Der Sprung ins Seniorenlager ist eine Klippe, an der so manches erfolgreiche Nachwuchstalent scheitert. Die ersten Jahre nach der Youngster-Karriere sind oft hart. Viele Reiter haben das Gefühl noch einmal ganz von vorne anfangen zu müssen. An Erfolge gewöhnt, finden sich viele in den ersten Jahren der Seniorenzeit auf den hinteren Rängen wieder, schließlich treten sie nun gemeinsam mit einer großen Vielzahl von Routiniers an. Doch bei Tobias Meyer läuft alles ein wenig anders. Er kann auch im Seniorenlager nahtlos an die Erfolge der Junge-Reiter-Zeit anknüpfen.
Salutfestival Aachen
Für Tobias Meyer war der Sieg beim Aachener Salutfestival in der Altersklasse der Jungen Reiter der krönende Abschluss seiner Karriere in diesem Lager. Am Start war der in Bayern lebende Deutsche Meister der Jungen Reiter von 2008 mit Lucrate D’eau Grenou, einem Selle Francais Wallach, der wie alle Pferde, die Meyer unter dem Sattel hat, dem Stall Puschak gehören. 147 Punkte brachten dem 21-Jährigen Bereiter den Titel Hallenchampion.
Auf ins Seniorenlager
Ab Januar 2010 startete Meyer bei den Senioren. Darauf war der ehrgeizige Blondschopf bestens vorbereitet. Jahrelang hat er mit Rene Tebbel trainiert, und auf einigen großen Turnieren hatte er aufgrund hervorragender Leistungen bereits als Junger Reiter schon erste Rangierungen verbuchen können. So durfte er zum Beispiel in Münster und Leipzig starten – für Junge Reiter keine Selbstverständlichkeit. Kaum ein anderer Junger Reiter durfte so viele große Turniere reiten wie er. 2008 in Reims wurde er Vierter, in Lamprechtshausen konnte er mit der Mannschaft gewinnen. Beste Voraussetzungen also für einen erfolgreichen Start bei den Senioren.
Saisonauftakt in Münster und Leipzig
Auf dem Terminkalender des Bereiters standen gleich zu Jahresbeginn Münster, Neustadt / Dosse, Offenburg und Leipzig. Meyers Resultate konnten sich sehen lassen: ein dritter Platz im Großen Preis von Münster und der Sieg in einem S-Springen in Neustadt waren ein glänzender Auftakt. Auf der Wunschliste standen desweiteren die Reitsport-Events in Bremen und Braunschweig – und auch hier punktete das Reitsport-Talent: Im Championat von Bremen erzielte Meyer Platz sieben.
Pferde aus dem Stall Puschak
Ein Reiter kann jedoch nur dann Erfolg haben, wenn er gute Pferde unter dem Sattel hat. Für Tobias Meyer kein Problem. Er ist seit Jahren Bereiter des Stall Puschak, gehört dort zur Familie, trainiert den Sohn und startet auf Turnieren sowohl mit den routinierten Vierbeinern seines Arbeitgebers wie auch mit den Youngstern. Seine größten Erfolge konnte Tobias Meyer mit den Pferden Annabell und Lucreate D’Eau Grenou erzielen - den Routiniers. Doch auch mit den Nachwuchspferden wie Boris, einem zehnjährigen Belgier, und Aluta platziert sich Meyer immer wieder auf den vorderen Rängen.
Das nächste Ziel: Weltranglistenpunkte
Oberstes Ziel für Tobias Meyer war es mit dem Startschuss im Seniorenlager Weltranglistenpunkte zu sammeln. Das gelingt nur, wenn sich ein Reiter auf allen Turnieren so gut wie möglich präsentiert. Alle Turniere dienen den Reitern als Sprungbretter für Turniere mit hochdotierten Prüfungen – beweist man sich, wird man auf andere Veranstaltungen eingeladen. Und das ist das Ziel. Auf Veranstaltungen eingeladen werden, bei denen Prüfungen mit einem Preisgeld von 20.000 Euro und mehr angeboten werden. Nur bei solchen Prüfungen werden Weltranglistenpunkte vergeben. Bei diesen Prüfungen heißt es dann wiederum ebenfalls – gut in Form sein, auf einem vorderen Platz landen. So kann ein Reiter Punkte sammeln und sich auf der Weltrangliste nach vorne arbeiten. Tobias Meyer hat genau das im Jahr 2010 mit viel Engagement und zahlreichen bemerkenswerten Platzierungen getan. In nur einem einzigen Jahr schaffte es der gebürtige Niedersachse sich auf der Weltrangliste von Platz null auf Platz 100 zu katapultieren.
Mitglied im Kader der Springreiter
Anfang 2010 hatte Meyer, der in Bonstetten zuhause ist,einen Wunsch formuliert: „Es wäre schön, wenn ich es in absehbarer Zeit schaffen könnte im B-Kader zu reiten.“ Kaum ein Jahr später ist dieser Wunsch ihm bereits erfüllt worden. Im Januar 2011 wurde der talentierte junge Mann in den B2-Kader berufen. Und findet sich in bester Gesellschaft mit so bekannten Namen wie Franke Sloothaak, Holger Wulschner, Felix Hassmann, Max Kühner und Eva Bitter. Der Karrierestart von Tobias Meyer im Seniorenlager ist also bestens geglückt.
