Für richtiges Sommerfeeling mit reichlich Sonne muss man nicht unbedingt in die Ferne schweifen. Gerade rund um den Sommeranfang am 21. Juni ist die theoretisch bzw. astronomisch mögliche Sonnenscheindauer hierzulande besonders hoch und mit ein bisschen Glück und der richtigen Großwetterlage kann man auch bei uns bis zu 16 Sonnenstunden am Tag genießen.

Doch die Sonnenstunden sind in Deutschland ziemlich ungerecht verteilt. Für Sonnenanbeter, die ihren Sommerurlaub in heimischen Gefilden planen, lohnt sich also ein Blick auf die Statistik der sonnigsten Orte Deutschlands.

Messung der Sonnenscheindauer

Als Sonnenscheindauer wird im Allgemeinen die tatsächliche Dauer der direkten Sonnenstrahlung (ohne Behinderung durch Wolken, Smog usw.) an einem bestimmten Ort innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (Tag, Monat, Jahr…) bezeichnet. Sie wird täglich gemessen und für größere Zeiträume summiert. So kann für beinahe jeden Ort auch die Sonnenscheindauer im langjährigen Mittel berechnet werden. Gemessen wird die Sonnenscheindauer mit Sonnenscheinautographen oder optoelektronischen Sensoren.

Die meisten Sonnenstunden gibt's an der Ostsee

Durchschnittlich liegt die jährliche Sonnenscheindauer in Deutschland je nach Ort zwischen 1.300 und 1.900 Stunden. Das langjährige Mittel der Sonnenscheindauer für ganz Deutschland beträgt rund 1.550 Stunden. Regelmäßig belegen Orte an der Nord- und Ostseeküste sowie in Bayern und Baden-Württemberg die vorderen Plätze der Liste mit den meisten Sonnenstunden in Deutschland. Im Jahr 2009 machte laut meteodata der Darßer Ort in Mecklenburg-Vorpommern mit 2.158 Sonnenstunden das Rennen vor Fehmarn-Wulfen (Schleswig-Holstein) mit 2.152 und der Insel Hiddensee bei Rügen mit 2.146 Sonnenstunden. Bad Bellingen in Baden-Württemberg lag mit 2.128 Sonnenstunden knapp dahinter. Schlusslicht bilden meist Orte in der Mitte Deutschlands, da sich dort häufiger Wolkenfelder an den Mittelgebirgen stauen und somit die direkte Sonneneinstrahlung vermindern. 2009 verzeichneten Nordhelle in Nordrhein-Westfalen mit 1.218 und Katzhütte in Thüringen mit nur 995 die wenigsten Sonnenstunden des Jahres.

Sonne in Freiburg - Schatten im Ruhrpott

Bei den großen Städten führt Freiburg im Breisgau die Schönwetterliste an. Dort kann man sich über 1.740 Sonnenstunden im langjährigen Mittel freuen. Auch in Nürnberg, Augsburg und Stuttgart scheint die Sonne mit durchschnittlich knapp 1.700 Stunden vergleichsweise häufig. Im Norden zeigt sich Rostock mit durchschnittlich 1.687 Sonnenstunden von der sonnigsten Seite, Hamburg liegt mit rund 1.557 Stunden Sonnenscheindauer nur knapp über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Den wenigsten Sonnenschein gibt es für die Städte im Ruhrgebiet; Bochum und Dortmund müssen sich mit durchschnittlich 1.370 Sonnenstunden im Jahr begnügen.

Die bisher höchste jährliche Sonnenscheindauer in Deutschland wurde 1959 auf dem Klippeneck an der Schwäbischen Alb gemessen. Sie betrug 2.329 Sonnenstunden. Den Negativrekord hält Ruhpolding im Chiemgau mit nur 929 Sonnenstunden im Jahr 1995.

Sonnenscheindauer 2010 bisher unterdurchschnittlich

Das Jahr 2010 begann vielerorts sehr sonnenscheinarm, der lange Winter drückte die Durchschnittswerte bei Temperatur und Sonnenscheindauer erheblich nach unten. So war der Mai 2010 deutschlandweit der sonnenscheinärmste Mai seit 1951. Die mittlere Sonnenscheindauer betrug nur 113,7 Stunden und lag damit rund 42% unter dem Normalwert. Bleibt zu hoffen, dass sich die Sonne in der zweiten Jahreshälfte 2010 in ganz Deutschland überdurchschnittlich oft zeigt, sowohl für die Statistik als auch für die richtige Urlaubslaune. Wer in Sachen Sonnenstunden auf Nummer sicher gehen will, liegt mit Orten wie Digne-les-Bains an der Côte d’Azur oder Phoenix (Arizona) im Sun-Belt der USA genau richtig. Hier scheint die Sonne jeweils an rund 300 Tagen im Jahr.

Quelle: Deutscher Wetterdienst