Sprachen lernen – mehr Praxis für die neue Sprache

Eine Sprache kann man nicht nur in der Schule lernen, eine Sprache muss man anwenden. Mehr Praxis im Sprachgebrauch ist deswegen wichtig.

Neben der eigenen Muttersprache lernt jeder von uns in der Schule noch mindestens eine weitere Sprache. In vielen Fällen ist dies Englisch. Leider fehlt es im Unterricht an der Praxis. Die Schüler können das Gelernte nicht gleich ausprobieren, da sie niemanden haben, der mit ihnen die Sprache auch außerhalb des Unterrichts spricht. Das könnte ein Grund sein, weswegen wir die Sprache nicht so gut sprechen können, wie wir es gerne hätten. Jetzt kann man sich natürlich einen teuren Muttersprachler holen oder aber man informiert sich im Internet, wie man auch kostenlos etwas mehr Praxis erwerben kann.

Die erste Möglichkeit ist natürlich optimal, weil man den Lernpartner vor Ort hat. Man hört ihn nicht nur reden, sondern man sieht auch seine Mimik und seine Gestik. Aber leider kann sich diese nicht jeder leisten, weswegen das Internet als Quelle für kostenlose Lerneinheiten sehr willkommen ist.

Podcasts

Eine Möglichkeit, um im Internet Sprachen zu lernen, sind Podcasts. Diese Übungseinheiten werden meist von Muttersprachlern angeboten. Hier gibt es natürlich Unterschiede in der Aufbereitung des Lernstoffs. Der eine Podcaster liebt es, einen vorbereiteten Text zu präsentieren, in dem er Wörter oder Wortgruppen einbaut, die er vermitteln will. Andere Podcaster treten im Paar auf, um in Gesprächen den Lernstoff zu vermitteln. Auch hier gibt es Unterschiede. Einige gestalten eine spontane Gesprächsrunde zu einen bestimmten Thema, andere entwerfen das Gespräch vorher und nehmen dieses dann als Podcast auf. Im zweiten Fall geht es meist um eine bestimmte Alltagssituation, mit der Vokabeln vermittelt werden sollen, die in diesen Situationen sehr sinnvoll sein können.

Quellen für Podcasts sind:

Brieffreunde

In Zeiten des Internets kann man sich auch Brieffreunde suchen. Hierfür gibt es eine Menge Seiten, zu empfehlen ist die Seite interpals.net. Auf dieser Seite findet ihr eine Menge Leute, die Brieffreunde suchen. Ihr könnt euch die Leute nach Sprache, nach Interessen und anderen Eigenschaften aussuchen und mit diesen dann in Kontakt treten. Ob ihr dann wirklich die Schnecken-Post (normale Briefe) verwendet, um zu kommunizieren, oder ob ihr gleich auf die elektronische Post ausweicht, ist dabei euch überlassen. Wenn ihr euch dann näher kennen gelernt habt, könnte daraus auch eine Freundschaft werden.

Telefonieren

Bisher haben wir nur das Hören und das Schreiben trainiert, aber auch das Sprechen sollte trainiert werden. Auch hier kommt uns das Internet zur Hilfe. Denn mit Skype, Google-Talk oder anderen Angeboten ist es mühelos möglich mit einem Sprachpartner aus dem Land der zu lernenden Sprache zu telefonieren. Aber es ist auch möglich über die normale Telefonleitung zu telefonieren, denn viele Telefonanbieter bieten hier schon eine Flatrate für 15 Euro im Monat an, mit welcher man in ganz Europa telefonieren kann. In dieser Flatrate sind meist auch die Telefonate in die USA, nach Kanada und in andere Länder enthalten. Informiert euch hierzu einfach einmal bei euren Telefonanbieter. Somit ist auch eine langsame Internetleitung keine Ausrede um nicht mit einem Lernpartner irgendwo auf dieser Erde zu telefonieren.

Bevor ihr miteinander telefoniert, solltet ihr euch Gesprächsthemen und/oder Fragen überlegen. Gerade wenn man die Sprache noch nicht so gut beherrscht, wird es schwierig sich auf die Sprache und gleichzeitig auf neue Gesprächsthemen zu konzentrieren. Das ändert sich natürlich, wenn man oft genug miteinander telefoniert und im Sprachgebrauch eine gewisse Routine aufgebaut hat. (Viele Fragen um ein Gespräch aufzubauen findet ihr auf dieser Seite.)

Neben den Themen und Fragen, die man sich bereit legt, sollte man auch ein Onlinewörterbuch offen haben. Online deswegen, damit man nicht erst zehn Minuten braucht um das richtige Wort zu finden, sondern einfach nur schnell das gesuchte Wort eingegeben werden muss, welches dann zwei Sekunden später schon in die Fremdsprache übersetzt ist und für das Gespräch benutzt werden kann.

Wenn ihr übrigens einen Gesprächspartner gefunden habt, der auch eure Sprache lernen möchte, so solltet ihr genau absprechen, wann welche Sprache gesprochen wird. Beim Briefverkehr gibt es hier ja keine großen Probleme, denn diese verfasst man eben immer in der Sprache, die man lernen möchte. Ihr solltet aber die Korrekturen für den anderen auch am Ende der Mail einfügen, damit hier ein Lerneffekt eintreten kann.

Übrigens solltet ihr auch absprechen, welche Dinge verbessert werden sollen. Das verhindert, dass ihr euch irgendwann streitet, wenn euch die Kritik des Lernpartners mal nicht passt.

Tandem-Lernen

Solche Lernpartner kann man übrigens auch vor Ort finden. Viele Studenten aus dem Ausland suchen Partner, mit denen sie die einheimische Sprache lernen können. Im Gegenzug bieten diese dann meistens Lernhilfen für ihre eigene Muttersprache an. Das ganze nennt sich Tandem-Lernen und ist unter vielen Studenten sehr beliebt.

Fassen wir also noch einmal zusammen: Um Sprachen wirklich gut lernen zu können solltet ihr sie in der Praxis anwenden. Nutzt die Möglichkeiten, die euch das Internet bietet, sucht euch eventuell einen Lernpartner, der Muttersprachler ist und der eure Sprache lernen möchte, damit ihr euch gegenseitig beim Sprachen lernen helfen könnt. Sucht euch Telefon- und/oder Brieffreunde, die die Sprache sprechen, die ihr lernen wollt, nehmt Podcasts zur Hilfe und habt Spaß beim Lernen der Sprache.

Sven Buchien, Sven Buchien

Sven Buchien - Schreiben! Schreiben ist eine Leidenschaft von mir. Früher schrieb ich in Form von Gedichten, dann kamen die Kurzgeschichten und am ...

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