
- Kathedrale in Cuenca, Ecuador - Alejandro Juan
Seit 1999 trägt Santa Ana de los Cuatro Rios de Cuenca den Titel Weltkulturerbe der Menschheit. Diese Anerkennung durch die UNESCO hat der drittgrößten Stadt Ecuadors nicht nur viel Aufmerksamkeit, sondern auch eine Menge Veränderungen gebracht. In wenigen Jahren hat sich die Stadt in den südecuadorianischen Anden zu einer herausragenden Touristendestination entwickelt. Auch zahlreiche Sprachschulen haben hier eröffnet. Es gibt kaum einen Ort, an dem Spanischlernen so attraktiv ist. An einigen Universitäten Cuencas sind auch Auslandssemester möglich, welche sich wiederum durch bestimmte Stipendien finanzieren lassen können. Hier lassen sich neben der Sprache auch Kompetenzen erlernen, die später im Berufsleben, wie beispielsweise in Führungspositionen im interkulturellen Management, hilfreich sein können. Cuenca ist außerdem relativ sicher, die typischen südamerikanischen Kriminalitätsraten werden hier stark unterschritten.
Cuenca: Kulturstadt in den Anden, perfekt zum Spanischlernen
Cuenca hat sich trotz des Tourismus seinen Charme bewahrt. Die auf 2500 Metern Höhe gelegene Hauptstadt der Provinz Azuay bietet mit einer gut erhaltenen kolonialen Altstadt, den Inkaruinen Pumapungo und der Bienale wertvolle kulturelle Einblicke. Neben Touristen zieht die Stadt auch Einheimische von der Küste, aus dem Dschungelgebiet und den anderen Städten des Hochlandes in Scharen an. Dabei spielt ihre Lage eine wichtige Rolle. Bis nach Guayaquil, Haupthafen und größte Stadt des Landes, sind es gerade einmal vier Stunden mit dem Bus und auch ins Tiefland, wo sich Flüsse wie der Rio Pastazas den Strömen entgegen winden, die weiter östlich in den Amazonas münden und wo die Shuar und Achuar leben, welche einst Schrumpfköpfe herstellten, braucht man kaum länger. So ist Cuenca ein optimaler Ausgangspunkt, um die Vielfältigkeit des Landes kennen zu lernen. Diese Vielfalt ist ein weiteres Plus gegenüber anderen lateinamerikanischen Städten wie Santo Domingo, in der Dominikanischen Republik, Lima, in Peru, San José, in Costa Rica oder Buenos Aires, in Argentinien, wo ebenfalls viele Sprachkurse angeboten werden.
Exotik, Karneval und Fiesta im katholischen Zentrum Ecuadors
Aber nicht nur das Umfeld, sondern bereits die Stadt selbst bietet eine breite Palette Exotik. Ob mit seinen Cholas Cuencanas (Mestizinnen aus Cuenca), die Pollera (traditioneller langer Rock) und Panamahut tragend in kleinen Gruppen zusammensitzen und sich auf Quichua verständigen, den bunten Märkten oder den skurrilen Meerschweinchengrills an der Straßenecke, hier gibt es was für die Sinne. Auch an Festlichkeiten mangelt es hier, im katholischen Zentrum Ecuadors, nicht. Es vergeht kaum eine Woche in der nicht irgendein Spektakel in Cuenca stattfindet und in traditionelle Trachten gehüllte Gruppen mit Tanz und Musik durchs Zentrum ziehen. Nationalfeiertage, las Fiestas de Cuenca, el Dia de los Inocentes (Tag der unschuldigen Kinder) oder der Karneval, die Cuencanos lassen kaum eine Gelegenheit aus, um frohe Feste zu feiern. Wer würde hier nicht gern die spanische Sprache studieren?
Lateinamerikanische Universitätsstadt: frühlingshaft, billig und sicher
Mit einem ganzjährig frühlingshaften Klima, unerhört niedrigen Lebenserhaltungskosten und einer für südamerikanische Städte äußerst geringen Kriminalitätsrate bietet Cuenca, die Stadt der vier Flüsse, dabei ein angenehmes Ambiente. Das geschichtsträchtige Umfeld inspiriert, vier größere Universitäten und zahlreiche Bibliotheken bieten gute Studienmöglichkeiten und auch die Sprachschulen weisen vielfältige Angebote auf. Selbst auf allen öffentlichen Plätzen gibt es kostenlose Wirelessverbindungen. Auch Parks und Grünflächen gibt es viele. Es ist mal etwas ganz anderes als Deutschland oder Europa. Diese Andersartigkeit tut gut und ermöglicht es einem, dem Leben neue Aspekte abzugewinnen. So entscheidet sich so mancher für Cuenca und findet sich dann vielleicht, ein spanisches Buch lesend, unter den drei von roten Blüten schweren Hibiskusbäume im Garten der staatlichen Universität von Cuenca wieder. Zwei türkis schimmernde Kolibris schwirren necktarnaschend darüber und begleiten für einen flüchtigen Moment bei einer Erfahrung dieser Deutschland so fernen neuen Welt.
