Arbeitslosigkeit in Spanien - Gedanken zu München und Europa

Bayerische Landeshauptstadt München - K. Mieth
Bayerische Landeshauptstadt München - K. Mieth
20 Prozent Arbeitslosigkeit im Tourismusland Spanien - Eine Spanierin macht sich auf den Weg, um die deutsche Sprache zu erlernen und Arbeit zu finden.

Carla studiert Rechtswissenschaften und Tourismus in Barcelona, das gute Leben unter der katalanischen Sonne geht seinen Gang. Bis die Baubranche die Krise einleitet - die Wirtschaftskrise hat nun auch das sonnenverwöhnte Spanien erreicht. Das könnte nach Griechenland und Irland viermal so schwer verdaulich für die europäische Union werden. Denn Spaniens Wirtschaft ist im europäischen Verbund viermal so stark vertreten wie das wirtschaftlich kleinere Griechenland. Die Europaunterstützung würde hier viermal so schwer wiegen, findet Spanien nicht ohne Hilfe aus der Krise.

Höchste Arbeitslosenrate in Spanien erreicht

Der deutschen Sprache mächtig, ist Carla schon seit Kindertagen. Die Großmutter war eine Deutsche. So ist sie jetzt wieder hier, schon das dritte Mal in Folge. Schreibt, studiert, spricht - die deutsche Kultur vertiefend. Sie versucht nun, in diesem Winter eine Anstellung in München zu finden, würde sogar Familie und Heimat aufgeben. Schreibt Bewerbungen über Bewerbungen. Ihre Eltern und Freunde sind fern, kommunizieren mit Carla via Skype.

Die Deutschen heißen die Spanier willkommen. Gehen sie doch selber auch jedes Jahr, sogar massenhaft, nach Mallorca, nach Teneriffa oder Gran Canaria. Sie kennen Madrid, Granada oder La Palma, die "Sagrada familia" in Barcelona und den endlosen weißen Strand „Es Trenc“ auf Mallorca. Um europaweites Unterstützen wissend, kann Deutschland nicht im Alleingang voran streben ohne seine Partner, denn die Wirtschaftsentwicklung ist umfassend zu sehen.

Zum Hintergrund der wirtschaftlichen Situation in Spanien heute

Fast 40% der Bevölkerung sind von der schwierigen Arbeitsmarktsituation im Land betroffen. Noch greifen Sozialhilfe, Kurzzeitarbeit sowie die, den Deutschen abhanden gekommene Hilfe der Familie bei der Bewältigung der Krise. Die Regierung verspricht zwar den Anstieg der Kaufkraft und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, die Bevölkerung aber macht sich indes auf den Weg.

Nationalitäten vermischen sich

Spanien in Deutschland - Deutschland in Italien - Griechenland im Deutschland - Russland in Griechenland. Und weltweite Entwicklungen sprechen der so genannten Gesundung der Wirtschaft Hohn, wie lange wird sich Deutschland im Europaverbund noch krisenstark halten. Kritiker sprechen von drei bis vier Jahren. Denn dann könnte auch uns die globale Krise in solcher Härte wie jetzt unsere Nachbarn erreicht haben.

Sollte nicht ein Umdenken stattfinden, Wachstum an sich in Frage gestellt werden in einer Zeit der Klimaerwärmung, der schmelzenden Pole, des stetigen Anstiegs des CO2 Werts durch beispielhafte Massentierhaltung und deren grenzenloser Fleischproduktion? Diese Diskussion ist in aller Munde, von Oslo bis Paris - von München bis Barcelona.

Den Globus umspannend denken

Carla studiert auch in der Freizeit. Im Kino hat sie den neuen Film mit Jack Nicholson gesehen, den sie in der Sprachschule diskutieren wird, schreitet voran im Bestreben und ist stark in Veränderung begriffen. Verlassen des Heimatorts ist heute keine Seltenheit mehr. Berlin in München - München in Hamburg, Köln in Berlin - Stuttgart in Köln. Das "Wegziehen" durchzieht ganz Europa. Völkerwanderungen gibt und gab es schon seit Jahrtausenden. So dreht sich das Rad der Zeit unaufhaltsam und über alle staatlichen und gedanklichen Grenzen hinweg.

Quelle: Interview mit Spanierin Carla

Fotostudio München, All eyes on you

Katti Mieth - Nach dem Studium Wirtschafts-und Gesellschaftskommunikation in Berlin lernte ich die Agenturarbeit kennen, wurde in den 80er Jahren ...

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