Für das Erlernen der spanischen Sprache gibt es viele Gründe. Zum Beispiel, dass Spanisch nach Chinesisch die meistgesprochene Muttersprache der Welt ist. Auch, dass die relativ hohe Kaufkraft in manchen südamerikanischen Ländern zunehmend internationale Geschäfte anzieht. Besonders aber wohl, dass die spanische Kultur für die europäischen Nachbarn offensichtlich äußerst attraktiv scheint: Seit Europa enger zusammenwächst, steigen die Auswanderungsraten nach Spanien. Jahr für Jahr bevölkern Deutsche, Franzosen, Holländer, Österreicher und Finnen die Sprachschulen Spaniens - nicht nur, um in Gruppen unterschieldicher Nationalitäten kulturelle Entdeckungen zu machen, sondern auch, um Strand- mit Bildungsurlaub zu verbinden.
Wer sich in seiner sprachlichen Fortbildung am Europäischen Referenzrahmen misst und eine Einstufung in Level A2 anstrebt, sollte unter anderem die Zukunftsformen Futuro I und Futuro II beherrschen.
Futuro I
Diese Zukunftsform ist die, die am nähesten zur Gegenwart reicht. Ausdrücke wie „ahora", „esta tarde", „hoy" oder „este mes" sind u.a. Indizien dafür, dass die Zukunftsform mit „ir* + a + infinitivo" folgt. (Zu vergleichen übrigens mit dem Englischen „going + to + Infinitiv".)
* yo voy, tu vas, el/ella/usted va, nosotros vamos, vosotros vais, ellos/ellas/ustedes van
Beispiele:
cantar (singen)
yo voy a cantar
tu vas a cantar
el/ella/usted va a cantar
nosotros vamos a cantar
vosotros vais a cantar
ellos/ellas/ustedes van a cantar
vivir (leben)
yo voy a vivir
tu vas a vivir
el/ella/usted va a vivir
nosotros vamos a vivir
vosotros vais a vivir
ellos/ellas/ustedes van a vivir
beber (trinken)
yo voy a beber
tu vas a beber
el/ella/usted va a beber
nosotros vamos a beber
vosotros vais a beber
ellos/ellas/ustedes van a beber
Futuro I gilt als besonders einfach und verständlich, da es hierbei weder unregelmäßige Verben gibt, noch Unterschiede nach Verb-Endungen auf „-ar" oder „-er/-ir".
Futuro II / Futuro simple
Diese Zeitform wird benutzt für Vermutungen und zeitlich weiter entfernt liegende Ereignisse. Ausdrücke wie „seguro que ...", „probablemente", „mañana" oder „el próximo lunes/més/año" können zum Beispiel Indizien für den Gebrauch des Futuro simple sein. Dieses wird in seiner regelmäßigen Form durch das Anhängen von bestimmten Endungen an den Infinitiv gebildet. Die Endungen variieren allerdings nur je nach Personalpronomen, nicht je nach Verb-Endung (-ar, -er/-ir).
Beispiele:
cantar (singen)
yo cantar-é
tu cantar-ás
el/ella/usted cantar-á
nosotros cantar-emos
vosotros cantar-éis
ellos/ellas/ustedes cantar-án
vivir (leben)
yo vivir-é
tu vivir-as
el/ella/usted vivir-á
nosotros vivir-emos
vosotros vivir-éis
ellos/ellas/ustedes vivir-án
beber (trinken)
yo beber-é
tu beber-ás
el/ella/usted beber-á
nosotros beber-emos
vosotros beber-éis
ellos/ellas/ustedes beber-án
Im Futuro simple gibt es Unregelmäßigkeiten (sie entsprechen denen des Conditional simple), zum Beispiel bei den Verben tener (tendr-é, tendr-ás, tendr-á, tendr-emos, tendr-éis, tendr-án), poder und poner (po(n)dr-é, po(n)dr-ás, po(n)dr-á, po(n)dr-emos, po(n)dr-éis, po(n)dr-án), querer (querr-é, querr-ás, querr-á, querr-emos, querr-éis, querr-án), hacer (har-é, har-ás, har-á, har-emos, har-éis, har-án) oder decir (dir-é, dir-ás, dir-á, dir-emos, dir-éis, dir-án).
Damit eine Sprache in allen Zeitformen - von der Vergangenheit über die Gegenwart und Konditionalformen bis hin zur Zukunftsform - in Fleisch und Blut übergeht, empfiehlt es sich direkt in das Land zu reisen und auch seine Menschen, seine Kultur und seine Geschichte kennen und verschiedene Dialekte verstehen zu lernen. Hierfür bieten organisierte Sprachreisen einen guten Einstieg und häufig sogar recht günstige Möglichkeiten.
