
- Speye, die neue CD von Electro Baby - Oliver Bär
Anfang Mai 2010 erschien die nunmehr vierte CD der Karlsruher Formation Electro Baby. Die brandneue Scheibe heißt "Speye". Fans können sich auf zwölf kraftstrotzende Songs freuen. Neuen potentiellen Hörern sei mit auf den Weg gegeben, dass die fünf Jungs trotz des Bandnamens so gar nichts mit Techno- oder Dancefloormusic zu tun haben. Hier geht es um die eher härtere musikalische Gangart. "Join a sonic roadtrip through stoner, doom & psychedelia", so das Motto des neuen Silberlings. Einsteigen, wer sich traut und ab geht's.
Neu im CD-Regal: "Speye" von Electro Baby
Knapp 70 Minuten volle Packung auf CD gepresst. Zig Monate hat das Recording und Mastering von "Speye" verschlungen, nicht zu vergessen die Entstehung der einzelnen zwölf Songs, die sich im Zusammenspiel von Text und energiegeladener Musik erst richtig entfalten. Nun präsentieren El Matador (Gesang), Robmaster Flash (Gitarre), The Neighbour (Gitarre), Mr. Olli Buster (Bass) und The Incredible Drumgod (Schlagzeug) das Ergebnis ihres Schaffens: "Speye". Das vierte Album wurde den Fans live am 7. Mai 2010 im Karlsruher Substage vorgestellt und ist ab sofort bei Konzerten oder Electro Baby direkt zu haben. Im Handel erscheint "Speye" am 21. Mai 2010.
Blick auf Booklet und Cover der CD "Speye" von Electro Baby
Es geht doch nichts über den Moment der Vorfreude. Eine neue, noch ungehörte CD in Händen. Der Blick trifft zuerst das Cover. Letztendlich zählt die Musik, die gleich ertönen wird, aber dennoch erfreut sich ein geneigter Hörer auch an einem interessanten Erscheinungsbild. Ein rascher Blick auf die Rückseite, zwölf Songs, also kein kurzer Spaziergang, sondern der versprochene Roadtrip. Dann das Booklet-Ritual. Herausnehmen, öffnen und freuen: Texte. Jetzt bleibt nur noch: "Speye" einlegen, auf Play drücken und die Lautstärke langsam mit dem ersten Song nach oben fahren...
Stilmix und bildhafte Geschichten: zwölf Songs mit Kraft und Gefühl
Es beginnt mit the arrival. Aber da ist nichts mit gemütlich ankommen. Psychedelische Klänge verflochten mit satten Gitarrenriffs entführen auf den versprochenen Trip. Sie sind schon unter uns… Um das Unabwendbare abzuwenden bräuchte man etwas Glück. Doch das ist ein zweischneidiges Schwert, erzählt uns the man with the black cat. Alles hat seinen Gegenpol und an jeder Ecke des Lebens lauert das ausgleichende Unglück. Doch how far schiebt gelungen weiter. Kräftiger Rock in feinster Handarbeit.
Man könnte meinen, es folgt eine kleine Erholungspause, so sacht beginnt demon eyes. Zunächst spannend reduzierte Gitarrenarbeit, gewürzt mit interessanten stark Retro angehauchten und sich langsam ins Arrangement morphenden Drums. Auch oder gerade durch die vielfarbige Stimme von El Matador entsteht hier eine lebendige Geschichte. Home bebildert den Weg zurück zu den eigenen Wurzeln, auch musikalisch erinnert diese Nummer an die gute alte Hard’n’Heavy-Zeit. Und es geht amtlich weiter mit she’s hellfire und traveler in time. Bei let me rock drücken die Jungs noch mal so richtig aufs Gas. Gelungener Stilmix, temporeich und bewegungsfördernd.
Abwechslungsreich und mit ruhigen Passagen durchwirkt, transportiert children of a new believe eine Menge Emotion. Eine typische Albumnummer – sie darf atmen, kein Formatstress – super arrangiert mit viel Mut zur kreativen Verwirklichung. Der außergewöhnliche Schluss hinterlässt gar einen kurzen Moment für Nachdenklichkeit. Doch love me, love my dog holt zurück auf die Straße, eine augenzwinkernde Ode an den Egomanen im wackeren Manne. Und es geht noch mehr – go! überrascht mit jazzig anmutenden Sequenzen im Wechsel mit schiebenden Gitarrenparts und exzellenter Drumwork, hierbei kommt die wandelbare Stimme von El Matador gut zum glänzen. Da wird geshoutet, perfekt intoniert und Falsetts werden gemeistert. Ein wahres Soundfeuerwerk, das mit in the shadows nach fast 70 Minuten sein gelungenes Ende findet.
Eigene Texte, eigene Musik, eigene Produktion: "Speye" von Electro Baby
Liebhaber dieses Genres sollten nicht zögern und ihre Plattensammlung mit "Speye" von Electro Baby ergänzen. Hier stimmt das Gesamtpaket und man merkt vom ersten Anpacken der CD bis zum letzten Ton, dass die fünf Musiker eine Menge Arbeit in "Speye" gesteckt haben – und das auf hohem Niveau. Neun Jahre gemeinsame Musikerfahrung und die komplette Eigenproduktion der neuen Scheibe machen sich bemerkbar. Die stilübergreifende und abwechslungsreiche Mischung sorgt sicher für langen Hörgenuss.
Electro Baby live: Festivalsommer
Wer sich noch unsicher ist, kann diesen Festivalsommer nutzen, um sich auf einem der Live-Konzerte von Electro Baby zu überzeugen:
12. Mai 2010, „May, I Rock-Festival“, Gernsbach
23.-25. Juli 2010, DAS FEST, Karlsruhe
Mehr Infos zu den fünf Musikern und deren Gigs sind auf der Bandhomepage von Electro Baby beziehungsweise auf deren MySpace-Eintrag zu finden.
