Naughty Dog zeigte bereits mit dem Vorgänger „Uncharted – Drakes Schicksal“, ebenfalls ein Action-Adventure für die Playstation 3, wie man den Vogel abschießt. Nun, erst zwei Jahre später erschien bereits die Fortsetzung, ebenfalls mit dem Schatzsucher Nathan Drake in der Hauptrolle. War dieser im ersten Teil noch auf den Spuren seines Vorfahren, Sir Francis Drake, unterwegs, so verschlägt es ihn dieses Mal auf der Suche nach einem großen Schatz Marco Polos bis nach Asien, um die Stadt Shambala und den Cintamani-Stein zu finden.
An seiner Seite stehen dieses Mal Harry Flynn, ein alter Freund Drakes und Cloe Frazer, Drakes Ex-Freundin. Später, nach Flynns Verrat, begegnen ihnen auch Victor Sullivan, Drakes Mentor und Elena Fisher. Beide standen Nathan Drake in Uncharted 1 schon zur Seite.
Das Gameplay - Taktisches Schießen und heimliches Anschleichen
Das Gameplay bleibt hier größtenteils dem Vorgänger treu. Wie im Vorgänger läuft man durch die verschiedensten Areale, schießt sich den Weg frei oder klettert an allem herum, was aus dem Boden oder Mauerwerk hervorragt, wobei man taktisch agieren muss, da die KI der Gegner sehr fordert und ein gedankenloses Durchwetzen alsbald zum schnellen Tod führen kann. Für diesen Fall sind wieder zahlreiche automatische Speicherpunkte verteilt.
Zusätzlich aber zu den typischen, taktischen Schusswechseln ist es auch oft Aufgabe, in den sogenannten Stealth-Passagen Gegner leise aus dem Hinterhalt per Hand auszuschalten, was gleich im zweiten Kapitel stark zum Tragen kommt. Zudem locken auch hier etliche, gut versteckte Schätze, die Umgebung auch nach dem Ausschalten der Gegner noch einmal genauestens in Augenschein zu nehmen.
Filmreife Grafik und Bewegungen
Diese sieht nicht nur genauso detailgetreu und realistisch aus wie im ersten Teil, sondern auch noch wesentlich abwechslungsreicher als im Vorgänger: Schneebedeckte Bergruinen, wilde Dschungel oder türkische Gefängnisse bei Nacht, jede dieser Umgebungen wirkt durch Naughty Dogs Liebe zum Detail sehr realistisch.
Man bekommt den Eindruck, man befände sich gerade in einem spannenden Film. So wirken die Charaktere durch die feinen und punktgenau passenden Texturen sowie die realistischen Bewegungen, die ganz ohne Ruckler oder sonstige Fehler auskommen und nahtlos ineinander übergehen, sehr echt. Hier macht sich der Einsatz echter Schauspieler durch die Motion-Capture-Technik bemerkbar.
Gelungene Synchronisation
Auch die Dialoge, sei es nun in den zahlreichen Szenen, die man sich über das Menü jederzeit noch mal ansehen kann oder der Smalltalk während des freien Bewegens im Areal schaffen eine fantastische Atmosphäre und sind zudem auch in der deutschen Fassung hörenswert. Hier ist es den Machern vollkommen gelungen, über sympathische Protagonisten sowie Antagonisten mit einer gelungenen Mischung aus Action, Spannung und Komik die Geschichte von der Jagd auf Marco Polos Schatz realistisch darzustellen und zugleich mitreizend zu erzählen.
Der umfangreiche Multiplayermodus lädt zu Teamwork ein
Neu ist auch der Multiplayermodus, über den sich verschiedenste Spieltypen wie Deathmatch, Plündern oder Überleben spielen lassen. Dies funktioniert sowohl zu zweit, zu dritt oder auch mit bis zu 10 Spielern, je nach Modus. Dabei wird bei Letzterem per Zufall bestimmt, wer in welchem Team landet, was meistens für zwei ausgeglichene Teams sorgt. Das Gebiet hingegen bestimmen alle Mitspieler demokratisch in einem schnellen Votingverfahren.
Zwar muss man sich als Neuling erst einmal an die unbarmherzigen Gegenspieler gewöhnen, doch spätestens, wenn man auch mal einen Gegner erwischt hat, vergeht der Frust ganz schnell wieder. Gerade die große Auswahl an Charakteren, Waffen und nicht zuletzt an Spielarealen gestaltet den Multiplayermodus interessant. Auch lassen sich Charaktere und Gebiete nicht nur aus dem zweiten Teil, sondern auch aus „Drakes Schicksal“ wählen.
Der schwierige Koop-Modus frustet
Dann ist da noch der Koop-Modus, der vor allem daraus schöpft, dass man sich zu zweit durch eine Mission kämpft, wobei es viel Spaß macht, da man sich ständig untereinander helfen muss, um weiter zu kommen. Sei es nun, indem man sich gegenseitig den Rücken freihält oder indem man bestimmte Hindernisse überwindet. Allerdings kann das ganz schnell auch zu Frust führen, wenn etwa bei einem Spieler die Internetverbindung abreißt oder man auch beim dritten Versuch von der Gegnerwelle überrollt wird, was im Übrigen auch der letzte ist, denn dann gilt die Mission als gescheitert und man muss wieder vom Anfang beginnen.
Sollte allerdings ein Spieler in einen Abgrund stürzen, kann er nach 60 Sekunden wieder in das Spielgeschehen eingreifen. Stirbt ein Mitstreiter durch einen Gegner, so kann er, was durch einen abnehmenden Balken angezeigt wird, ein paar Sekunden nachher noch vom Partner reanimiert werden. Damit wird die Auslöschung des eigenen Teams erschwert.
Dennoch ist zu sagen, dass selbst auf der leichtesten Schwierigkeitsstufe der Koop-Modus im Vergleich zum Einzelspielermodus in Uncharted 2 sehr anspruchsvoll ist. Sieht man aber davon ab, ist der Multiplayermodus gelungen und eine wirklich wichtige Neuerung im Vergleich zum Vorgänger.
Fazit: Ein filmreifes Action-Adventure mit Stealth-Passagen
Mit Uncharted 2 hat Naughty Dog es wieder einmal richtig gemacht und sich selbst übertroffen. Auch der Preis ist mit rund 50 € nicht zu teuer. Das Spiel holt eine fantastische Grafik aus der Playstation 3 raus und läuft reibungslos, abgesehen von einem langen Ladevorgang beim Öffnen des Single- und Multiplayermodus.
Die Charaktere um Nathan Drake und die Geschehnisse sind filmreif in Szene gesetzt. Ruhige und hektische Passagen sind gut ausbalanciert, das Gameplay durch Stealth-Passagen erweitert und die Steuerung ist ebenso gelungen.
Das Spiel macht Spaß, fordert aber auch, sowohl im Single- als auch im Multiplayer und dürfte auch Spieler, die mit diesem Genre wenig anfangen können, begeistern. Uncharted 2 ist abwechslungsreicher als der Vorgänger und bietet neben Altbekanntem auch jede menge Neues und ist damit ein würdiger Nachfolger des ersten Teiles.
