
- Der Buntbarsch ist anfällig für die Lochkrankheit - Georges / pixelio.de
Bei einer artgerechten Haltung, der richtigen Wasserpflege und Einrichtung im Aquarium, ist es nur recht selten der Fall, dass die Fische krank werden. Es kann aber auch mal sein, dass Krankheiten durch Neuzugänge ins Aquarium eingeschleppt werden. Deshalb sollte immer darauf geachtet werden, dass die Fische gesund sind und keine auffälligen Verhaltensweisen zeigen. Sind die Fische jedoch augenscheinlich krank, ist es auch für Laien möglich, an den Symptomen die Krankheit zu erkennen und gegebenenfalls zu therapieren.
Die Bauchwassersucht
Die Symptome bei der Bauchwassersucht sind recht eindeutig: Wie der Name schon sagt, haben die Fische bei dieser Krankheit einen durch vermehrte Flüssigkeit aufgeblähten Bauch. Dadurch stehen die Schuppen dann meist vom Körper ab, was die Fische wie einen Tannenzapfen aussehen lässt. Dazu kommen die auffällig herausstehenden Augen (Glotzaugen). Oftmals sieht man auch ausgefranste oder verkürzte Flossen, die einen weißen Belag haben können (Flossenfäule).
In den meisten Fällen ist eine Therapie der Bauchwassersucht nicht wirklich möglich. Die Fische sollten schnellstmöglich in ein separates Becken gebracht werden. Eine Behandlung mit Breitbandmedikamenten kann versucht werden, Antibiotika müssen allerdings vom Tierarzt verordnet werden. Was unbedingt zu vermeiden ist: der Einsatz von Antibiotika im Hälterungsbecken, auch wenn es von manchen Seiten empfohlen wird. Dies richtet mehr Schaden als Nutzen an, da nicht nur die Krankheitserreger vernichtet werden, sondern auch alle anderen Bakterien im Becken, die für ein ausgewogenes biologisches Klima unerlässlich sind.
Die Weißpünktchenkrankheit (Ichthyo)
Auch die Symptome der Weißpünktchenkrankheit sind recht eindeutig und von Laien relativ schnell zu erkennen: Die Fische bekommen weiße, bis zu 1,5 mm große Flecken auf dem Körper. Außerdem setzt eine heftige Atmung ein und ein häufiges Scheuern der Tiere ist zu beobachten. Dies alles zeugt von einem Befall durch "Ichthyo", einem einzelligen Hautparasiten (Ichthyophthirius multifiliis). Die Weißpünktchenkrankheit ist eine sehr häufig auftretende Erkrankung bei Zierfischen. Meist entsteht sie bei Neuankömmlingen durch zu viel Stress, was das Immunsystem der Tiere schwächt. Vor allem Salmler sind sehr anfällige Genossen, es kann passieren, dass sie bereits wenige Stunden nach dem Befall durch die Parasiten sterben. Kritisch ist die Situation auch bei Welsen: Dort setzen sich die Parasiten gerne in den Kiemen fest, weswegen man keine Pünktchen am Körper des Fisches erkennen kann. Meist sterben Welse deswegen recht unbemerkt an der Krankheit.
Therapiert wird die Weißpünktchenkrankheit hauptsächlich mit speziellen Medikamenten auf Malachitgrünoxalat-Basis. Hierbei sind vor allem die in der Packungsbeilage angegebenen Therapiezeiten zu beachten. Unbedingt verzichten sollte man auf kupferhaltige Medikamente im Weichwasseraquarium. Weitere und zudem weniger aggressive Therapieformen sind die Salzbehandlung, die Temperaturmethode und die Umsetzungsmethode.
Die Goldstaubkrankheit (Oodinium)
Wie der Name schon sagt, findet man die Krankheitszeichen bei der Goldstaubkrankheit als feinen weißen oder goldfarbenen Staubbelag auf den Flossen, später am ganzen Körper des Fisches. Diese Krankheit wird auch als Samtkrankheit bezeichnet. Die einzelnen Pünktchen werden nur bis zu 0,3 mm groß. Auch hier kann man beobachten, dass sich die Tiere scheuern und einen offensichtlichen Juckreiz haben. Die Goldstaubkrankheit ist wie die Weißpünktchenkrankheit eine reine Stresserkrankung, die meist durch Überbesatz oder nach einem Transport auftritt.
Die Therapie kann in härterem Wasser durch spezielle Oodinium-Medikamente erfolgen, die im Zoofachhandel erhältlich sind. In Weichwasser-Aquarien ist eine Behandlung durch Kochsalzzugabe angezeigt (auf 10 Liter Wasser 2 bis höchstens 4 Teelöffel jod- und zusatzfreies Salz). Die Behandlung dauert ungefähr drei bis fünf Tage.
Die Lochkrankheit
Bezeichnend für die Lochkrankheit sind grubenförmige, erst kleine, dann größere Vertiefungen im Kopfbereich, die vorwiegend bei Buntbarschen aus mineralarmen Heimatgewässern vorkommen (zum Beispiel beim Diskusfisch). Manchmal treten auch weiße Beläge in den Vertiefungen auf und die Fische sehen zerfressen aus. Ursächlich für die Lochkrankheit sind meist Parasiten, aber auch Stress, falsche Wasserwerte und Fehlernährung können dafür verantwortlich sein. Es sollte bei der betroffenen Fischart unbedingt auf die speziellen Bedürfnisse eingegangen werden. Stress sollte vermindert werden, indem falsche Vergesellschaftung und schädigende Einflüsse dominanter Tiere verhindert werden. Im Fachhandel sind spezielle Medikamente gegen die Lochkrankheit erhältlich.
Haut- und Kiemenwürmer
Scheuern sich die Fische heftig, haben eine beschleunigte Atmung und machen ausgeprägte Schluckbewegungen, deutet das oftmals auf einen Wurmbefall hin. Die Ursache hierfür sind parasitische Würmer, die sich an den Kiemen festsetzen. Im Zoofachhandel gibt es Medikamente, die speziell für die Bekämpfung von Kiemen- und Hautwürmern geeignet sind. Hierbei unbedingt die Gebrauchsanweisung in der Packungsbeilage beachten.
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Tierarzt – ersetzen können.
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Quelle:
- Einzigartige Aquarienwelt, GU 2003, ISBN 3-7742-1407-7
