Rollenspielfans kennen den Entwickler From Software als Schöpfer der King’s Field-Reihe für die Playstation. Auf vier Teile brachte es die ambitionierte 3D-Serie, die von den Fans aufgrund der starken Grafik und dem enorm realistischen Gameplay innig verehrt wurde. Nach dem abschließenden 4. Teil für die Playstation 2 wurde es ruhig um From Software. Mit Hochspannung wurde daher der inoffizielle Nachfolger der King’s Field-Reihe Demon’s Souls für die PS3 erwartet. Anfangs noch ein Underground-Geheimtipp, zog das Spiel in den letzten Monaten mit sensationellen Presse-Wertungen immer mehr Aufmerksamkeit auf sich und wird mittlerweile in Fachkreisen als das beste Spiel 2009 für die PS3 gehandelt.
Herr der Ringe im Nebel
Wer die ersten Spielminuten von Demon’s Souls erlebt, fühlt sich unweigerlich an die Herr der Ringe Trilogie erinnert. Als Ringe fungieren hier sechs magische Keilsteine, über die sechs Herrscher des Landes wachen. Jedem der Steine wohnt die Macht inne, eine Verbindung zur Parallelwelt Nexus zu schaffen, in der ruhelose Dämonen ihr Dasein fristen. König Allant von Boletaria setzt den magischen Stein ein, um seine Macht zu erforschen und beschwört damit den Nebel des Bösen herauf. Fortan wird das Königreich Boletaria von Dämonen heimgesucht, die nach den Seelen der Menschen trachten. Als furchtloser Held ist es nun an Ihnen, Boletaria vor dem Untergang zu bewahren.
Ritter oder lieber Zauberer?
Nach einer opulenten Intro-Rendersequenz findet man sich im Charakter-Editor von Demon’s Souls wieder. Hier gibt man seinem Charakter einen Namen, feilt am Aussehen und wählt eine der zehn Charakterklassen. Entscheidet man sich für einen Ritter, wird man im späteren Spielverlauf den Gegnern im Nahkampf auf die Pelle rücken. Als Zauberer hingegen ist es ratsam, sein Heil in der Offensive mit Zaubern und Fernkampfwaffen zu suchen. Im anschließenden Tutorial lernt man die ersten Angriffs- und Verteidigungstechniken, staunt über die realistischen Kampfanimationen und wird hundert Bildschirmmeter weiter von einem übermächtigen Dämon in den Tod entsandt.
Die Online-Welt von Demon’s Souls
Der Tod ist untrennbar mit der Welt von Demon’s Souls verbunden. Jedes Mal, wenn die Spielfigur das Zeitliche segnet, wandelt man als seelenlose Gestalt durch die Welten von Boletaria und erhält erst wieder die physische Gestalt zurück, wenn man einen der zahlreichen Endgegner besiegt. In der Seelenwelt kommt die Online-Komponente von Demon’s Souls zum Tragen. Mittels spezieller Kristalle aus dem Ausrüstungs-Menü kann man sich mit anderen Spielern verbünden und gemeinsam gegen die Dämonen in den Kampf ziehen. Sucht man hingegen lieber eine Extraportion Nervenkitzel, dann teleportiert man sich als schwarzes Phantom in die Welt eines anderen Spielers und versucht ihn im Zweikampf niederzustrecken. Als Belohnung erhält man Seelen, die als Währung in Boletaria dienen und gegen Waffen und Ausrüstungsgegenstände eingetauscht werden können.
Kein Spiel für Casual-Gamer
Demon’s Souls ist schwer. Selbst der kleinste Gegner stellt eine Herausforderung dar und muss mit gut getimten Hieben beackert werden. Die größeren Brocken senden den Spieler ohne die richtige Taktik schon nach wenigen Treffern in die Seelenwelt zurück. Jeder Fehler wird knallhart bestraft. Doch nicht nur die herausfordernden Gegner machen Demon’s Souls zu einem der schwersten Spiele, die jemals den Blu-ray-Schacht der PS3 betreten haben. Beim vorzeitigen Ableben verliert man alle seine kostbaren Seelen, die man sich mühsam in den Kämpfen erarbeitet hat. Zwar kann man sich an die Stelle zurückkämpfen, an der man die Seelen verloren hat und diese wieder aufsammeln. Stirbt man jedoch danach ein zweites Mal, sind die Seelen unwiderruflich verloren.
Was macht die Faszination des Spiels aus?
Wer sich auf Demon's Souls einlässt, erlebt eines der intensivsten Spielerlebnisse der letzten Jahre. In Games-Foren berichten Spieler von einem der "lohnenswertesten Spiele aller Zeiten". Der hohe Realismusgrad in Verbindung mit dem knallharten, aber niemals unfairen Schwierigkeitsgrad lässt eine Atmosphäre entstehen, die einzigartig ist. Das Gefühl, mit gezücktem Schwert einen dunklen Gang entlangzulaufen und niemals zu wissen, ob hinter der nächsten Abzweigung ein Computergegner oder ein anderer menschlicher Spieler in Gestalt eines schwarzen Phantoms lauert, lässt den Spieler in ungeheurer Spannung vor dem Bildschirm verharren. Geht man siegreich aus einem Kampf mit einem schwarzen Phantom oder einem Bossgegner hervor, wandelt sich die Anspannung in ein endloses Gefühl der Befriedigung, die man in dieser Überdosis bislang von keinem anderen Spiel der Welt verabreicht bekommen hat.
Weitere Infos zu Demon’s Souls finden Sie auf der aktuellen Homepage zum Spiel.
