Staatsoper Unter den Linden – Musentempel für Friedrich II.

Staatsoper Unter den Linden - Harald Rossa
Staatsoper Unter den Linden - Harald Rossa
Nach seiner Thronbesteigung ließ sich Preußens König Friedrich II. mit der Königlichen Hofoper einen Musentempel errichten.

Die Staatsoper Unter den Linden, auch als Deutsche Staatsoper oder Staatsoper Berlin bezeichnet, ist das älteste Theatergebäude in Berlin. Preußens König Friedrich II. ließ diesen Bau als Teil des von ihm geplanten Forum Fridericianum ab 1741 errichten. Es war neben der Erweiterung des Schlosses Charlottenburg das erste Bauwerk, das der später als Friedrich der Große bezeichnete Monarch nach seinem Regierungsantritt in Auftrag gab.

Das Gebäude Unter den Linden ist seit 2010 geschlossen. Es werden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt, die 2014 abgeschlossen sein sollen. In dieser Zeit nutzt das Ensemble der Staatsoper das Haus des einstigen Schillertheaters in Berliner Ortsteil Charlottenburg.

Der Bau der Staatsoper unter den Linden

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff entwarf für Friedrich II. das Gebäude der Königlichen Hofoper. Im Juli 1741 wurde mit dem Bau begonnen. Es war das erste königliche Theatergebäude in Preußen, das als das größte Theatergebäude im damaligen Europa galt.

Das Gebäude gehörte zur Anlage des geplanten Forum Fridericianum am heutigen Bebelplatz. Der Bau zeigt zu den Linden hin eine Tempelfassade mit palladianischen Motiven. Neben dem großen Saal gab es einen weiteren Saal, den Apollosaal. Beide Säle ließen sich zu einem großen Festraum verbinden.

Am 7. Dezember 1742 wurde die Königliche Hofoper mit dem Stück „Cleopatra e Cesare“ von Carl Heinrich Grauns eröffnet. Die Bauarbeiten wurden erst im Verlauf des Jahres 1743 abgeschlossen.

Feuer 1843

In der Nacht vom 18. zum 19. August 1843 brannte die Lindenoper bis auf die Grundmauern ab. Der Architekt Carl Ferdinand Langhans leitete den Wiederaufbau. Dabei wurde Eingang an die Nordseite verlegt. 1844 wurde das Haus mit dem Stück „Ein Feldlager in Schlesien“ von Giacomo Meyerbeers wieder eröffnet.

1869 wurden einige Umbauten durchgeführt und um 1900 eiserne Fluchttreppen angebaut.

Die Lindenoper in der Weimarer Republik

Nach dem Ende der Monarchie wurde aus der „Hofoper Unter den Linden“ die „Staatsoper Unter den Linden“. Zwischen 1924 bis 1928 wurde das Bühnenhaus modernisiert. Dabei entstanden die neuen Seitenbühnen. Mit denen wurde ein rascher Kulissenwechsel möglich. Am 28. April 1928 wurde das Haus wieder eröffnet.

Die Lindenoper im Dritten Reich

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Lindenoper zur Repräsentation der Staats- und Parteiführung intensiv genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Staatsoper durch Bombentreffer vollständig zerstört.

Die Lindenoper nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Lindenoper unter dem Namen „Deutsche Staatsoper“ am 23. August 1945 im provisorisch hergerichteten Bau ihren Spielbetrieb wieder auf.

Die Lindenoper in der Deutschen Demokratischen Republik

1952 begann ein umfassender Wiederaufbau der Lindenoper unter der Leitung des Architekten Richard Paulick. Der lehnte sich an das ursprüngliche Bauwerk von Knobelsdorff an. So wurden auch Teile der historischen Fassade in die Rekonstruktion integriert. 1955 wurde das Haus wieder eröffnet. Während der Bauzeit wurden das Funkhaus in der Masurenallee und der Admiralspalast als Spielstätten genutzt.

Auch den Herrschern der DDR diente das Haus der Repräsentation der Staats- und Parteiführung. In der Zeit von 1983 bis 1986 erfolgte eine umfassende Restaurierung der Lindenoper.

Die Lindenoper nach der Wende

Nach dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland und der Wiedervereinigung Berlins 1990 wurde dem Haus wieder der Name „Staatsoper Unter den Linden“ gegeben.

Sanierung seit 2010

Heftige Kontroversen löste der Entwurf eines neuen Zuschauersaals durch den Architekten Klaus Roth aus. Der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit griff in die Planung ein und sorgte für einen neuen Wettbewerb mit der Maßgabe, den von Richard Paulick gestalteten und unter Denkmalschutz stehenden Zuschauerraum zu erhalten.

Das Ensemble nutzt während der Sanierungsmaßnahmen das Haus des einstigen Schillertheaters in der Bismarckstraße in Charlottenburg. Die Wiedereröffnung des Gebäudes der Staatsoper Unter den Linden ist für den 3. Oktober 2014 geplant.

Literatur zur Staatsoper Unter den Linden

  • Rold Hosfeld, Boris Kehrmann und Rainer Wörtmann: Friedrichs Traum. Die Berliner Staatsoper Unter den Linden. Metz Hamburg 2000, ISBN 3-9805563-6-0
  • Georg Quander (Hrsg.): 250 Jahre Opernhaus Unter den Linden. Apollini et musis. Propyläen Frankfurt am Main/Berlin 1992, ISBN 3-549-05209-X