SONY-Music-Worldjazz-CD: "Keeper of the Flame" von Caro Henderson

Caroline Hendersons CD Keeper of the Flame - Sony Music
Caroline Hendersons CD Keeper of the Flame - Sony Music
Die rauchige, volltönende Stimme einer Frau von Welt: Das Album „Keeper of the Flame" von Caroline Henderson bei SONY ist ein Volltreffer.

Wenn es kommende Woche, am 21. Januar 2011, erscheint, dann werden sich all jene freuen dürfen, die jazziger Weltmusik zugeneigt sind, gepaart mit etwas Rock, Funk, Soul, Blues. Zum Zuge kommt der, der's exotisch mag. Caroline Henderson geizt auf ihrer neuen knapp 60minütigen Scheibe „Keeper of the Flame“ nicht mit gewagten, gekonnt in Szene gesetzten musikalischen Ausflügen (der Schlagzeugbeat etwa ist stark von den Rolling Stones inspiriert), trumpft kongenial auf mit jazzigen Mixturen aus Cole Porters „Get out of Town“ und „Nature Boy“ von Nat King Cole. Daneben werden moderne, zeitgenössische Titel verarbeitet wie „This is Love“ eines PJ Harvey, oder „Yesterday is here“ von Tom Waits.

Sony-Music-Worldjazz-CD: Caroline Hendersons „Keeper of the Flame“

„Keeper of the Flame“ – die brandaktuelle CD versprüht ihren Charme mit Flair, Charisma und einem Duft der großen, weiten Welt nicht von ungefähr: Die Interpretin Caroline Henderson, in Dänemark lebende Schwedin, ist vielseitig aktiv. So arbeitet sie neben ihrer Gesangskarriere (ihre CD „No. 8“ wurde von „Stereoplay“ als „eine Platte des Jahres“ gelobt; „Love or Nothin'“ erhielt den dänischen Grammy …) als Fernsehmoderatorin, als Schauspielerin am Theater, gelegentlich auch für Film und Fernsehen.

Fantasievolle Interpretationen von Jazzklassikern bis hin zur Beatmusik

Zurück zum Silberling „Keeper of the Flame“: Hendersons Musik darauf klingt unkonventionell, ja, verrucht. Im Pressetext wird die Frage gestellt, ob man „einen Evergreen wie Caravan“ heutzutage noch so aufregend interpretieren kann, dass er so frisch klingt, wie Morgentau“. Vielleicht ist Morgentau nicht ganz treffend, das richtige Bild. Der holde Rezensent würde Caroline Hendersons Interpretationen jedenfalls eher mit nördlicher Abendstimmung vergleichen – in der Kälte, klar und wunderschön. Kälte, das ist eine treffende Situation, zu der „Keeper of the Flame“ (dt. etwa: Hüter der Flamme“) passt. Denn: Caroline Hendersons Intonationen sollen wärmen, so scheint es, Wohlgefühl erzeugen.

Der „Copenhagen Royal Chapel Choir“ begleitet Henderson formidabel

Man kann die Scheibe wieder und wieder hörend genießen – immer wird man, nicht nur in der Songauswahl, nein, auch musikalisch-intuitiv immer neue Facetten, neue Aspekte entdecken. Viele Phrasierungen etwa, leis hingehauchte Tonfolgen, bleiben beim ersten Hören eventuell verborgen. Caroline Henderson hat sich mit ihrem „Keeper of the Flame“-Album einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Denn: Sie arbeitete bei den Aufnahmen zusammen mit dem „Copenhagen Royal Chapel Choir“. Nicht nur dadurch kann der, warum nicht auch teils ein bisschen philharmonisch scheinenden (?) Musik eine adäquate Ernsthaftigkeit bescheinigt werden. Auch und geradezu zärtlich klingen die 12 Songs der CD „Keeper of the Flame“ von Caroline Henderson, der vielseitig interessierten, stetig nach Neuem strebenden Künstlerin. Ein Glücksfall für ihr Weltlabel „Sony Music“. Darf man sich bald auf neue Aufnahmen freuen? Erstrebenswert – in jedem Fall!

Christopher Dömges, Christopher Dömges

Christopher Dömges - Christopher Dömges alias Tork Pöttschke, *1980 in Dortmund, nach Besuch des Gymnasiums leben und arbeiten am Borsigplatz ...

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