
- Der neue Gigasport Klagenfurt - Umdasch Shop Concept
Als Kastner + Öhler mit seinem Sportfachgeschäft "Gigasport" vom Zentrum an die belebte Einfahrtsstraße Völkermarkter Straße übersiedeln wollte, waren die Anforderungen an die Architektur klar: der Outdoorcharakter und die sportliche Grundidee von "Gigasport" sollten schon von außen sichtbar werden, und das Gebäude sollte sich deutlich von den Fachmarkthallen der Umgebung abheben. Die Idee des Architekten Gerhard Eder, dessen Entwurf sowohl im Grundriss, als auch im Schnitt geschwungene Formen aufwies, überzeugte. Das Dach in Holzleimbau bildet eine Welle, die von erstaunlich schlanken Schleuderbetonstützen im Raster von 15 m getragen wird. Die Fassade besteht aus lichtdurchlässigen Paneelen, die den Innenraum tagsüber mit Sonnenlicht durchfluten, und bei Dunkelheit den gesamten Gebäudekörper zu einem weit sichtbaren Anziehungspunkt erstrahlen lassen.
Neue Ladenbausysteme gefragt
Für die Innenraumgestaltung warf der bis zu 11,30 m hohe Raum, in dem es so gut wie keinen rechten Winkel gibt, zuerst mehr Probleme auf, als er löste. An herkömmliche Ladenbausysteme war aus mehreren Gründen nicht zu denken: Die Fassade erlaubte keine Wandbefestigung, war in jedem Teilabschnitt in einem anderen Radius geschwungen, und zudem hatte das Team sich das hohe Ziel gesteckt, bei diesem Projekt die absolute Flexibilität in der Warengruppierung, die im Sportfachhandel insbesondere durch den Sommer/Winterwechsel im Sortiment notwendig ist, zu verwirklichen.
Der Grundbaustein sollte ein Holzpaneel mit integriertem Singleschlitzsystem in Achse 62 cm sein, das verschiebbar vor einem emotionalisierenden Hintergrund einsetzbar, selbst einen beruhigten Background für die Ware bietet. Nach intensiven Gesprächen wurde mit der Firma panta rei GmbH das komplett neue Tragsystem "flexi" für den Außenwandbereich entwickelt. Jedes Paneel ist auf einem Tragrahmen montiert, der lediglich auf Auslegern und über Kunststoffrollen auf einem bodennahen Rundrohr ruht, das entlang des Fassadenverlaufes montiert wurde. Auf dieser Schiene lässt sich jedes 124 cm breite und 285 cm hohe Element beliebig verschieben - leichtes Andrücken genügt.
Geschwungene Formen und Emotionen
Der Formschluss zu den Trennwänden, die mit dem Raum schwingen, wurde über den Einsatz der gleichen Holzpaneele für die Warenpräsentation vor ähnlichem Hintergrund verwirklicht. Um eine Überfrachtung mit Bildbotschaften zu vermeiden, wurden hier auch Materialien und Texturen (wie Fußballrasen, Tennissand,..) eingesetzt. Außerdem wurden im Kontrast zu den Panoramabildern alle Grafiken innerhalb der Warenpaneele auf schwarz/weiß beziehungsweise sepia (im Outdoorbereich) gesetzt.
Die beleuchteten, mit einem anthrazitfarbigem Rahmen umspielten Trennwände weisen eine Höhe von 4,20 m auf, was die Montage zu einem Kraftakt werden ließ. Sie wurden so gesetzt, dass die daraus entstehenden Räume in jeder Saison leicht erfassbare Grenzen für die präsentierten Sportbereiche bilden. Randzonen können abteilungsübergreifend genutzt werden. Jedes Wandsegment wurde für eine Sportart gebrandet. Dahinter verbergen sich Handlager und Umkleidekabinen, die ebenfalls den jeweiligen Bereichen gestalterisch angepasst wurden.
Eine eigene Gestaltung für den Outdoor Bereich
Den 2,5 m erhöhten Bereich, der völlig den Outdoorsportarten gewidmet ist, erreicht man über Treppen, die einladend geschwungen sind und ebenso wie der gesamte Gehwegbereich und die Outdoorfläche mit einer Feinmörtelspachtelung gestaltet sind, die optisch einem gewachsenen Boden nahe kommt. Tierpfotenabdrucke laden dazu ein, auf ihren Spuren den gesamten Bereich zu erkunden.
Hier überwiegen Altholz und farblos beschichtetes Metall. Highlights wie die Präsentationstische für Orientierungsgeräte und Lawinenverschüttetensuchgeräte scheinen aus alten Holzbalken aufgeschichtet zu sein.
Das gesamte Projekt wurde in der rekordverdächtigen Bauzeit von nicht einmal einem halben Jahr errichtet und im November 2007 eröffnet.
