
- Sophie Dudemaine backt Crêpes - Gerstenberg Verlag
Sophie Dudemaine ist eine wunderbare Frau. Sie redet nicht lange um den heißen Brei bzw. in diesem Fall um die Pfannkuchen und französischen Crêpes herum, sondern legt gleich im ersten Satz des ersten Kapitels "Sophies Ratschläge" los. Und das geht so: "Egal, ob Sie salzige oder süße Crêpes zubereiten wollen – ich möchte Ihnen das Leben leichter machen!" Das hört man gern und zieht sich schon mal die Küchenschürze an." Eine gute Vorbereitung ist beim Kochen das A und O." Wie wahr.
Wie bereitet man einen Crêpeteig zu?Diese ersten drei Seiten des so kompakten wie übersichtlichen und geradezu spannenden Kochbuchs der passionierten Köchin Sophie Dudemaine lohnen bereits die Anschaffung. Es geht um die Basics, wie man einen Crêpeteig zubereitet, wie ein auf Vorrat gerührter Crêpeteig am besten aufbewahrt wird (genial: in leeren Plastikwasserflaschen einfrieren!), dann folgt das Crêpegrundrezept, außerdem Aufbewahrungs- und Aufwärmtipps. Schließlich plaudert Sophie noch aus der französischen Zutatenküche, verliert einige Sätze über Milch, Öl, Butter, Mehl und Zucker und beglückt Allergiker mit einem Rezept für Crêpes ohne Ei. Fertig ist die Theorie, Sophie fängt an zu kochen.
Andouille, Clafoutis, Reblochon?
Halt, zuvor findet die eifrige Leserin noch eine außerordentlich hilfreiche "Kleine Warenkunde" mit Begriffen aus der französischen Küche, deren Erklärung man immer schon mal wissen wollte, wenn man in Frankreich essen geht und angesichts der wohlklingenden Speisekarte verzweifelt. Oder wissen Sie auf Anhieb, was mit Andouille, Aumônière, Clafoutis, Mimolette, Reblochon oder Chakchouka gemeint ist und woraus Veilchensirup besteht?
Salzige Crêpes und süße Crêpes
Sophie ist sehr gerecht. Sie schrieb genau die Hälfte ihrer Rezepte über salzige Crêpes, die anderen 40 widmet sie den süßen Varianten. Jedes Rezept umfasst eine Seite – wunderbare Kopiervorlage für die beste Freundin oder beglückte Gäste. Philippe Exbrayat illustrierte den Band mit schönen Fotos, zumeist so leuchtende Nahaufnahmen, dass der Betrachter sogleich Appetit bekommt. Für die einzelnen Rezepte blickt Madame Sophie ganz unbekümmert ohne übertriebenen Nationalstolz weit über Frankreichs Grenzen hinaus und bezieht auch englische, russische, griechische oder afrikanische Spezialitäten in die Kreationen ein (beispielsweise Pie, Crumpet, Taramas, Bacon oder Blinis). Ihre Mengenangaben sind übrigens sehr konkret und hilfreich, schließlich möchte man vorher wissen, ob am Ende 8 oder 12 Pfannkuchen auf den Tisch kommen, wobei sie Belag und Saucen meist auf 1-2 Crêpes bezieht, auch dafür ist man dankbar.
Wohnen und frühstücken bei Sophie in der Normandie
Die in der Basse-Normandie unweit von Pont-l'Evêque lebende Sophie Dudemaine ist keine Restaurantköchin, und dennoch gehört sie zu den Promiköchen Frankreichs. Sie arbeitete und lernte bei anerkannten Sterneköchen wie Daguin, Vigato und Faugeron und gründete dann einen Lieferservice für häusliche Diners. Später spezialisierte sie sich aufs Kuchenbacken für Wochenmärkte, zunächst ein Geheimtipp, dann ein Renner. Dadurch wurden Verlage auf sie aufmerksam und engagierten sie für Kochbücher. In ihrem großen alten Pfarrhaus veranstaltet sie Kochkurse und vermietet einige wenige Zimmer, mit Frühstück von Sophie (Crêpes?).
Französische Quiches, Tartes und Desserts
Mittlerweile veröffentlichte Sophie Dudemaine an die zwei Dutzend französische Kochbücher, etwa zehn Titel liegen in deutschsprachigen Ausgaben vor. Sie handeln von Suppen, Cakes, Sommerdesserts, von Tartes, Quiches und Salaten, von Marmeladen und Kompotten, von Barbecues und Grillfesten, kurz: von allem, was Gourmand und Gourmet quer durchs Küchenjahr interessiert.
Sophie Dudemaine: Sophies Crêpes und Pfannkuchen. Aus dem Französischen von Ingrid Ickler. Farbfotos von Philippe Exbrayat. Gerstenberg 2010. Gebunden. 160 Seiten. 19,95 Euro
