Die Stadt Stolpen liegt ca. 25 Kilometer östlich von Dresden am Rande der Sächsischen Schweiz. Wahrzeichen und Anziehungspunkt der Stadt ist die auf einem Basaltfelsen stehende Ruine der Burg Stolpen. In der Umgebung der Stadt sind die Märzenbecherwiesen im Polenztal ein beliebtes Ausflugsziel. Dort gibt es das größte natürliche Vorkommen des Märzenbechers in Deutschland

Sehenswürdigkeiten in Stolpen

In der Stadt gibt es noch Reste der Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert mit dem Niedertor. Der Stolpner Markt steht unter Denkmalschutz. Das Rathaus erhielt nach dem großen Stadtbrand von 1723 einen kleinen Dachreiterturm. Die Löwenapotheke ist eine der ältesten Apotheken im Umkreis. Eine über 200 Jahre alte Spindelpresse und Mörser aus dieser Apotheke sind auf der Burg ausgestellt. Sehenswert sind auch das Alte und das Neue kurfürstliche Amtshaus.

Die auf einem Basaltfelsen stehende 790 Jahre alte Burg Stolpen ist die Attraktion in der Stadt. .Ihr Johannisturm, auch Coselturm genannt, wurde um 1509 erbaut. Er ist das am besten erhaltene Bauwerk der erstmalig 1222 erwähnten Burg. In diesem Turm wurde die Gräfin Cosel, die einstige Mätresse des sächsischen Kurfürsten August des Starken, von 1716 bis zu ihrem Tod 1765 gefangen gehalten. Der Basaltschlot des Burgberges gilt als eines der bedeutendsten Geotope in Deutschland.

Die gotische Stadtkirche Stolpen ließ der Meißner Bischof Johann VI. von Salhausen im 15. Jahrhundert erbauen. Sie ist vollständig aus Stolpner Basalt ausgeführt. Brände zerstörten 1632 und 1723 Teile der Kirche. Der Altarraum hat bis heute seine mittelalterliche Form erhalten können. Aus der Zeit um1470 stammt die spätgotische Kreuzigung in Stein. Kanzel und Taufe aus Holz stammen von 1727 und zeigen barocke Formen. Die Orgel schuf Hermann Eule aus Bautzen 1898.

Die Kirche St. Lorenz zu Stolpen-Altstadt wurde zwischen 1495 und 1498 erbaut. Ein besonderer Schatz dieser Kirche ist die einmanualige mechanische Schleifladenorgel von Wilhelm Leberecht Herbrig von 1856. Die ist 2006 unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert worden. Dieses Instrument ist der Ausgangspunkt für die „Herbrig-Orgelstraße“.

Ein weiteres Ziel an der „Herbrig-Orgelstraße“ ist die Kirche zu Langenwolmsdorf: Deren Herbrigf-Orgel wurde 1843/44 gebaut. Sie ist das größte der noch erhaltenen Instrumente aus der Werkstatt Herbrig in der Region.

Am Alten Amtshaus prangt das kursächsische Wappen mit dem englischen Hosenbandorden.

Das Neue Amtshaus wurde 1798 Sitz des Amtes Stolpen. 1813 quartierten sich der General Blücher und dann Napoleon im Amtshaus ein. Von 1852 bis 1952 nutzte das Amtsgericht von Stolpen das Gebäude.

Museen in Stolpen

Für das Burgmuseum ist das Baudenkmal Burg Stolpen das wichtigste Exponat. Der gesamte Außenbereich ist geöffnet. Der Rundgang beginnt bei den neuzeitlichen Festungswerken mit dem Torhaus. Durch die Kornhausdurchfahrt wird das Hauptportal sichtbar und die freistehenden Türme prägen die Silhouette. Aus dem ältesten Teil der Burg bietet sich ein einmaliger Fernblick auf die umgebende Landschaft über die Sächsische Schweiz bis nach Böhmen. Im Inneren sind über dreißig Räume zu besichtigen. Im Marstall gibt es einen Überblick über die Burggeschichte. Folterkammer und Verliese zeugen von früherer Rechtsprechung. Weitere Ausstellungen widmen sich den Themen „Bischofsresidenz“ und „Schloss Stolpen“, dem Naturdenkmal Stolpener Basalt und der Gräfin Cosel.

Im Neuen Amtshaus ist das Stadtmuseum zu Hause. Das bietet Ausstellungen zur Stadtgeschichte, historische Gewölbe für Sonderausstellungen sowie einen Innenhof für Veranstaltungen.

Geschichte von Stolpen

Die Burg Stolpen wurde 1222 das erste Mal urkundlich erwähnt. Festungsanlage gehörte den Bischöfen von Meißen. Anfang des 15. Jahrhunderts entstand die Burgsiedlung und die Meißener Bischöfe verlegte ihre Residenz von Meißen auf die Burg Stolpen. In der Folge wurde der Ort zur Stadt. Bischof Dietrich III. von Schönberg ließ die Stadt um 1470 durch eine Stadtmauer befestigen. Bischof Johann VI. von Saalhausen verlieh der Stadt 1503 eigene Statuten. 1559 vertrieb Kurfürst August den letzten Meißener Bischof und das Amt Stolpen kam zu Kursachsen.

Ein großer Stadtbrand ereignete sich am 20. Februar 1795. Danach wurde die Schlossmauer abgerissen. Ab 1800 wurde auch die Stadtmauer abgetragen. 1813 ließ Napoléon Bonaparte die Burg zur Festung ausbauen. Doch ließ er die Burg bei seinem Abzug weitgehend zerstören.

Lage und Anreise

Stolpen liegt einige Kilometer südlich der Bundesstraße B 6b von Dresden nach Bautzen.

Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke von Dürrröhrsdorf nach Neustadt/Sa.

Literatur

  • Gebietsgemeinschaft Tourismus Stolpen, Neustadt, Hochwald (Hrsg.): Die Burgstadt Stolpen. Porträt einer Stadt am Rande der Sächsischen Schweiz. Geiger Verlag Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-165-3
  • Stadtverwaltung Stolpen (Hrsg.): Chronik von Burg und Stadt Stolpen. Leipzig 1994.

Steckbrief von Stolpen

  • Bundesland: Sachsen
  • Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  • Höhe: 274 Meter über Normal Null
  • Fläche: 60, Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2010: 5.793
  • Stadtgliederung in 6 Ortsteile: Heeselicht, Helmsdorf, Langenwolmsdorf, Lauterbach, Rennersdorf-Neudörfel und Stolpen
  • Anschrift der Stadtverwaltung: Markt 1, D-01833 Stolpen
  • Städtepartnerschaften: Amöneburg in Hessen, Hilzingen und Sipplingen in Baden-Württemberg, Garching an der Alz in Bayern, Jockgrim in Rheinland-Pfalz, Sloup v Cechach in Tschechien

Quellen

  1. Stadt Stolpen
  2. Burg Stolpen