"Die purpurnen Flüsse" von Jean-Christophe Grangé - Spannung pur

Die purpurnen Flüsse von Jean-Christophe Grangé - Juliane Günzel
Die purpurnen Flüsse von Jean-Christophe Grangé - Juliane Günzel
Rasantes Tempo, blutige Abgründe und Brutalität - „Die purpurnen Flüsse" von Jean-Christophe Grangé ist nichts für schwache Nerven, aber ungemein lesenswert

Vorsicht! Dieses Buch ist gefährlich, denn es wird Sie von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann ziehen. Wer einen netten kleinen Unterhaltungskrimi mit zwei, drei brenzligen Situationen und alles schön in rosarot verpackt sucht, der sollte dringend die Finger von diesem Buch lassen. Jean-Christophe Grangés Welt in Die purpurnen Flüsse ist hart und erbarmungslos, doch wer damit umgehen kann, dem steht fesselnde Spannung und purer Nervenkitzel bevor.

Barbarische Morde voll dunkler Rätsel um die purpurnen Flüsse

Pierre Niémans ist ein Profi. Der pariser Kommissar versteht es, mit ungewöhnlichen und nicht selten brutalen Methoden seine Fälle aufzuklären. Doch als er zur Untersuchung eines grausamen Mordfalls in ein kleines, abgelegenes Universitätsstädtchen in den Alpen beordert wird, steht er zunächst vor einem Rätsel. Gezielt platzierte Spuren führen ihn zu einem weiteren Mord und es ist klar, dass dies nicht der letzte Leichenfund sein wird, wenn er den Täter nicht aufhalten kann.

Ihm kommt der junge Polizist Karim Abdouf zu Hilfe, der ihm an Aggressivität um nichts nachsteht. Dieser wurde in ein Provinznest versetzt und untersucht dort den Einbruch in eine Schule, bei dem alle Unterlagen einer ganzen Klasse gestohlen wurden. In der gleichen Nacht wurde das Grab eines vor zehn Jahren gestorbenen Kindes aufgebrochen. Abdouf ist sich sicher, dass die beiden Fälle in Zusammenhang stehen. Seine Ermittlungen führen zu immer mysteriöseren Spuren, bis er schließlich in dem kleinen Universitätsstädtchen landet, in dem Niémans ermittelt.

Auch wenn es den beiden Ermittlern nicht gefällt, sie müssen wohl oder übel zusammenarbeiten um die Rätsel um die purpurnen Flüsse zu entschlüsseln, die selbst die Opfer der Morde in keinem guten Licht darstellen. Umso dringender, als die Situation eskaliert und immer mehr grauenerregende Morde die Bewohner der Stadt in Angst und Schrecken versetzen…

Das Markenzeichen eines Grangé: blutig, spannend, wohl durchdacht

Jean-Christophe Grangé verzichtet komplett auf blumige Ausschmückungen und nett umschreibende Schnörkel. Kurz, hart und rasant erzählt er die Geschichte und bringt ganz nebenbei die schrecklichsten Abgründe der menschlichen Seele ans Licht. Aber auch einige Sonderbarkeiten schleichen sich ein, wenn beispielsweise ein großschnäuziger Polizist mit Dreadlocks bei seinen Ermittlungen in einem Nonnenkloster voller Wärme und Freundlichkeit aufgenommen wird.

Die purpurnen Flüsse ist ein rasanter Thriller, voller verrückter Choleriker und zahlreichen überraschenden Wendungen. Obwohl die Story, vor allem beim Einsteckvermögen von Niémans, nicht immer ganz realistisch ist, sind die Ereignisse doch logisch durchdacht und spannend beschrieben, und schaffen ein fesselndes Gesamtbild, bei dem Gut und Böse nicht immer leicht zu unterscheiden sind.

Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse. Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, 7. Auflage 2009. Taschenbuch, 413 Seiten. Euro 8,99.