
- Alt & Jung: Vater werden mit über 50 - Angelina S. / Pixelio.de
Statistisch gesehen werden Deutschlands Väter von Jahr zu Jahr älter, zumindest, wenn es um die Geburt des ersten Kindes geht. Im Jahr 2000 waren 34 Prozent der Männer zum Zeitpunkt der Geburt des ersten Kindes über 35 Jahre alt, im Jahr 2008 waren es bereits 44 Prozent. Heute sind 5 Prozent der Väter bereits 50 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind in den Armen halten.
Prominente Väter machen es vor
Immer mehr Schauspieler, Sänger und Politiker bekommen erst ab dem 50. Lebensjahr eigene Kinder und stehen voll und ganz zu der späten Vaterschaft. Viele von ihnen waren lange Zeit verheiratet und haben aus erster Ehe bereits erwachsene Kinder, wenn sie sich erneut zu einer Vaterschaft entschließen. Ob eine junge Frau dahinter steckt oder ob es das eigene Bedürfnis ist, nochmal Vater zu werden, ist sicherlich bei jedem anders. Fakt ist: Männer wollen Karriere machen, das Leben genießen und erst dann Kinder kriegen. Der Wunsch nach einem Kind tritt deshalb meist viel später ein als bei Frauen. Niki Lauda wurde zum Beispiel im Alter von 60 Jahren Vater von Zwillingen und George Hamilton war sogar schon 71 Jahre alt, als er im Jahr 2000 nochmal Vater eines Sohnes wurde.
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr...
Hat es Vorteile, spät Vater zu werden? Es scheint jedenfalls so, als wären ältere Väter gelassener und entspannter, da sie sich nicht mehr voll und ganz auf die Karriere konzentrieren müssen. Sie können sich auf die Familie einlassen und haben viel Zeit, um sich mit dem Nachwuchs zu beschäftigen. Das ist einerseits ein großer Plus-Punkt, andererseits darf aber nicht vergessen werden, dass die Kinder auch in die Pubertät kommen und damit die größeren Probleme erst anfangen. Junge Väter können sich noch leichter in diese besondere Situation hinein versetzen als ältere Väter, bei denen die Teenager-Zeit schon lange zurück liegt. Das Risiko, dass Sie den Schulabschluss ihres Kindes nicht mehr miterleben, die Hochzeit oder die Enkelkinder, wenn Sie sehr spät Vater werden, ist natürlich auch nicht schön zu reden. Und auch gesundheitlich kann es ab einem bestimmten Alter sehr schnell bergab gehen. Selbst wenn Sie sich heute noch jung und vital fühlen - das Alter können Sie nicht aufhalten.
Gibt es gesundheitliche Risiken?
Bei Frauen machen die meisten Frauenärzte bereits ab dem 40. Lebensjahr eine sogenannte Fruchtwasserspiegelung, um zu sehen, ob mit dem Kind alles in Ordnung ist. Für Männer scheint es selbstverständlich zu sein, dass sie bis ins hohe Alter hinein problemlos Kinder zeugen können. Dies ist allerdings ein Irrtum, wie Experten verraten: Ab dem 40. Lebensjahr lässt nämlich auch die Fortpflanzungsfähigkeit des Mannes nach und ab dem 50. Lebensjahr geht dann auch die Spermienbeweglichkeit zurück. Schizophrenie und Autismus kommen nachweislich häufiger vor als bei jungen Vätern und Wissenschaftler, haben außerdem festgestellt, dass manisch-depressives Verhalten häufiger bei Menschen mit "alten Vätern" auftritt. Forschungen am Karolinska Institut in Schweden haben zudem herausgefunden, dass der IQ der Kinder deutlich unter dem von Kindern mit jungen Vätern ist.
Wird heutzutage zu viel riskiert?
Aus den unterschiedlichsten Gründen bekommen nicht nur Männer, sondern auch Frauen viel später Kinder. Vor 20 Jahren war es noch üblich, dass Frauen mit Anfang 20 verheiratet waren und Kinder bekamen. Selbstverständlich können heutzutage mit der Fruchtwasserspiegelung viele Behinderungen und Auffälligkeiten des ungeborenen Kindes ausgeschlossen werden, doch ein Restrisiko bei einer späten Schwangerschaft bleibt immer. Künstliche Befruchtungen sind ein Segen für viele kinderlose Paare, doch die Ärzte greifen damit in den natürlichen Lebensablauf ein. Fest steht: Die Medizin ermöglicht viel, doch wenn es im Alter nicht mehr klappt, wird es dafür vielleicht auch einen Grund geben.
Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
