
- Sprechverbot für Schiedsrichter - getty
Bei kniffligen Spielsituationen spielt der Schiedsrichter stets eine entscheidende Rolle. Ein Zweikampf, ein Pfiff, eine Entscheidung. Und stets ist eine Mannschaft unzufrieden. Der Alltag eines Schiedsrichters ist alles andere als einfach. In Bruchteilen einer Sekunde muss sich der Unparteiische entscheiden und kann es nie allen Recht machen. Seit Einführung der Spielleitung durch einen Schiedsrichter 1874 war das Los des Referees stets ein schweres. Und es wurde mit der Weiterentwicklung des Sports nicht leichter. Das Spiel wurde schneller und dadurch auch immer schwieriger zu überblicken. Nicht zuletzt deshalb wird in der Europa League zurzeit der Einsatz von zusätzlichen Torschiedsrichtern erprobt.
Irren ist menschlich
Dass nicht jede getroffene Entscheidung richtig sein kann, darüber ist man sich im Klaren. Und solange gewisse Fehlentscheidungen keine groben Auswirkungen auf den Spielverlauf haben, spielt das auch keine Rolle. Allerdings hat eine Abseitsstellung so gut wie immer eine Auswirkung auf das Spiel. Und wird ein Spiel durch eben eine dieser Fehlpfiffe entschieden, ist das zumindest für eine Mannschaft mehr als ärgerlich. Aber irren ist menschlich und Schiedsrichter sind schlussendlich auch nur Menschen. Deshalb sollte dem Referee zumindest nach 90 Minuten die Möglichkeit gegeben werden zu den von ihm getroffenen Entscheidungen Stellung zu nehmen und möglicherweise auch Fehler einzugestehen.
Maulkorb für Schiedsrichter
Nach einem Spiel sehen oft auch die Spielleiter ein, dass die von Ihnen getroffene Entscheidung möglicherweise falsch war. Darum sollte man Ihnen zumindest eingestehen, zu diesem Schluss zu kommen. Genau dieses Recht wird der Schiedsrichterelite, die bei internationalen Spielen zum Einsatz kommt, von der Fifa und der Uefa verwehrt. Laut den Statuten dieser beiden Organisationen ist es den Unparteiischen nicht erlaubt gegenüber den Medien zu dem von Ihnen geleiteten Spiel Stellung zu nehmen. Nach Spielen der Champions und Europa League sowie Länderspielen unter anderem im Rahmen von Welt- und Europameisterschaften dürfen Schiedsrichter genau das nicht. „Ich darf mich mit den Reportern über den Flug und das Essen unterhalten, aber nicht über das Spiel. Sollte man dagegen verstoßen, hat man mit Sanktionen seitens der Uefa und Fifa zu rechnen, die bis zu einem Ausschluss von internationalen Fußballspielen reichen können“, erklärt der Österreicher Fritz Stuchlik, der bis vergangenes Jahr als Fifa-Schiedsrichter im internationalen Einsatz war.
Recht auf freie Meinungsäußerung
Als Spielleiter gerät man ohnehin schnell in das Kreuzfeuer der Kritik, ganz besonders bei internationalen Begegnungen. Sowohl Spieler als auch Trainer haben die Möglichkeit nach einem Spiel ihre Meinung kund zu tun. Zu Zeiten der Redefreiheit und freier Meinungsäußerung sollte dieses Recht auch den sowieso viel gescholtenen Schiedsrichtern gewährt werden.
