die Augen herum. Doch einige Tiere haben im Verlauf der Evolution effektive Schutzmaßnahmen gegen einen Sonnenbrand entwickelt. So zum Beispiel Nilpferde und Korallen.

Schwitzen Nilpferde Blut?

Flusspferde, auch Nilpferd oder Großflusspferd genannt, sind große, pflanzenfressende Säugetiere. Sie leben in Gruppen von zehn bis 15 Tieren. Ihr Lebensraum befindet sich in Gewässernähe im mittleren und südlichen Afrika. Obwohl Flusspferde gut an das Leben im Wasser angepasst sind, sind sie ziemlich schlechte Schwimmer. Sie laufen quasi auf dem Gewässergrund.

Die Haut der Flusspferde ist etwa fünf Zentimeter dick. Sie wirkt wie eine Isolierschicht und dient sowohl im Wasser als auch an Land dem Temperaturausgleich. An Land trocknen die Dickhäuter - unter der starken afrikanischen Sonne - jedoch rasch aus. Um sich vor einem Sonnenbrand zu schützen, produzieren Flusspferde ihre eigene Sonnencreme mit eingebautem antibiotischem Effekt. Dazu scheiden sie über Hautdrüsen ein schweißähnliches Sekret als Sonnenschutz und zur Abwehr vor Erregern aus. Die zunächst farblose Flüssigkeit verfärbt sich kurze Zeit später rötlich-braun. Manche Flusspferde sehen dann richtig rosig aus – was allerdings kein Blut ist, wie man leicht vermuten könnte.

Nilpferd-Schweiß schütz vor Sonnenbrand und krankmachenden Erregern

Chemiker der Keio-Universität in Yokohama konnten aus dem Nilpferd-Sekret zwei Pigmente isolieren, die für die ungewöhnliche Farbreaktion verantwortlich sind: Den roten Farbstoff nannten sie Hipposudorische Säure (Hippo = Nilpferd, Sudor = Schweiß), den orangen Norhipposudorische Säure. Beide können ultraviolette Strahlung effektiv abschirmen. Das rote Pigment hat zudem antibiotische Eigenschaften, wodurch das Wachstum von Krankheitserregern auf der Nilpferdhaut gehemmt wird.

Als Sonnenschutz für die menschliche Haut wird sich antiseptische orange-rote Nilpferd-Sonnencreme wohl allerdings nicht durchsetzen können. Denn isoliert sind die beiden Farbstoffe sehr instabil und zerfallen in kurzer Zeit. Allein auf der Haut der Nilpferde bleibt ihre Färbung eine Zeit lang stabil – warum ist noch nicht klar.

Korallen produzieren einen natürlichen Sonnenschutz

Steinkorallen sind Tiere, die zu einem Großteil an der Entstehung der Korallenriffe beteiligt sind. Die auf dem Untergrund festgewachsenen Tiere haben die Fähigkeit, an ihrer Basis Kalk abzuscheiden, wodurch Riffe und im Laufe der Jahrtausende gewaltige Riffstrukturen entstehen. Korallenriffe liegen meistens knapp unter der Wasseroberfläche. Dorthin gelangt noch viel Sonnenlicht. Korallen schützen sich mit Hilfe von Algen, die symbiotisch in den Korallen leben. Wie genau der Mechanismus zum Sonnenschutz funktioniert, ist noch nicht vollständig erforscht. Doch Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Algen in den Korallen einen Wirkstoff produzieren, der in die Korallen transportiert wird und von ihnen in einen Sonnenschutz umgewandelt wird. Meeresforscher haben beobachtet, dass Fische, die solche Korallen fressen, auch von dem Sonnenschutz profitieren. Nun versuchen Wissenschaftler des King’s College in London, eine Tablette nach dem Rezept der Korallen herzustellen. Die Tabletten sollen den Menschen von Innen vor den gefährlichen UV-Strahlen schützt. Zunächst soll jedoch eine Lotion hergestellt werden.

Sonnencreme mit Quallenschutz

Der Clownfisch schützt sich mit einer Schutzschicht vor den giftigen Seeanemonen. Dieser Stoff wird als Zusatz in Sonnencremes eingesetzt, um Schwimmer vor den Gefahren durch den Kontakt mit Quallen zu schützen. Näheres hierzu lesen Sie im Suite101-Artikel: Sonnencreme mit Quallenschutz.

Bildnachweis: ©baerusa, pixelio.de

Quellen:

eTrainerin, Dozentin und Autorin, Anja Wotzikowski

Martina Rüter - Als freiberufliche Webgestalterin beschäftige ich mich sowohl mit dem web-gerechten Texten als auch mit barrierefreiem Webdesign. ...

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