Special Olympics Fußballwoche: Stars kicken mit Behinderten

Special Olympics: Autogramm vom Fußball-Profi - MaHa
Special Olympics: Autogramm vom Fußball-Profi - MaHa
Geistig behinderte Kinder kicken mit den Profis von Bundesligaklubs während der Special Olympics Fußballwoche. Ein Erlebnis, das beide Seiten beeindruckt.

Ein gekonnter Dribbling, dann ein Schuss - schade, nur haarscharf geht der Ball am Tor vorbei. Stefan muss sich nicht darüber ärgern, denn er bekommt Lob von jemanden, der sich auskennt. "Toller Schuss", sagt Mirko Slomka, der Chef-Trainer des Bundesliga-Clubs Hannover 96, anerkennend. Zusammen mit 13 anderen Bundesliga-Vereinen nehmen die Hannoveraner an der Special Olympics European Football Week teil. Schon zum siebten Mal luden sie dazu Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistigen Behinderungen zum Training in die AWD-Arena ein. "Wenn es einem gut geht, kann man auch etwas abgeben", erklärt Mannschaftsbetreuer Thomas Westphal das soziale Engagement des Vereins.

Special Olympics - Sport treiben, trotz geistiger Behinderung

Die internationale Sportbewegung Special Olympics wurde 1968 von der John F. Kennedy-Schwester Eunice Kennedy Shriver gegründet. Die Einrichtung unterstützt seither Sport treibende Menschen mit geistigen und mehrfach Behinderungen auf der ganzen Welt. Sie richtet nationale und internationale Special Olympics-Wettkämpfe aus und organisiert Begegnungen zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen. In diesem Rahmen steht jedes Jahr im Frühsommer die Europäische Fußballwoche auf dem Programm, die durch den niederländischen Fußballspieler Johann Cruyff ins Leben gerufen wurde.

Special Olympics versteht sich als Alltagsbewegung mit einem ganzheitlichen Angebot, das Wettkämpfe im Fußball, Basketball, Badminton, Schwimmen, Golfen, der Leichtathlik und vielen anderen Sportarten umfasst. Special Olympics Deutschland gibt es seit 1991. "Unser Ziel ist es, Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen zu bringen und so Berührungsängste abzubauen", sagt Sabine Schmitz, Geschäftsführerin der Special Olympics Niedersachsen. Darüber hinaus stärken die sportlichen Erfolge auch das Selbstvertrauen der Sportler mit Handicap.

Dribbeln lernen von Didier Ya Konan

Rund 40 Freizeitkicker mit geistigen Behinderungen haben sich im Mai 2011 in der AWD-Arena bei Hannover 96 eingefunden. Erst schwanken die Hobby-Kicker noch zwischen Scheu und Bewunderung, als sie Top-Stars wie das Stürmer-Ass Didier Ya Konan, Abwehrspieler Christian Schulz und Mittelfeld-Mann Leon Andreasen auf dem Rasen sehen. Auch die Trainerriege der Roten ist fast vollzählig versammelt. Dank des lockeren Umgangstons der Fußball-Profis sind ersten Hemmschwellen schnell abgebaut, und die jungen Gäste schauen sich gern ein paar Tricks von ihren Idolen ab.

Nach einigen Aufwärmübungen werden die Mannschaften eingeteilt, und die Special Olympics-Sportler können zeigen, was sie in ihren jeweiligen Fußball-AGs und Bewohner-Mannschaften gelernt haben. Das überrascht sogar die Profis. "Es ist unglaublich, was wir hier für Aktionen zu sehen bekommen", äußerte sich Thomas Westphal beeindruckt, nach einem tollen Torhütereinsatz. Auch Chef-Trainer Slomka ist angetan: "Es ist toll, wie viel Lebensfreude die jungen Menschen versprühen und mit welcher Begeisterung sie dabei sind."

Special Olympics - Veranstaltungen mit Nachhaltigkeit

Für die geistig behinderten Sportler ist das Zusammenspiel mit den Fußball-Profis eine Erfahrung mit Nachhaltigkeit. Noch Tage später wird in den Behinderten-Werkstätte, bei der Lebenshilfe und der Comenius Schule darüber gesprochen. Das Erlebnis ist für die jungen Menschen Ansporn und stärkt zugleich ihr Selbstvertrauen - nicht zuletzt durch die offene Art der Profis, die ohne Berührungsängste auf die jungen Behinderten zugehen und damit zu einem weiteren Schritt in Richtung einer inklusiven Gesellschaft beitragen.

Quelle:

  • Vor-Ort-Recherche bei Hannover 96
  • Interview mit Special Olympics Niedersachsen-Geschäftsführerin Sabine Schmitz

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