
- Novemberstimmung - Paul-Georg Meister/pixelio.de
Der November bildet den Spätherbst ab, zumindest die ersten beiden Drittel des Monats. Der Rest des Monats lässt schon eher an Winter denken. Die Tage werden mit jedem Tag kürzer, trüber und grauer. Nebelschwaden überziehen das Land, das jetzt lieber im Warmen vom Fenster aus betrachtet wird, als dass man sich aufmacht zu einem Spaziergang nach draußen. Spätestens jetzt hat sich Natur, Mensch und Tier auf die kommende dunkle und stille Jahreszeit vorbereitet.
Der Monat November gemahnt zum Innehalten, zur Ruhe und Besinnung und des Gedenkens der Vergänglichkeit des Lebens, des Werdens und Vergehens. Der Gang über den Friedhof wird mit den fallenden Blättern häufiger angetreten als sonst. Der Mensch passt sich unbewusst der Natur an.
Der wenig geliebte November
Der November wurde einstmals auch Nebelung, Windmond, Wintermonat, Schlachtmond genannt. Schlachtmond oder -monat wurde er deshalb genannt, weil jetzt die nötige Zeit vorhanden war und die passende Witterung für das jährlich zweimal stattfindende Schweineschlachten. Ursprünglich war der November der neunte Monat (lat. novem = neun) im Kalenderjahr. Im Jahr 153 vor Christus wurde der Jahresbeginn um zwei Monate vorverlegt, so dass ab dann der November an die elfte Stelle der Monate rückte.
Der Monat November hat es nicht leicht unter den Kalendermonaten, denn er dürfte nicht allzu viel Liebhaber um sich scharen können. Zumindest wenn es um Aktivitäten draußen geht. Novembertage sind meist trüb und grau. Zäher Nebel hält sich oft den ganzen Tag über und bringt Feuchtigkeit mit sich. Die ersten Fröste treiben die letzten Blätter von den Bäumen. Übrig bleiben kahle und nackte Baumgerippe in der Landschaft. Die Natur sieht wenig einladend aus.
Novembertage können aber auch ganz anders aussehen. Als schöne Spätherbsttage haben sie durchaus auch ihren Reiz. Wenn die tiefstehende Wintersonne sich etwa über die Mittagsstunden milde zeigt, lange Schatten wirft und an geschützten Plätzchen nochmals zum Verweilen einlädt, kann das auch November sein. An solchen Tagen hat der Monat durchaus auch seine Liebhaber. An weniger einladenden Tagen kann man es sich drinnen im Warmen gemütlich machen und die Novemberstimmung vom Fenster aus betrachten.
Natur, Tier und Vogel im November
Wer denkt, in der Natur gäbe es im November nichts mehr zu entdecken und die Tier- und Vogelwelt hätte sich rar gemacht, der irrt. Die putzigen und munteren Eichhörnchen sind den ganzen November und Winter über zu beobachten. Mäuse, Saatkrähen und Dohlen ebenso. Die Vögel, die hier überwintern sowieso:der Bergfink zum Beispiel, das Wintergoldhähnchen, Birkenzeisige und Seidenschwänze.
Für die Vögel, die hier überwintern, stehen in der kargen Jahreszeit Wildfrüchte hoch im Kurs. Die Schlehe etwa, deren Früchte erst nach dem ersten Frost süß schmecken. Oder die Vogelbeere, Liguster und Hagebutte. Viele Vogelarten sind in der kalten Jahreszeit auf ein vielseitiges Beeren- und Früchteangebot angewiesen. Und wenn alles in Frost erstarrt ist, auf die Hilfe der Menschen.
Säugetiere wie Fledermäuse, Siebenschläfer und Igel beginnen spätestens Mitte November mit dem Winterschlaf. Erst mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen im nächsten Jahr lassen sie sich wieder blicken. Andere Tiere wiederum haben sich ein dickes Fell zugelegt und trotzen so dem Winter. Wie etwa Hirsch und Reh, Fuchs, Marder und Iltis.
Lostage für November
Wie jeder Monat im Jahr hat auch der November seine Lostage und passend dazu Wetterregeln. Zum Beispiel ist der 1. November, Allerheiligen, ein Lostag (Allerheiligen klar und helle, sitzt der Winter auf der Schwelle); der 11., St. Martin (Um Martin schlachtet der Bauer sein Schwein, das muss bis zu Lichtmess gegessen sein); der 15., Leopold (Der heilige Leopold ist dem Altweibersommer hold); der 25., Katharina (Wer eine Gans zum Essen mag, beginn zu mästen sie am Katharinentag); der 30., Andreas (Wenn es an Andreas schneit, der Schnee hundert Tage liegenbleibt).
Feiertage und Feste im November
Am ersten November, an Allerheiligen, gedenken die Katholiken ihrer Heiligen; am zweiten November, Allerseelen, ihrer Verstorbenen. Der St. Martinstag am 11. November ist ebenfalls ein katholischer Festtag, der dem heiligen Martin von Tours gewidmet ist. Der Volkstrauertag erinnert an die gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Er wird zwei Sonntage vor dem ersten Advent gefeiert. Am Mittwoch zwischen Volkstrauertag und Totensonntag liegt der Buß- und Bettag. Er ist ein Feiertag der evangelischen Kirche und lädt dazu an, sich wieder mehr Gott zuzuwenden. Schließlich folgt der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, an dem die evangelische Kirche der Verstorbenen gedenkt. Gleichzeitig schließt mit dem Ewigkeitssonntag das Kirchenjahr.
Lyrik zum Monat November
Nebel hängt wie Rauch ums Haus,/ drängt die Welt nach innen;/ ohne Not geht niemand aus,/ alles fällt in Sinnen. Leiser wird die Hand, der Mund,/ stiller die Gebärde./ Heimlich, wie auf Meeresgrund,/ träumen Mensch und Erde.
(Christian Morgenstern; deutscher Dichter 1871-1914)
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