Schreckensmeldungen wie, dass Kinder, die Teile von Spielzeug, das aus China kommt, verschluckt hatten ins Koma fielen oder an Krebs erkrankt sind, gehen immer wieder durch die Medien. Rückrufaktionen für Kinderkleidung (wegen der Verwendung von giftigen Farbstoffen) von angesehenen Unernehmen wie Peek & Cloppenburg verunsichern Eltern.
Was heißt "Made in China"?
China ist der weltgrößte Spielzeugexporteur. Im vergangenen Jahr lieferte es 22 Milliarden Spielzeuge ins Ausland. Viele inländischen Firmen lassen ihre Ware in China produzieren und importieren sie dann wieder ins Heimatland. Trotz der anfallenden Transportkosten, ist diese Form der Produktion ein Vielfaches günstiger als die Ware im eigenen Land herzustellen.
Warum sind Spielsachen aus China angeblich gesundheitsschädigend?
Viele Spielsachen werden in China mit speziellen Weichmachern oder anderen Chemikalien, die in Deutschland verboten sind, behandelt. Diese Stoffe sind in vielen Fällen gesundheitsschädigend, enthalten hohe Anteile an Blei. Nicht nur das Verschlucken oder in den Mund nehmen dieser Produkte kann giftig sein, allein der Kontakt mit der Haut kann gesundheitliche Schäden hervorrufen.
So wurden in den USA 2007 mehr als 21 Millionen chinesische Spielzeuge und andere Produkte wegen zu hohen Bleigehaltes zurückgerufen. Auch in Deutschland und anderen Ländern wurden in einer Serie von Rückrufen Millionen von gifthaltigen Spielwaren chinesischer Herkunft aus den Regalen geholt.
Nach vermehrten Druck aus dem Ausland, gab China die sogenannte schwarze Liste heraus. Die schwarze Liste ist das Ergebnis von Stichproben, die Beamte der örtlichen Regierung jährlich machen. Obwohl China beteuert keine giftigen Stoffe mehr zu verwenden, schaut es auch zwei Jahre später nicht besser aus.
Was kann man als Konsument tun?
Am besten man vermeidet es Spielzeug oder auch Kinderbekleidung "Made in China zu" kaufen. Doch dies ist heutzutage gar nicht mehr so leicht. Schaut man sich die Spielwaren in den Regalen an, wird man schnell erkennen, dass man um die Herstellung in China kaum mehr herumkommt. Oft muss man auch mehrmals hinschauen, um das eigentliche Produktionsland zu finden. Da viele deutsche Firmen ihre Produkte beispielsweise die beliebten Schleich-Figuren teilweise im Ausland produzieren lassen, ist es nicht gesagt, dass man bei einem deutschen Hersteller sicher ist. Natürlich ist nicht jedes Spielzeug, das in China hergestellt wurde, automatisch gesundheitsschädigend. Viele Verbrauchermagazine wie Öko-Test geben diesbezüglich nützliche Hinweise.
Kann man sich auf die Bezeichnung "Made in Germany" verlassen?
Diese Frage kann nicht mit einem absoluten Ja beantwortet werden. Um die Bezeichnung "Made in Germany" verwenden zu können, ist ein Wertschöpfungsanteil von 40 bis 45 Prozent in Deutschland erforderlich. Also bei weitem keine 100 Prozent. Leider gibt es derzeit noch keine gesetzliche Grundlage für die Herkunftsbeschreibung "Made in Germany". Laut der Indusrtie- und Handelskammer Achen darf ein Erzeugnis sogar die Bezeichnung "Made in Germany" tragen, wenn einzelne Teile oder sogar ganze Baugruppen eines industriellen Erzeugnisses im Ausland zugekauft wurden. Dann müssen die Leistungen, die für die Eigenschaften der Ware nach handelsüblicher Affassung ausschlaggebend sind, in Deutschland erbracht worden sein.
