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Gerade in sozialen Netzwerken geben Internetuser viele sensible personenbezogene Daten preis. Genau aus diesem Grund stellen die Portale eine besondere Herausforderung in Hinsicht auf Datenschutzrichtlinien. Folgende Richtlinien müssen Betreiber der sozialen Netzwerke oder anderen Portalen beachten:
- Die Anbieter müssen ihre Nutzer umfassend gemäß den gesetzlichen Vorschriften informieren. Insbesondere über die Verarbeitung der personenbezogenen Daten, ihre Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Anbieter müssen den User über die Risiken für die Privatsphäre, die mit der Veröffentlichung der Daten in den Nutzerprofilen verbunden sind, aufklären.
- Personenbezogene Daten dürfen nur für werbungszwecke genutzt werden, wenn der User dieses einwilligt.
- Werbemaßnahmen die aufgrund von Profildaten getätigt werden, bedürfen einer Widerspruchsmöglichkeit.
- Aufsichtsbehörden empfehlen, dass die Nutzer selber darüber entscheiden, welche Profil- und Nutzungsdaten zur Werbung durch den Anbieter genutzt werden.
- Die Speicherung der personenbezogenen Daten über das Ende einer Verbindung hinaus, ist nur mit Einwilligung des Nutzers gestattet außer es handelt sich um Daten zu Abrechnungszwecken, die den Nutzer betreffen.
- Soziale Netzwerke müssen Handlungen anonym oder unter Pseudonym ermöglichen.
- Die Anbieter müssen Maßnahmen zur Datensicherheit treffen. Es dürfen keine systematischen und massenhaften Downloads von Profildaten möglich sein.
Leider hapert es an der praktischen Umsetzung, was die Informationsverpflichtung angeht. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Anbieter ihren Hauptsitz im nicht europäischen Ausland haben und nur schwer haftbar gemacht werden können.
Datenmissbrauch im Internet
Laut einer Forsa- Umfrage (Bitkom Oktober 2009) im Internet ist mittlerweile jeder zweite Internetnutzer von Kriminalität im Netz betroffen. Hierzu zählen: persönliche Beleidigungen, Verleumdungen (Cyber-Mobbing), Phishing-Attacken oder Abzocke-Versuche über Emails die große Gewinne versprechen. Circa 38 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren (das entspricht etwa 20 Millionen Deutschen) mussten schon einmal miterleben, dass ihr Computer mit Viren oder Schadprogrammen infiziert wurde. Die sogenannten „Schadprogramme“ sind schon lange nicht mehr nur zur Beeinträchtigung der Leistungen der Computer konzipiert, sondern zunehmend zur Ausspähung digitaler Identitäten eingesetzt. Die Aussage stammt von BKA-Präsidenten Jörg Ziercke (ganzes Interview Datenschutz).
Was versteht man unter Phishing und Pharming?
Phishing-Mails haben den Sinn, sensible Daten wie Kreditkartennummern, PINS, TANS oder Passwörter auszuspionieren. Damit die Betrüger an die sensiblen Daten herankommen, geben sie sich als Banken oder Internetshops aus. Dabei gehen sie so professionell vor, dass sie deren Emaildesign imitieren. In der Mail wird der Nutzer aufgefordert, auf der täuschend echt aussehenden Homepage sein Passwort oder die persönlichen Daten abzuändern.
Pharming ist die ausgeprägte Form von Phising: Hier werden Webbrowser manipuliert. Viren und Trojaner bringen einen auf die simulierte Betrügerhomepage, der User merkt davon nichts.
Datenklau in sozialen Netzwerken nimmt zu
Soziale Netzwerke mit ihrem reichhaltigen Datenbestand geraten immer mehr in den Fokus krimineller Datenhändler. Soziale Netzwerke arbeiten mit verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen, zum Beispiel den sogenannten Catchpa. Das Catchpa hat die Aufgabe, dem User eine Frage zu stellen, ohne deren Beantwortung der User keine Aktivität mehr ausführen kann oder der Zugriff verweigert wird. Durch diese Aktionen kann der Anbieter erkennen, ob ein User versucht auf die Seite zuzugreifen oder ein Datenausleseprogramm am Werk ist.
Ist Selbstschutz der beste Schutz vor Datenmissbrauch?
Der User entscheidet, welchem sozialen Netzwerk er sein Vertrauen entgegen bringt oder welche Daten veröffentlicht werden. Jeder entscheidet für sich, welche Daten sensibel sind oder nichtsensibel. Zum Beispiel die Bilder der Partynacht vom letzten Wochenende oder vom letzten Urlaub. Weit blickende Fotos, die nicht ausreichend geschützt sind, können nach Jahren das Karriereaus für Jobsuchende bedeuten. Die „dimap“ Meinungsumfrage bei deutschen Arbeitgebern besagt, dass ein Viertel der Befragten Personalsachbearbeiter sich gezielt Informationen über die einzelnen Bewerber aus dem Internet ziehen, vorwiegend aus sozialen Netzwerken.
Was im Alltag oft vergessen wird, ist, dass das Internet ein Gedächtnis wie ein Elefant hat, spezielle Personensuchmaschinen wie zum Beispiel "123 people" bündeln direkte Informationen einer Person. Welche Daten im Internet preisgegeben werden, entscheidet der User. Soziale Netzwerke, Internetportale und so weiter können keinen 100prozentigen Datenschutz garantieren. Wer aktiv im Internet unterwegs ist, sollte sich sehr sicher sein, was für Fotos oder Daten er preisgibt. Das Internet vergisst nichts und kann Jahre später noch großen Schaden anrichten.
Quellen: Klicksafe
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