Springreiter Markus Fuchs beendet Karriere

In seiner Heimat St. Gallen nahm der Eidgenosse Abschied vom Sport

Mit seinem Parade-Pferd Tinka's Boy war der Schweizer Springreiter lange Zeit an der Weltspitze. Anfang Juni startete Markus Fuchs zum letzten Mal im großen Sport.

Der Eidgenosse gehörte zu den besten Reitern der Schweiz. Er ritt unzählige Nationenpreise, nahm während seiner aktiven Zeit alleine drei Mal an olympischen Spielen teil. In Seoul und Barcelona war er dabei, in Sidney konnte er sogar einen zweiten Platz für sich ausmachen. Anfang Juni 2009 beendete der Schweizer Top-Reiter Markus Fuchs, der lange zu den Top Ten der Weltrangliste gehörte, seine erfolgreiche Karriere als Springreiter. Anlässlich des CSI in St. Gallen ging er zum letzten Mal an den Start.

Suite101: Wie kam es zu diesem Entschluss?

Markus Fuchs: Ich hab mich seit ein bis zwei Jahren mit dem Gedanken getragen, aufzuhören. In den vergangenen eineinhalb Jahren gab es viele verletzungsbedingte Pausen. Mal war das eine oder andere Pferd verletzt, im letzten Sommer musste ich wegen Rückenproblemen drei, vier Monate pausieren.

Sie haben als Termin für das Ende Ihrer Karriere den Juni festgesetzt. Weshalb?

Markus Fuchs: Ich wohne in St.Gallen. Da passte es, mich dort zu verabschieden. So kann ich auch noch etwas Werbung für unseren Verein machen.

Sie haben Ihren Abschied aus dem Turniersport bereits im Februar angekündigt – ein entscheidender Schritt. Gibt es da wehmütige Momente, in denen man denkt, "ist das richtig?" oder "Hoffentlich bereue ich das nicht!".

Markus Fuchs: Nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre, nein. Ich war ja kein Ausnahmetalent, was das Reiten angeht. Ich habe mir alles erarbeitet und habe viele Erfolge einem wirklich guten Pferd zu verdanken – Tinka’s Boy. In den drei, vier Monaten meiner eigenen Verletzung im vergangenen Jahr hatte ich mehr freie Sonntage als in den fünf Jahren davor. Da macht man sich schon so seine Gedanken.

Einen Vorgeschmack auf die turnierfreie Zeit haben Sie also im vergangenen Jahr bereits bekommen. Wie sehen Ihre Pläne aus?

Markus Fuchs: In den vergangenen Jahren habe ich immer ein Leben unter Strom gelebt, immer 120 Prozent gegeben. Es kommt vieles zu kurz dabei. Zum Beispiel die Ausbildung junger Pferde, der Verkauf und Handel mit Pferden. Die Betreuung von Kunden, Trainings. Für diese Dinge mehr Zeit zu haben, darauf freue ich mich.

Wo und mit wem finden Ihre Trainings statt?

Markus Fuchs: Die Trainings gebe ich in Südamerika, Japan, oder auch in Athen, wo ich gerade wieder drei Tage war. In der Schweiz kommt das nicht so viel vor. Wenn ich zu einem Training fahre, dann oft in Verbindung mit einem Kundenbesuch. Kundenbetreuung ist ganz wichtig. Es reicht nicht, ein Pferd zu verkaufen, man muss die Leute hinterher auch beim Training begleiten.

Werden Sie die Pferden, die Sie in den letzten Monaten begleitet haben, abgeben?

Markus Fuchs: Nirmette geht in die Zucht. Sie hat ihre Verletzung soweit kuriert, wird aber nicht mehr im Sport eingesetzt. Und die anderen ... – ich habe immer zehn bis zwölf Pferde im Stall, die ausgebildet werden. Das bleibt auch so. Da werde ich einen Bereiter nehmen, der mich unterstützt. Ich habe da schon eine Idee, wer dafür in Frage kommt.

Rückblickend auf Ihre Karriere, was waren die bemerkenswertesten Momente?

Markus Fuchs: Da waren viele tolle Erlebnisse, da sticht keines hervor. Ich hatte tolle Pferde wie Shandor, mit dem ich bei den olympischen Spielen in Seoul und Barcelona dabei war. Meine Erfolge mit Tinka’s Boy waren auch großartig. Der zweite Platz bei den olympischen Spielen in Sydney zum Beispiel. Bemerkenswert war vielleicht ein Preis für Eleganz, der mir mal verliehen wurde – ich bin doch kein Stilist.

Womit werden Sie sich in Zukunft Ihre freie Zeit vertreiben?

Markus Fuchs: Ich habe eine Ferienwohnung in einer schönen Region bei uns in der Schweiz, in der ich in den letzten Jahren selten war. Da würde ich gerne mehr Zeit verbringen. Und Ausgleichssport treibe ich ja auch. Ich sehe wenig Gefahr, dass mir langweilig wird.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Fuchs.

Stephanie Sieckmann, Stephanie Sieckmann

Stephanie Sieckmann - Stephanie Sieckmann studierte Anglistik, Romanistik und Wirtschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als Produkt-Scout. ...

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