Spaniens schönste Klöster: Yuso und Suso in La Rioja

Kloster Suso - Lou Avers
Kloster Suso - Lou Avers
Sehenswert ergänzen sich die beiden Weltkulturerbe-Klöster Yuso und Suso mit ihrer unmittelbaren Nachbarschaft.

Im einem üppig grünen Tal der Sierra de Demanda der Weinregion La Rioja liegt das kleine Bergdörfchen San Millán de la Cogolla. Kaum jemand würde sich wohl hierher verirren, lägen nicht zwei der schönsten und wichtigsten Klöster Spaniens in diesem Ort beheimatet, nur wenige Gehminuten voneinander getrennt : Das gotische Monasterio de Yuso und das ältere romanische Suso. Beide sind auf ihre Art sehenswert. Die Namen leiten sich von lateinischen Bezeichnungen ab und bedeuten sinngemäß Suso = sursum =oben, Yuso = deorsum = unten.

Kloster Suso in San Millán de Cogolla

Knapp zwei Kilometer oberhalb der Ortschaft San Millán de Cogolla liegt das Kloster Suso. Umgeben von dichten Buchen- und Eichenwäldern, aus denen ab und an eine lichte Stelle mit Getreidefeldern hervor blitzt, ragt das rotbraune Sandstein-Gemäuer des Klosterbaus aus saftigem Grün der Sierra da Demanda. Das Monasterio de Suso entstand an dem Ort, an dem sich der Eremit Emiliano (473-574), später bekannt als San Millán, zum Meditieren in Höhlen zurückzog. Benediktinermönche gründeten hier das erste Kloster, die westgotischen Grundzüge sind noch im Innern zu erkennen. Später kam die mozarabische Phase mit arabisch anmutenden Hufeisenbögen und hohen Säulen dazu. Der äußere Teil ist romanisch. Das Kloster entstand zwischen dem 6. und 11. Jahrhundert. Besonders beeindruckend sind die Höhlen mit den ausgehobenen Grabstätten, die mozarabischen Säulenbögen und die romanischen Alabasterkapitelle am Eingang. Im Monsaterio de Suso entstanden einige der wichtigsten Schriften Spaniens. Unter anderem die erste Aufzeichnung in Castillano aus dem Jahr 964, der Códice 46 der Glosas Emilianenses. Suso und der Ort San Millan de Cogolla bezeichnen sich deshalb auch als die Wiege der kastilischen Sprache. Zuvor schrieben die Mönche nur in Latein. Auch die ersten Sätze in Baskisch wurden hier geschrieben. Das Kloster kann nur mit vorheriger Anmeldung im Informationsbüro des Klosters Yuso besichtigt werden. Fahrzeuge dürfen nur mit Ausnahmegenehmigung hochfahren. Man erreicht Suso über einen ausgezeichneten Wanderweg in knapp zwanzig Minuten. Ansonsten verkehrt ein im Eintrittsticket beinhalteteter Pendelbus halbstündig zwischen den Klöstern Suso und Yuso.

Kloster Yuso in San Millán de Cogolla

Das Kloster Yuso entstand im Jahr 1067 und wurde vom Benediktiner Orden gebaut. Hier lebten im Gegensatz zu Suso nur männliche Ordensmitglieder. Bis 1100 funktionierten noch beide Kloster nebeneinander, später wurde der Hauptsitz ganz nach Yuso verlegt. Eine Legende erzählt, König Don Garcia wollte den Leichnam San Milláns in das Kloster Santa Maria la Real in Najera überführen lassen. Doch als Träger den Sarkophag des Heiligen aus dem Tal transportieren wollten, wurden ihre Beine bleischwer und sie waren nicht in der Lage weiterzugehen. Man deutete dies als Willen des Heiligen, sein Tal nicht verlassen zu wollen und baute somit an dieser Stelle das neue Kloster. Die mittelalterlichen Schriften wurden in das Kloster Yuso gebracht und dort archiviert. San Millan war im Mittelalter ein kulturelles und politisches Zentrum und die schreibenden Mönche verfügten über Einfluss und Macht. Im Klostermuseum von Yuso kann heute eine Ausstellung der wichtigsten „Glosas Emilianenses“ besichtigt werden, darunter auch die Kopien der ersten Übersetzungen des Codices 46 in Kastilisch und Baskisch. Vitrinen informieren über die Arbeitsweise der Mönche, das Papier, die Federn, und wie die Schriften gebunden wurden. Ein besonderer Schatz sind die 25 Bücher der gregorianischen Gesänge aus dem 18. Jahrhundert, von denen in Spanien insgesamt nur vier existieren. Zwei in Madrid, eine in Guadalupe und eine in Yuso.

