
- Sozial Phobie - Scully van Funkel
Die Wissenschaftler Todd B. Kashdan und Patrick E. McKnight von der George Mason University untersuchten krankhafte Ängste, die einhergehen mit der Befürchtung abgewiesen zu werden. Selbst erfolgreiche Sportler, wie etwa der amerikanische Footballstar Ricky Williams, leiden unter dieser psychischen Krankheit, die in Fachkreisen als "Sozial Phobie" bekannt ist. Die Angst, den Erwartungen der Mitmenschen nicht gerecht zu werden, als dumm oder unfähig dazustehen und der Lächerlichkeit preisgegeben zu sein, lähmte den Sportler dermaßen, dass er sich immer mehr zurückzog und selbst mit seinen Mannschaftskollegen keinen Smalltalk führen wollte.
Doch Ricky Williams stellte sich dem psychischen Problem, suchte therapeutische Hilfe und obwohl der Sportler nicht vollends geheilt werden konnte, beteuerte er in einem Interview mit Fernsehmoderator Deion Sanders, dass er nun seinen inneren Frieden durch Yoga gefunden hätte.
Die Angst vor anderen Menschen kann Wut und Aggression steigern
Jeder Mensch leide hin und wieder an Selbstzweifeln und einem verminderten Selbstwertgefühl, stellte das Forscherteam fest. Überschreite jedoch die Häufigkeit und die Intensität des Ablehnungsgefühls das gesunde Maß, müsse von einer Angstneurose ausgegangen werden. Extreme Hemmungen, Schüchternheit, Unterwürfigkeit und die Scheu vor Menschen wären schon die ersten Anzeichen einer "Sozial Phobie". In einigen Fällen könne sich die Angstneurose jedoch auch in einem feindseligen, aggressiven Verhalten äußern. Nicht nur Erwachsene, auch Kinder können davon betroffen sein. Die einhergehende fehlende Selbstkontrolle führe zu irrationalen Entscheidungen, die zusätzlich Unzufriedenheit verrufen würde. Dementsprechend käme die selbst erfüllende Prophezeiung zum Tragen. Durch das gewalttätige Verhalten reagiere die Umwelt tatsächlich mit Ablehnung, dies bestätige die Sozialphobiker in ihrem Denken und somit befänden sie sich einem Teufelskreis, aus dem sie ohne ärztliche Hilfe nicht mehr herausfinden.
Gefährliche Selbstmedikation mittels Drogen oder Alkohol bei Angstneurose
Ein Teil der Testpersonen versuchten ihrer vermeintlichen Zurückweisung mit Wut und Aggression zu begegnen. Diese Gruppe fiel durch Suchtprobleme und/oder das skrupellose Ausleben hemmungsloser, ausschweifender Sexpraktiken auf. Die Selbstmedikation mittels Drogen oder Alkohol werfe immer neue Probleme auf, wenn das impulsive Triebverlangen unkontrolliert ausgelebt werde, gaben Todd B. Kashdan und Patrick E. McKnight zu bedenken.
Deutsche Universitäten helfen Patienten mit sozialer Phobie
Laut den unabhängigen Studien der Technischen Universität Dresden sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena leiden etwa 7 bis 15 Prozent der deutschen Bevölkerung, im Laufe ihres Lebens, kurzzeitig unter einer "Sozial Phobie". Nur eine fachgerechte Therapie könne dazu beitragen, Wut und Aggressionen abzubauen und somit die Lebensqualität zu steigern, folgerten die Wissenschaftler aus ihren Untersuchungen. Betroffene aus dem Bundesgebiet können sich an die Verhaltenstherapeutischen Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) oder an das Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena wenden.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
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