Sprachreisen und Sprechsicherheit

Nirgendwo anders als in dem Land der Zielsprache selbst können Sprachkenntnisse ausprobiert und optimal gesichert werden.

Oft tun sich Schüler mit Fremdsprachen schwer. Angesichts einer Unterrichtsstunde mit 30 Schülern lässt sich ausrechnen, wie hoch der tatsächliche Sprechanteil in der Zielsprache innerhalb einer Schülerlaufbahn ist. Selbst moderne Formen wie Gruppen- und Partnerarbeit führen nicht unbedingt dazu, dass sich der Sprechanteil der Schüler in der Fremdsprache erheblich erhöht. Oft fallen die Jugendlichen hier in ihre Muttersprache zurück. Einerseits fällt es ihnen leichter sich so zu verständigen, andererseits wird die Situation im schulischen Rahmen auch als „künstlich“ empfunden. Eine Sprache im Zielland einzusetzen, schafft hier eine ganz andere natürliche Situation.

Vorteil der Sprachreisen

Alle Teilnehmer auf Sprachreisen sind wirklich daran interessiert, ihre Fähigkeiten in der Fremdsprache zu verbessern und eine neue Kultur kennenzulernen. Automatisch entwickeln sie Umschreibungen und werden sicherer in der Zielsprache, da sie diese im Ernstfall erproben können. Auf einer Sprachreise knüpfen auch viele junge Menschen neue Kontakte und finden Freunde, mit denen sie auch nach ihrer Heimreise in Verbindung bleiben. Diese Freundschaften ermöglichen es, sich im Zeitalter der Kommunikation auch über weite Distanzen hinweg auszutauschen. Die Sprache bleibt ein lebendiges „Werkzeug“.

Zudem erleben Teilnehmer eine andere Kultur hautnah. Nur wer einmal ein „Full English Breakfast“ gegessen hat, weiß, dass man wirklich hungrig sein sollte, wenn man es überhaupt ganz schaffen möchte und dass unser typisches Frühstück bei den Engländern „Continental Breakfast“ heißt. Außerdem wird man nicht immer wieder aus der Zielsprache herausgerissen. Man ist den ganzen Tag von der Sprache umgeben, man muss sie in den Situationen anwenden, in denen man sie wirklich im Alltag benötigt. In der Schule wird ein breites Allgemeinwissen vermittelt. Ganz praktische Vokabeln können unter anderem dabei auf der Strecke bleiben. Wer sich erkältet und nach einem Taschentuch fragen möchte, könnte dabei feststellen, dass ihm hier eine ganz unscheinbare Vobabel fehlt.

Konkrete Tipps für die Sprachreise

Wenn man im Ausland seine Sprachkenntnisse optimieren möchte, gibt es eine goldene Regel: Man sollte sich unter die Einheimischen mischen. Wer immer in einer Gruppe mit Muttersprachlern unterwegs ist, wird meistens seine Muttersprache benutzen. Im Idealfall sollte man selbst auch mit jenen, die die eigene Sprache sprechen, nur in der Sprache kommunizieren, die man lernen und verbessern möchte. Wichtig ist es auch, sich konkrete, realisierbare Ziele zu setzen. Auf diesem Weg kann man überprüfen, ob man erreicht hat, was man sich erhofft hat. Ein ganz einfaches Ziel ist es, eine Hand voll neuer Bekanntschaften zu schließen, mit denen man auch nach der Sprachreise in Kontakt bleiben wird. Wer diese wertvollen Kontakte nach der Abreise weiterhin pflegt, baut sich eventuell eine zweite Heimat im Ausland auf. Bekannte und Freunde, die man auch nach der Sprachreise wieder besuchen oder die man in das eigene Land einladen kann.

Silvia Eggler, Silvia Eggler

Silvia Eggler - Beruferfahrung: Freiberufliche Autorin und Dozentin Hein-Moeller Berufschule Elektrotechnik, Berlin Vertretungslehrerin ...

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