Das Kloster ist weitgehend in spätgotischem Stil errichtet, wenn es auch stark an die Renaissance angelehnt ist. Hauptattraktion ist neben der Schriftensammlung die Sakristei, die zu den schönsten Spaniens gehört. Die Deckenfresken aus dem 18. Jahrhundrt sind sehr gut erhalten und beeindrucken mit kräftigen Farben. In der Sakristei ist ein Alabasterboden eingelassen, der die Feuchtigkeit aufnimmt, was die gute Farbpräservation erklärt. Das Kloster kann im Rahmen geführter Besichtigungen besucht werden. In einem Teil des Klosterkomplexes ist das 4-Sterne-Hotel „Hosteria de San Millán de Cogolla“ untergebracht. Heute ist Yuso unter der Verwaltung einer geschlossenen Augustiner Gemeinschaft, die das fast 1.500jährige Klosterleben fortführt und sich um den Erhalt der Gebäude kümmert.

Sowohl Suso als auch Yuso erhielten 1997aufgrund ihrer historischen und kunstgeschichtlichen Bedeutung den UNESCO- Weltkulturerbetitel.

Wer war der Heilige San Millán de Cogolla?

San Millán war eigentlich ein einfacher Schafhirte der im Jahr 473 in Berceo geboren wurde. Er war ein Zögling des Heiligen San Felices aus Haro und widmete sein ganzes Einsiedlerleben dem Gebet und der Meditation. Seine Höhle wurde zur Einsiedlerkapelle, später aus der Kapelle eine Kirche und dann eine kleine Abtei. Er starb am 12. November 574 mit 101 Jahren und ist im Kloster Suso begraben. Im 5. Jahrhundert schrieb der Kleriker San Braulio das Leben des San Millán in „Vita latina“ nieder. Da er der erste eigene Heilige aus dem Volk war, wurde er zum Schutzpatron der Region Rioja, dem ersten der Zeit in Spanien.

La Rioja – Wein und Klöster in der spanischen Provinz

Die nordspanische autonome Region La Rioja ist international vor allem wegen ihres Weines bekannt. Die Weine der Rioja gehören zu den besten Spaniens. Auch für den Jakobsweg, vor allem den legendären Camino Frances, ist die Rioja seit Jahrhunderten von großer Bedeutung. Wichtige Pilgerstationen wie Nájera, Santo Domingo de la Calzada oder die Provinzhauptstadt Logroño gehören dazu. In der Rioja sind einige der bedeutendsten Klöster Spaniens zu finden. Beispiele: Santa Maria la Real in Nájera, Nuestra Señora de la Anuncion in Santo Domingo de la Calzada, Santa Maria de San Salvador in Cañas oder das Monasterio de Santa Maria de Valvanera in Anguiano. Landschaftlich ist diese Region sehr reizvoll, mit grünen Hügeln, Weinbergen so weit das Auge reicht und waldreichen Bergregionen.

Quellen:

Turismo de La Rioja

Weltkulturerbe Yuso und Suso

Silvia E. Baumann, Lou Avers

Silvia Baumann - Herzlich Willkommen auf meiner Profil-Seite! Seit 18 Jahren nimmt mich meine Leidenschaft - das Reisen - voll und ganz in Anspruch. Als ...

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