St. Patrick's Day: Paraden, Christentum und der wahre St. Patrick

Killary Habour, Irland - Elmar Karl
Killary Habour, Irland - Elmar Karl
Über die Hintergründe des St. Patrick`s Day und die Person, der dieser Feiertag gewidmet ist.

Wie ein Lauffeuer verbreiten sich die Feierlichkeiten des 17. März um die ganze Welt. Jedes Jahr entschließen sich mehr und mehr Länder dazu, dem heiligen Patrick, dem Schutzpatron Irlands, die Ehre zu erweisen. Doch was macht diesen Tag so besonders für die Iren? Wer war dieser Saint Patrick überhaupt und was macht seine Person so wichtig im Zusammenhang mit der irischen Geschichte und ihren Mythen?

Saint Patrick und das Christentum

Er soll die Schlangen aus Irland vertrieben haben, Licht in das Land gebracht haben, welches ihn sechs Jahre lang zum Sklaven gemacht hatte. St. Patrick war zu seinen Lebzeiten noch kein Heiliger. Ganz im Gegenteil, er selbst sah sich eher als eine Art verlorenes Schaf, dem Gott wieder auf den richtigen Weg geholfen hat. So zumindest stellt er sich selbst in seinen autobiografischen Aufzeichnungen, seinem „Confessio“, dar. Über sein genaues Geburtsjahr sind sich Historiker uneinig. Doch die meisten sind der Überzeugung, dass St. Patrick Ende des 4. Jahrhunderts in England das Licht der Welt erblickte.Sein Vater war ein Priester und seine Familie wohlhabend. Doch Patrick war in seiner Jugend kein strenggläubiger Christ. Als Sechzehnjähriger wurde er von Angreifern entführt und nach Irland verschleppt, wo er in die Sklaverei verkauft und sechs Jahre lang festgehalten wurde. Als Hirte verbrachte er dort viel Zeit in der Einsamkeit der Natur.

Diese lange Zeit hat in Patrick den Glauben an Gott geweckt. Er fand Trost in seinen Gebeten. Seinen eigenen Angaben zufolge hörte er eines Nachts die Stimme des Herrn, die ihm riet, aus Irland zu fliehen. Er floh und gelangte schließlich auf Umwegen wieder zurück nach England. Dort ließ er sich zum Priester ausbilden. Einer weiteren „Vision“ folgend ging er zurück nach Irland, um dort den christlichen Glauben weiter zu verbreiten. Zwar gab es schon einige Christen in Irland, aber der Hauptteil der Iren war Anhänger der keltischen Religionen. Patrick hatte seine eigene Methode, die irischen „Heiden“ zu konvertieren. Er benutzte die ihnen schon bekannten Symbole, um ihnen das Christentum besser veranschaulichen zu können. In den keltischen Bräuchen spielten beispielsweise die Sonne und Sonnensymbole eine große Rolle. So setzte er dem herkömmlichen Kreuz der Christen das Symbol der Sonne auf, um die christliche Botschaft den Iren verständlicher zu machen. Heute bezeichnen wir das so entstandene Symbol als keltisches Kreuz. Durch diese Vorgehensweise erreichte Patrick eine friedliche Konvertierung der Iren zum Christentum.

Dichtung und Wahrheit

Irischen Überlieferungen zufolge ist die endgültige Vertreibung der Schlangen aus Irland der Grund, warum St. Patrick alljährlich gefeiert wird. Zoologen weisen allerdings darauf hin, dass es nie Schlangen in Irland gegeben hat. Vielmehr besteht aus heutiger Sicht die weit verbreitete Meinung, dass die Schlangen eine Metapher für die heidnischen Religionen seien, die St. Patrick durch seine Mission aus Irland vertrieben hat. Die Schlange ist ein altbekanntes, auf die biblische Erzählung zurückgehendes Symbol für Sünde, genauso wie alle heidnischen Religionen, die nicht dem einen „wahren“ Gott huldigen.

Geschichte des 17. März und die erste St. Patrick`s Day Parade

Es wird allgemein angenommen, dass St. Patrick, der erst nach seinem Tod, im Anschluss an seine vollendete Mission, heilig gesprochen wurde, am 17. März starb. Über das Jahr herrscht Uneinigkeit, allerdings wird vielerorts vermutet, dass er um 460 nach Christus starb. St. Patrick's Day wird nun schon seit mehr als 1.000 Jahren von den Iren als Feiertag betrachtet. Gemäß der Tradition besucht die ganze Familie am Morgen des 17. März die Kirchenmesse und abends wird gemeinsam gegessen und anschließend gefeiert. Die heutigen Paraden finden ihren Ursprung entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht in Irland, sondern vielmehr in den USA. Dort fand die erste St. Patrick`s Day Parade am 17. März 1762 statt, als irische Soldaten, die in der englischen Armee dienten, durch New York City marschierten. Dies gab ihnen die Möglichkeit, ihren Landesstolz zu demonstrieren und sich fernab von der Heimat mit Irland auf gewisser Weise verbunden zu fühlen. Erst in den siebziger Jahren schwappte diese Tradition auch nach Irland über.

Der Marstall feiert Saint Patrick

Egal ob Wahrheit oder Dichtung, Legenden gehören zur irischen Lebensart. Vermutlich wird das Rätsel um diese faszinierende Person nie ganz gelöst werden. Eines steht jedoch fest: Saint Patrick hat Irland einen gewissen Nationalstolz verliehen und ist somit ein wichtiger Teil der irischen Geschichte. Um diesen Tag nun gebührend zu feiern, zieht es am Abend des 17. März viele Menschen in die Heidelberger Innenstadt. Ab 15 Uhr kann man im „O`Reilly`s“ Live-Musik und dazu ein Guinness im irischen Stil genießen. Und ab 21 Uhr heißt es auch im Marstallcafé „Beannachtaí na Féile Pádraig!“, Happy St. Patrick's Day.