
- Wie sicher sind soziale Netzwerke - © F. Gopp / pixelio.de
Zu den sozialen Online-Netzwerken zählen Facebook, Myspace, Stayfriends, wer-kennt-wen, Lokalisten, StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ. Allein beim größten dieser sozialen Netzwerke Facebook sollen weltweit gut 500 Millionen Nutzer registriert sein. Bei diesen Online-Netzwerken tritt der Nutzer mit virtuellen Freunden in Kontakt, kann ein Profil mit Fotos und Kommentaren etc. bereitstellen und die virtuellen Freunde online besuchen und mit ihnen kommunizieren.
Datenschutzrechtliche Bedenken
Doch bei vielen steigen die datenschutzrechtlichen Bedenken, weil in einigen Fällen – so auch bei Facebook - Benutzerdaten öffentlich zugänglich sind. Die Nutzer haben wenig Kontrolle über die veröffentlichten Daten, da der Anbieter die zentrale Instanz bei der Vernetzung darstellt. Schwerwiegend ist, dass die Anbieter die Daten der Nutzer für ihre eigenen Zwecke auswerten können, Profildaten dritten zugänglich machen können oder ungefragt Privatfotos weitergeben (spiegel.de). Eine Zensur findet statt. Es können Inhalte von Profilen ohne konkrete Gründe anzugeben gelöscht werden, und Mitgliedern kann ohne Angabe von Gründen der Zugang zu den Netzwerken verwehrt bleiben. Doch niemand scheint wirklich Druck auf die Anbieter ausüben zu können, diese Missstände zu ändern.
Technische Probleme können den Datenstrom lahm legen
Anders als bei realen sozialen Netzwerken können technische Probleme den Datenaustausch lahm legen. Das kann sowohl den eigenen Rechner als auch den Provider betreffen. Des Weiteren kommt es häufig zu so genannten Sicherheitslücken. So gelingt es immer wieder Hackern sich in das Computersystem des sozialen Netzwerkes einzuhacken und mitunter Profildaten zu stehlen (frankfurter-rundschau.de).
Facebook – viel genutzt, wenig geliebt
Online –Netzwerke sind zu superreichen Firmen avanciert. Facebook als reichste Firma ist derweil mit zehn Milliarden Euro bewertet. Doch das Misstrauen gegenüber Facebook steigt bei den Nutzern aufgrund der Datenschutzbedenken, es seien zu viele Benutzerdaten öffentlich zugänglich. Es kam bereits zur ersten großen Austrittswelle. Dennoch ist die Vormachtstellung von Facebook ungebrochen. Ein Kino-Film über Facebook, der in diesen Tagen auch in Deutschland anläuft, erzielt in den USA bereits hohe Besucherzahlen. Es scheint eine Menge Aufklärungsbedarf zu bestehen.
Plattformen für Werbetreibende immer interessanter
Die sozialen Netzwerke werden für Werbetreibende immer interessanter. Da die sozialen Netzwerke entgeltfrei sind, erzielen die Betreiber ihren Hauptverdienst aus Werbeeinnahmen. Doch mit Hilfe der privaten Daten können die Betreiber passgenaue Werbung schalten (test.de). Die Auswertung der Profildaten ist für die Werbeindustrie von unschätzbarem Wert. Wahrscheinlich lässt sich mit diesen Daten auch Software erstellen.
Schutz der Privatsphäre
Nicht zuletzt weil die sozialen Netzwerke einen unzureichenden Schutz vor unerwünschten Eindringlingen bieten, sollten die Nutzer versuchen ihre Privatsphäre zu schützen. Besonders bei der Abfrage von Gesundheitsdaten und sexuellen Präferenzen sei Vorsicht geboten (focus.de). Berufliches und Privates sollten mit unterschiedlichen Profilen voneinander getrennt werden, und es empfiehlt sich, die Netzwerke nur unter Pseudonym zu nutzen.
Jugendliche häufig die Leidtragenden
Vor allem Jugendliche stellen private und intime Inhalte unreflektiert ins Netz. Sie sind dann für eine große Öffentlichkeit sichtbar. Es drohen Cyberkriminalität und Cyber-Mobbing. Die Plattformen bieten häufig keinen ausreichenden Jugendschutz, und jugendgefährdende Inhalte werden in vielen Fällen nicht beseitigt.
Die Zukunft der sozialen Netzwerke
Es gibt eine ganze Reihe neuer Social Networks, die einen Schwerpunkt darauf legen, dass in Zukunft ein übergreifender Zugriff auf Freunde, Fotos, Kommentare etc. möglich sein soll, egal ob diese bei Facebook, Twitter oder anderen Netzwerken eingestellt wurden (computerwelt.at). Zu diesen Firmen gehören Diaspora und Onesocialweb. Auch soll der Datenschutz groß geschrieben werden.
Es bleibt nur zu hoffen, dass Firmen wie Facebook ihre Unternehmenspolitik ändern und mehr Wert auf den Schutz der persönlichen Daten legen, sonst wird es wohl bald keine Geheimnisse mehr geben.
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