Der Bezirk Spandau von Berlin nimmt den Westen der Bundeshauptstadt ein. Der größte Teil des Bezirks liegt westlich der Havel. Spandau ist darüber hinaus der Name der ehemaligen Stadt Spandau und des heutigen Ortsteils Spandau. Letzterer deckt sich etwa mit der einstigen Kreisstadt des Osthavellandes. Und in diesem Zentrum von Spandau gibt es einiges zu entdecken. Ein denkbarer Startpunkt für einen Rundgang durch Spandaus Zentrum ist der U-Bahnhof „Zitadelle“ der Linie U 7.

Die Spandauer Zitadelle

Vom U-Bahnhof „Zitadelle“ im Ortsteil Hasselhorst sind es noch einige Meter bis der Weg zur Zitadelle abzweigt. Sie allein ist einen Ausflug wert. Interessant sind derzeit vor allem die Skulpturen von der Siegesallee im Berliner Tiergarten. Diese sollen, nachdem sie aus politischen Gründen viele Jahrzehnte eingemottet waren, in einem Magazingebäude der Zitadelle eine neue Heimstatt finden. Mehr zur Zitadelle bietet der Beitrag „Zitadelle Spandau in Berlin“.

St. Marien

Von der Zitadelle geht es endlich über die Havel hinweg in das Spandauer Zentrum. Das liegt auf einer von Havel und einem Graben umflossenen Insel. Direkt hinter der Brücke geht es rechts ein paar Stufen hinab zur Kirche St. Marien. Diese katholische Pfarrkirche wurde 1847/48 erbaut. Die Pläne lieferte der geheime Oberbaurat August Soller.

Schleuse Spandau

Im 13. Jahrhundert wurde hier die Havel gestaut. Seit dem 16. Jahrhundert gibt es hier eine Kammerschleuse. Die heutige Schleuse wurde um 2000 zu ihrer heutigen Größe ausgebaut. Mit ihr überwinden Binnenschiffe und Sportboote den Wasserstandsunterschied von bis zu 2,40 Metern zwischen der Ober- und der Unterhavel. Besonders eindrucksvoll ist das Schleuse an den Wochenenden, wenn eine große Zahl von Sportbooten die Schleusenkammer verlässt.

Brauhaus

Von der Schleuse geht es durch den Spandauer Kolk zum Brauhaus auf dem Festland. Eigentlich war hier eine Dampfwäscherei des Heeres zu Haus. Doch seit 1994 wird hier gebraut und der Biergarten bietet sich für eine erste Rast an.

Nikolaikirche

Die nächste Etappe führt zur Nikolaikirche, deren Turm den Weg zum Reformationsplatz weist. Hier entstand um 1200 eine Feldsteinkirche. Die wurde im 14. Jahrhundert durch den heutigen Kirchenbau ersetzt. Der barocke Turmaufsatz des 77 Meter hoch aufragenden Turms wurde 1744 geschaffen und nach Kriegsschäden 1989 wieder hergestellt. Er kann bestiegen werden und oben bietet sich ein besonderer Blick auf Spandau und bis in die Döberitzer Heide. Vor der Kirche steht das Standbild des Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg. Der ließ sich in der Nikolaikirche am 1. November .1539 das Abendmahl nach lutherischer Lehre in beiderlei Gestalt reichen. Damit war die Reformation in Brandenburg eingeführt.

Gotisches Haus

Über den Platz hinter der Nikolaikirche geht es zur Breiten Straße. Das Haus mit der Nummer 32 wird als „Gotisches Haus“ bezeichnet. Es entstand um 1450 und ist das älteste erhaltene Bürgerhaus in Berlin. Im Haus befinden sich heute die Spandau-Information und eine Nebenstelle des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau. Das Museum berichtet über das Alltagsleben vom Biedermeier bis in die Gründerzeit.

Ackerbürgerhaus

Durch die Ritterstraße führt der Weg zu einem Fachwerkhaus an der Ecke Jüdenstraße. Dieses auch Wendenschloss genannte Ackerbürgerhaus stammt von 1681. Die Gemeinde St. Nikolai hat es 1968 wieder originalgetreu restaurieren lassen.

Viktoriaufer

Die Ritterstraße führt weiter bis zum Viktoriaufer. Dort begleiten Reste der Spandauer Stadtmauer den Weg.

Rathaus Spandau

Wieder weist ein Turm den Weg. Rund 75 Meter hoch ragt der Turm des Spandauer Rathauses in den Himmel. Das mächtige Gebäude entstand von 1910 bis 1913 nach Plänen von Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth.

Batardeau

Ein paar Schritte sind es noch vom Rathaus bis an die Havel. Am Weg liegt das Batardeau genannt Bauwerk, dass um1845 beim Ausbau des Spandauer Festungsgürtels entstand. Hier wurde der Wasserstand in den Festungsgräben gesteuert.

Bahnhof Spandau

Auf der anderen Seite des Rathauses führt der Weg zum hektischen Altstädter Ring. Gegenüber befindet sich der Bahnhof Spandau. Der 1998 fertig gestellte Neubau wurde von dem Büro Gerkan, Mag und Partner geplant. Von hier verkehren Fern- und Regionalzüge und de Berliner S-Bahn. Direkt vor dem Bahnhof endet die U-Bahnlinie U 7 in der Station „Rathaus Spandau“.

Quellen:

  1. Behnitz.de: St. Marien Berlin-Spandau
  2. Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin: Schleuse Spandau
  3. Brauhaus in Spandau
  4. Berlin.de: Brauhaus Spandau
  5. Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai Spandau: St. Nikolai-Kirche
  6. Berlin.de: Gotisches Haus - Stadtgeschichtliches Museum Spandau
  7. Partner für Spandau: Tourist-Information