Sport hilft bei der Therapie und Prävention von Depression

Depressionen - Sport hilft! - Günter Havlena / pixelio.de
Depressionen - Sport hilft! - Günter Havlena / pixelio.de
Bei vielen Erkrankungen hilft Sport. Auch bei Depressionen, die immer mehr um sich greifen.

Depressive Menschen und Sport - geht das zusammen? Studien sagen eindeutig "ja" und erklären warum. Was zunächst wie ein Widerspruch in sich aussieht, denn viele depressive Menschen leiden an mangelndem Antrieb, funktioniert nach wissenschaftlichen Untersuchungen oft besser als man denkt.

Positive Wirkung von Sport bei Depressionen

Neben den allgemein bekannten förderlichen Effekten liegt beim Sport die Besonderheit im Überwinden der Antriebslosigkeit und dem Wiedergewinnen eines positiven Körpergefühls, das das Selbstbewusstsein stärken kann. Körperlich aktiv sein lenkt oft von den depressiven Gedanken ab; Sport kann auch soziale Kontakte schaffen. Regelmäßige Aktivität hilft den Tagesablauf zu strukturieren - ein wichtiger Bestandteil einer Behandlungsstrategie.

Die Ausschüttung der bekannten „Glückshormone“ (Endorphine) kann die Wirksamkeit körpereigener Stoffe, die antidepressiv wirken, steigern und Stresshormone abbauen. In der Linderung von Schmerzsyndromen, die bei Depressionen auftreten können, wurden ebenfalls Erfolge durch Sport erzielt.

Sport als unterstützende oder alleinige Therapie bei Depressionen

Grundsätzlich gilt, dass Sport zumeist die Stimmung anhebt - und dies gilt auch für Menschen mit Depressionen; in manchen Studien wirkt er besser als antidepressiv wirkende Medikamente. Eine gewisse Problematik scheint sich aus der Medikamenteneinnahme zu ergeben - manche Sporttreibende führen anscheinend die Änderungen in ihrem Befinden rein auf die verordneten Antidepressiva zurück und verbleiben von ihrer Einstellung her in ihrer Passivität. Sie erkennen die Bedeutung ihrer eigenen Aktivitäten oft nicht an.

Selbst bei Depressionen, die sich bislang einem Therapieerfolg verweigern, lohnt sich in einigen Fällen ein Versuch. Die besten Effekte scheint man mit Ausdauertraining erreichen zu können, aber wie immer gilt: Nur Regelmäßigkeit beim Training hilft wirklich. Nach den bisher gemachten Studien muss man eine längere Zeit durchhalten, um einen Nutzen für die Stimmung zu erzielen. In der Regel sind die Therapien aber sowieso langfristig ausgelegt.

Keine genaue Aussage lässt sich bislang dazu machen, welche Sportart nun grundsätzlich am besten geeignet ist. Jedoch gilt wohl: Wer wenig macht, erhält wenig positive Rückmeldung von seinem Körper; das kann eine Spirale abwärts in weitere Depressionen auslösen; gute Erfahrungen drehen jedoch die Spirale aufwärts.

Sport als Prävention bei Depressionen

Sport kann in gewissem Maße Depressionen sogar vorbeugen helfen. Über 14.000 Menschen wurden in einer groß angelegten Studie untersucht. Das Fazit: Je leistungsfähiger die Sportler waren, desto geringer war ihr Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Sport senkt die Rückfallquote

Eine weitere Studie zieht die Schlussfolgerung, dass die Rückfallquote durch Sport treiben deutlich gesenkt werden kann. US-Forscher führen dies möglicherweise darauf zurück, dass Patienten eine eigene, aktive Rolle in der Gesundung übernehmen und ihnen das Gefühl von „Kontrolle und Erfolg“ vermittelt wird.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Bildnachweis: (c) Günter Havlena / pixelio.de

Karl-Heinz Schuck, Autor

Karl-Heinz Schuck - Seid gegrüßt! Mein Name ist Karl-Heinz Schuck und ich interessiere mich sehr für die Vergangenheit - hier insbesondere ...

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